Wir geben Gas! - Der Utopia Autogas-Ratgeber

 




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Was ist Autogas?
Autogas ist ein Kraftstoff für Otto-Motoren, der aus einer Mischung aus Propan und Butan besteht – zwei Kohlenwasserstoffe, die bei der Förderung von Erdöl und Erdgas als Nebenprodukte entstehen. Man kennt es unter anderem als klare Flüssigkeit in handelsüblichen Gasfeuerzeugen. Unter Normaldruck ist es gasförmig, aber wenn man es komprimiert, wird es flüssig. Daher das Kürzel LPG (Liquified Petroleum Gas) für Flüssiggas. Es hat einen hohen Oktanwert (110 ROZ) und kann daher auch von hochverdichtenden Motoren verbrannt werden, die sonst etwa den Kraftstoff Super-Plus benötigen.

Marcel Eger LPG Verteiler Ford Mustang Warum sein Auto auf Gas umrüsten?
Herkömmliche Kraftstoffe fürs Auto sind vergleichsweise teuer, wie Sie möglicherweise schon festgestellt haben. Um Kosten zu senken, suchen viele Autobesitzer jetzt nach einer günstigen Alternative zu Benzin oder Diesel. Autogas ist die derzeit beliebteste und am stärksten verbreitete Alternative zu klassischen Kraftstoffarten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Schonung der Umwelt. Etwa 15 Prozent CO2, circa 20 Prozent Stickoxid und rund 50 Prozent Kohlenwasserstoffe bleiben der Umwelt beim Verbrennen von Autogas gegenüber herkömmlichen Kraftstoffen erspart. Durch die Kombination zweier Antriebssysteme wird zudem die Reichweite eines Fahrzeugs pro Tankfüllung erhöht. Ein Opel Astra zum Beispiel kann mit vollen Gas- und Benzintanks bei moderater Fahrweise rund 1.000 Kilometer fahren, ohne dass er aufgetankt werden muss.

Wie funktioniert das?
Man bringt sein Auto in die Werkstatt, wo im Wesentlichen ein zusätzlicher Gastank (meistens in der Reserveradmulde), eine Leitung zum Motor sowie ein Steuergerät und eine Umschalteinheit im Fahrercockpit eingebaut werden. Je nach Fahrzeugtyp und Baujahr bieten Werkstätten verschiedene Anlage-Typen an: Venturi-, teil- oder vollsequenzielle sowie die etwas jüngeren LPI-Anlagen.

Nähere Einzelheiten zur Funktionsweise dieser Anlagen finden Sie zum Beispiel auf den Seiten von autogas-ratgeber.de.

Ist eine Autogasanlage sicher?

Was die Explosionsgefahr bei Unfällen oder ähnlichem angeht, ja. Zumindest stehen Gastanks den herkömmlichen Benzintanks in puncto Sicherheit in nichts nach. Autogasanlagen müssen ein Sicherheitsventil für den Treibstoff aufweisen, um durch den TÜV zu kommen. Es erzwingt ein kontrolliertes Entweichen des Gases bei Beschädigungen und funktioniert sogar, wenn das Fahrzeug in Flammen steht.

Marcel Eger LPG Ford Mustang HeckklappeWas kostet das?
Die Kostenfrage muss in zwei Teilen beantwortet werden:
Die Investition in eine Umrüstung auf Autogas kostet je nach Fahrzeug zwischen 1.500 und 3.500 Euro. Spezialisierte Kfz-Werkstätten können vergleichsweise leicht abschätzen, wie hoch die Kosten für eine Umrüstung ausfallen, wenn man dort den Fahrzeug- und Motorentyp nennt.
Der Verbrauch ist gegenüber herkömmlichen Kraftstoffen wesentlich günstiger, und zwar noch bis etwa 2018, wenn nichts dazwischen kommt. So lange noch sollen LPG-Fahrzeuge mineralölsteuerreduziert bleiben. Ein Liter Autogas kostet daher momentan circa 69 Cent. Realistischerweise muss man jedoch sagen, dass der Energiewert von Autogas geringer ist als der von Benzin oder Diesel. Man braucht circa 13 bis 15 Prozent mehr Autogas, um eine mit Benzin vergleichbare Leistung zu erzielen. Der reale Vergleichswert liegt daher bei etwa 79 Cent.
Die effektive Sparkurve beginnt für Autogasfahrer im Schnitt bei etwa 40.000 bis 50.000 Kilometern Laufleistung. Dann nämlich hat sich die Investition für eine Umrüstung durch die geringeren Kraftstoffkosten amortisiert.

Welche Fahrzeuge können umgerüstet werden?

So gut wie alle Fahrzeuge mit Otto-Motoren - außer Dieselfahrzeuge.

