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Zuschüsse

Zuckerguss auf Ihrer Investition

Wenn Sie Ihr Zuhause energetisch auf den neuesten Stand bringen, erhalten Sie von diesen Programmen Zuschüsse. Das beginnt bei der Energieberatung und endet bei einer Mini-KWK-Anlage, bei der Sie einen Zuschlag für den eingespeisten Strom kassieren können. Spezielle Boni belohnen innovative Ideen – so schmeckt der Zuckerguss auf dem Förderkuchen besonders süß.



Sie wollen Papa Staat um einen Zuschuss bitten? Sehr gut. Wichtig ist, dass Sie sich gut informieren über richtige Ansprechpartner und zuständige Stellen. Wir empfehlen folgende Möglichkeiten:

I. Vor-Ort-Beratung

Wer ist berechtigt, einen Antrag zu stellen?


o    Natürliche oder juristische Personen
o    Gewerbebetriebe, inklusive Wohnungs- und Landwirtschaft
o    Einrichtungen, die gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen
o    Mieter oder Pächter, wenn Erlaubnis des Eigentümers vorliegt

Wie sieht die Förderung aus?

Sie wollen einen Architekten oder Ingenieur um Rat fragen, wie sich der bauliche Wärmeschutz, die Wärmeerzeugung und –verteilung sowie die Warmwasserbereitung verbessern lässt. Dabei geht es auch um die Nutzung erneuerbarer Energie. Der Fachmann schreibt einen Beratungsbericht, den er in einem Gespräch erläutert. Und der Staat beteiligt sich mit einem maximalen Zuschuss von 175 Euro bei einem Ein- oder Zweifamilienhaus. Handelt es sich um ein Gebäude mit mindestens drei Wohneinheiten, steigt der Zuschuss auf 250 Euro. Diese Förderung können Sie mit Geld aus anderen Programmen kombinieren (Kumulation).
 
Wo gibt es Informationen und Anträge?

Bundesamt für Wirtschafts- und Ausfuhrkontrolle, Ref. 411, Eschborn, Tel. 06196 908-400, Internet: www.bafa.de

II. Energieberatung der Verbraucherzentralen

Wer ist berechtigt, einen Antrag zu stellen?


o    Private Endverbraucher
o    Eigentümer, Bauherren und Kaufinteressenten
o    Vermieter oder Mieter von Mietwohnungen

Wie sieht die Förderung aus?

Sie können sich in den Verbraucherzentralen der Bundesländer Rat holen, die Beratung kostet 5 Euro. Themen: Baulicher Wärmeschutz, Haustechnik, Regenerative Energien, Nutzerverhalten, Strom sparen, Fördermöglichkeiten oder eigene Maßnahmen. Wollen Sie zu Hause aktiv werden, gibt es zusätzlich eine erweiterte Beratung vor Ort. Da können Sie spezielle Probleme klären, wobei ihr Eigenanteil an den Beratungskosten 45 Euro beträgt. Und der Staat? Er fördert eine solche Beratung mit einem Zuschuss von 188 Euro. Diese Förderung können Sie zum Teil mit Geld aus anderen Programmen kombinieren (bedingte Kumulation).

Wo gibt es Informationen und Anträge?

Zuständige Verbraucherzentralen, Terminanfragen: Tel. 0900 13 637-443, Internet: www.verbraucherzentrale-energieberatung.de; www.verbraucherzentrale.info

III. KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm – Zuschuss

Wer ist berechtigt, einen Antrag zu stellen?

o    Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Ein- und Zweifamilienhäusern
o    Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Eigentumswohnungen (Wohneigentum- oder Wohneigentümergemeinschaften)

Wie sieht die Förderung aus?


Wenn Sie Energie sparen und den CO2-Ausstoß in Ihrem Haus senken wollen, können Sie an diesem Programm teilnehmen. Dabei kommt es darauf an, wie alt Ihr Gebäude ist: Wurde es bis zum 31.12.1983 gebaut, fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine energetische Sanierung, die mindestens Neubau-Niveau erreichen soll. Als Kriterium hat die Bank Mindeststandards festgelegt -  je besser das Ergebnis, desto höher die Förderung: In der ersten Variante bekommen Sie einen Zuschuss in Höhe von 10 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, maximal 5.000 Euro je Wohneinheit. In der zweiten Variante sind es 17,5 Prozent, maximal 8.750 Euro je Wohneinheit.

Anders sieht es aus, wenn Ihr Gebäude bis zum 31.12.1994 fertig gestellt wurde: Da hat die KfW vier verschiedene „Maßnahmenpakete“ geschnürt, in denen es um Wärmedämmung, einen Austausch der Heizung oder eine Erneuerung der Fenster geht. Für eines dieser Pakete können Sie einen Zuschuss bekommen, und zwar in Höhe von fünf Prozent der förderfähigen Investitionskosten, maximal 2.500 Euro je Wohneinheit. Sind Sie Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses, steht Ihnen noch ein besonderer Zuschuss zu: Berät Sie bei der Sanierung ein Sachverständiger, zahlt die KfW 50 Prozent der Kosten, maximal 1.000 Euro je Wohneinheit. Diese Förderung können Sie zum Teil mit Geld aus anderen Programmen kombinieren (bedingte Kumulation).
 
Wo gibt´s Informationen und Anträge?


KfW-Förderbank, Frankfurt, Tel. 01801 33 55 77, Internet: www.kfw-foerderbank.de (Anträge bei jeder Bank)

IV. Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien - Investitionszuschuss (BAFA)

Wer ist berechtigt, einen Antrag zu stellen?

o    Privatpersonen und Freiberufler
o    Kleine und mittlere gewerbliche Unternehmen
o    Unternehmen, an denen mehrheitlich Kommunen beteiligt sind
o    Gemeinnützige Investoren

Wie sieht die Förderung aus?


