Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

Müll bleibt Müll


Die Weltbevölkerung produziert täglich mehrere Millionen Tonnen Müll. Trotz Mülltrennung, Recycling und neuer Verwertungstechnologien führt unser Wegwerfwahn dazu, dass weltweit riesige Mengen Abfall in der Umwelt landen. Über die Flüsse gelangt vieles davon in die Meere. Ein Großteil unseres Mülls aber verrottet nicht einfach – manche Kunststoffe und Metalle belasten die Umwelt und die Ozeane noch hunderte von Jahren, nachdem wir sie weggeworfen haben.


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Verschmutzung der Umwelt: Wie wir die Erde vermüllen

Wir möchten gerne alles neu, glänzend und frisch. Was wir nicht mehr haben wollen, was kaputt oder abgelaufen ist, werfen wir oft direkt in den Müll. Doch auch der Verpackungswahn von Industrie und Einzelhandel trägt zu unseren Müllmengen bei. Der Erde bereiten wir damit Probleme auf verschiedenen Ebenen: Das leichtfertige Wegwerfen von allem, was wir nicht mehr wollen, führt zu hohen Produktionsmengen und damit einer enormen Ressourcenverschwendung. Die Entsorgung des Mülls belastet die Umwelt – und unter Umständen auch das Leben von Tier und Mensch.

Müllvermeidung durch weniger Lebensmittelverschwendung

Insbesondere mit Lebensmitteln gehen die westlichen Gesellschaften extrem verschwenderisch um. Wir schmeißen mit dem Essen haufenweise Ressourcen buchstäblich in die Tonne. Die Produktion von Nahrungsmitteln – vor allem importierter Produkte – verschluckt viel Fläche, Wasser, Energie und Rohstoffe. Verschwenden wir die Lebensmittel, verschwenden wir also auch Ressourcen. Dabei wäre vieles von dem, was wir wegwerfen, noch essbar. Wer gezielt einkauft und richtig lagert, sich nicht vom Mindesthaltbarkeitsdatum abschrecken lässt und Reste verwertet, kann bereits viel zur Müllvermeidung beitragen.

Das Plastikmüll-Problem: Nicht biologisch abbaubarer Abfall

Während Lebensmittel wenigstens in der Entsorgung kein großes Problem darstellen, sind andere Bestandteile unseres Mülls geradezu toxisch: Im Gegensatz zu früher ist ein Großteil unseres heutigen Abfalls kaum noch biologisch abbaubar – etwa Kunststoffe und Metalle. In Deutschland wird dieser zwar in der Regel sortiert und dann recycelt, verbrannt oder nach mechanisch-biologischer Vorbehandlung deponiert. Dennoch ist insbesondere Plastikmüll ein globales Problem, dessen Tragweite wir noch nicht erahnen können. In der Umwelt verrottet er erst nach Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten. Wenn Plastik über die Flüsse in die Meere gelangt, gefährdet es dort das Leben von Fischen und Meeressäugern. Schadstoffe aus dem Kunststoff reichern sich in Gewässern und Böden, in den Körpern von Tieren und Menschen an. Die langfristigen Folgen dieser Verschmutzung sind unabsehbar.

Illegale Schrottexporte

Selbst, wenn wir unsere Abfälle korrekt entsorgen, können wir uns nicht ganz sicher sein, was weiter damit geschieht. Ein großer Teil unseres Mülls wird recycelt, aber manches legt dafür weite Wege zurück. Trotz Exportverbot für defekte Elektronikgeräte finden immer noch Containerladungen voll alter Fernseher, Computer und Toaster den Weg nach Asien und Afrika. Dort wird dann – in der Regel ohne jegliche Umwelt- oder Arbeitsschutzmaßnahmen – versucht, verwertbare Stoffe aus den Geräten herauszulösen. Nicht selten sind es Kinder, die dazu am offenen Feuer hantieren und die giftigen Dämpfe einatmen. Wer dies verhindern will, sollte Elektrogeräte so lange wie möglich verwenden, sie wenn möglich reparieren lassen und sie gegebenenfalls nur bei seriösen Sammelstellen wie Wertstoffhöfen abgeben.