Wenn Sie erneuerbare Energien in Ihrem Haus einsetzen wollen, können Sie in vielfältiger Weise von diesem Programm profitieren: Es gibt eine „Basisförderung“, die durch ein Bonus-System ergänzt wird. Diese Boni sind neu – und können den Umfang der Förderung stark wachsen lassen.

Ein Beispiel: Sie installieren in Ihrem Keller eine Holzhackschnitzelheizung. Wird sie u. a. automatisch beschickt und hat eine Leistung von 5 bis 100 kW, erhalten Sie pauschal einen Zuschuss von 1.000 Euro. Ergänzen Sie Ihre Heizung durch eine Solarkollektoranlage, steigt die Förderung um 750 Euro (Kombinationsbonus). Hat Ihr Gebäude einen geringen Bedarf an Primärenergie? Sind daher geringe Kostenersparnisse bei der Umstellung zu erwarten? Dann erhöht sich der Zuschuss um das 1,5- bis 2fache der Basisförderung (Effizienzbonus). Setzen Sie eine energieeffiziente Umwälzpumpe ein, kommen noch einmal 200 Euro pro Heizungsanlage dazu. Damit aber nicht genug: Handelt es sich bei Ihrer Heizung um eine Anlage zur Brennwertnutzung, bzw. werden Partikel im Abgas abgeschieden, erhalten Sie weiteres Geld: 500 Euro als Innovationsförderung.

In ähnlicher Weise fördert das Marktanreizprogramm:

o    Thermische Solaranlagen zur Warmwasserbereitung
o    Thermische Solaranlagen zu Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung
o    Thermische Solaranlagen über 40 Quadratmeter Kollektorfläche für Ein- und Zweifamilienhäuser
o    Thermische Solaranlagen für Mehrfamilienhäuser und Nichtwohngebäude
o    Wärmepumpen zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung
o    Pelletheizungen
o    Scheitholzvergaserheizungen

Diese Förderung können Sie mit Geld aus anderen Programmen kombinieren (Kumulation).

Wo gibt´s Informationen und Anträge?

Bundesamt für Wirtschafts- und Ausfuhrkontrolle, Ref. 411, Eschborn, Tel. 06196 908-400, Internet: www.bafa.de

V. Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz


Wer ist berechtigt, einen Antrag zu stellen?


o    Betreiber zuschlagsberechtigter KWK-Anlagen

Wie sieht die Förderung aus?

Eine KWK-Anlage arbeitet mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), es wird Strom und Wärme produziert. Den Strom speisen Sie ins allgemeine Stromnetz ein – und können pro Kilowattstunde von ihrem Netzbetreiber einen Zuschlag verlangen. So funktioniert die Förderung Ihrer KWK-Anlage. Dabei kommt es darauf an, ob es sich um alte oder neue Bestandsanlagen, modernisierte Anlagen oder Neuanlagen handelt. Haben Sie ihre Neuanlage zwischen dem 01.04.2002 und 31.12.2008 zum ersten Mal in Dauerbetrieb genommen, liegt die Höchstförderung bei 5,11 Cent je Kilowattstunde, und zwar für einen Zeitraum von zehn Jahren. Bedingung: Die elektrische Leistung beträgt maximal 50 kW. Alle Bestandsanlagen werden mit geringeren Zuschlägen gefördert, die befristet und degressiv gestaltet sind.

Wo gibt´s Informationen und Anträge?

Bundesamt für Wirtschafts- und Ausfuhrkontrolle, Ref. 411, Eschborn, Tel. 06196 908-400, Internet: www.bafa.de


VI. Förderung von Mini-KWK-Anlagen

Wer ist berechtigt, einen Antrag zu stellen?

o    Privatpersonen und Freiberufler
o    Kleine und mittlere gewerbliche Unternehmen
o    Bestimmte Energiedienstleister
o    Kleine und mittlere Unternehmen, an denen Kommunen beteiligt sind
o    Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften und Zweckverbände
o    Gemeinnützige Investoren

Wie wird gefördert?


Eine Mini-KWK-Anlage wollen Sie bauen, also eine Kombination aus Strom- und Wärmeerzeugung realisieren (Kraft-Wärme-Kopplung, KWK). Bis zu einer Leistung von 50 kW elektrischer Energie steht Ihnen der Staat zur Seite. Allerdings muss Ihre Anlage eine Reihe von Anforderungen erfüllen, u. a. hat die Primärenergieeinsparung mindestens 10 Prozent zu betragen. Der Zuschuss fällt für kleinere Anlagen pro kW größer aus, weil diese Mini-KWKs besonders teuer sind. Mit steigender Leistung sinkt der Förderbetrag, wobei Anlagen mit sehr niedrigen Schadstoff-Emissionen einen Bonus erhalten. Eine Liste förderfähiger KWK-Anlagen finden Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Diese Förderung können Sie zum Teil mit Geld aus anderen Programmen kombinieren (bedingte Kumulation).

Wo gibt´s Informationen und Anträge?

Bundesamt für Wirtschafts- und Ausfuhrkontrolle, Ref. 411, Eschborn, Tel. 06196 908-400, Internet: www.bafa.de; www.mini-kwk.de; www.bmu.de/klimaschutziniative



Illustration: Miro Poferl

Thema: Grünes Geld & Finanzen, Stand: 13.10.2008 von

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