Was ist der Unterschied zwischen Erdgas und LPG?
Erdgasautos sind im Vergleich zu LPG-Fahrzeugen sogar noch schadstoffärmer, die Mineralölsteuervergünstigung ist noch bis 2020 vorgesehen. Allerdings ist eine Nachrüstung auf Erdgas erheblich teurer als die LPG-Umrüstung, insofern ist der Erdgasbetrieb eher etwas für Neufahrzeuge. Außerdem ist die Versorgung mit nur rund 800 Erdgastankstellen noch nicht ausreichend gewährleistet. Hinzu kommt, dass die Reichweite eines Erdgasfahrzeugs kürzer ist als die eines mit LPG betriebenen.

Worauf muss man achten?
Bei der Umrüstung sollten zum Komplettpaket neben dem Material und dem Einbau auch die Ausstattung mit Schraub-Adaptern für Füllstutzen im Ausland gehören sowie ein Abgasgutachten und – ganz wichtig – die TÜV-Abnahme. Durch den Zusatz von Additiva (z.B. Tunap) wird das Material geschont und so die Lebensdauer des Motors und stark beanspruchter Teile verlängert.
Experten raten wegen der sehr trockenen Verbrennung von Autogas dazu, den Motor nicht dauerhaft über 4.000 Umdrehungen zu fahren, um Beschädigungen zu vermeiden. Außerdem wirkt sich die Umrüstung auch auf die Motorleistung aus. Je nach Fahrzeugtyp und Gasanlage muss mit einem Verlust zwischen drei und sechs PS gerechnet werden. Das gilt allerdings nur für den Gasbetrieb. Bei gängigen Systemen ist ein Umschalten auf Benzinbetrieb bequem möglich. Im Benzin-Modus können dann wieder auf die Tube drücken, wenn Sie das wollen.

Marcel Eger LPG Ford Mustang 1968Wie viele Tankstellen für Autogas/LPG gibt es?
Allein in Deutschland bieten über 4.900 Tankstellen Autogas-Zapfsäulen an, Tendenz steigend. Andere Länder mit guter bis befriedigender Autogas-Versorgung sind Frankreich, Belgien, Niederlande, Tschechien, Italien, Polen, Ungarn, Bulgarien und Portugal.

Übrigens: Das Gerücht, man dürfe Tiefgaragen oder Parkhäuser nicht mit Autogas-betriebenen Fahrzeugen befahren, stimmt nicht. In öffentlichen Gebäuden ist der Betrieb von Gasmotoren grundsätzlich erlaubt.


Das Utopia-Fazit:
Mit Autogas betriebene Motoren sind nicht zu 100 Prozent schadstofffrei und somit nicht klimaneutral. Wer es wirklich ernst meint mit umweltfreundlichem Fahren, der nutzt am besten immer noch das Fahrrad. Dennoch: Für Leute, die auf ein Auto angewiesen sind, sind gasbetriebene Verbrennungsmotoren eine wirkungsvolle, günstige Alternative zum reinen Benzinmotor. Damit wird das Klima auf dem Weg zur völlig schadstoffreien Mobilität zumindest ein wenig entlastet. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • Man kann sofort etwas tun, um Treibhausgasemissionen und den Erdölverbrauch erheblich zu reduzieren.
  • Die Kosten für eine Umrüstung sind nicht gerade niedrig, aber dennoch um ein Vielfaches geringer als der Kaufpreis für einen Neu- oder Gebrauchtwagen mit umweltfreundlicherem Antrieb.
  • Durch geringere Verbrauchskosten lohnt sich die Investition nach einigen 10.000 Kilometern.
  • Die Umrüstung ist auch für ältere Autos geeignet, deren Lebenszyklus dadurch verlängert wird und somit die Entsorgungsquote schmälert.
Weblinks:


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Fotos/Kamera: Philippe Stalla
, Dannie Quilitzsch

 

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  • IngoWerner
    schrieb am 23.12.2009 um 12:46
    Ich halte Erdgas für die bessere Variante, aktuell für die beste Kraftstoffart (Beruflich fahre ich einen Fiat Ducato Natural Kleintransporter mit Erdgasantrieb). Erdgas ist sehr schadstoffarm und -nicht zu vergessen- gelangt durch Gasleitungen zu den Tankstellen. Der Transport per LKW entfällt. Trotzdem bleibt es ein fossiler Brennstoff und darf nur als Übergangstechnologie angesehen werden. Elektroautos betrachte ich zur Zeit sehr kritisch, solange der Strom nicht aus regenerativen Quellen kommt, fällt die Bilanz sogar schlechter als bei einem Fahrzeug mit herkömmlicher Motortechnik.
  • mmorell
    schrieb am 15.01.2009 um 17:54
    Ja, auch ich habe mich mit Umrüstung beschäftigt. Was bleibt: Mit der Gasmischung verbrauche ich einen Stoff, der zur Verbrennung im Automotor zu schade ist! Das Auto ist und bleibt eine fahrende Heizung, die nur einen lächerlichen Anteil der eingesetzten Energie in Bewegung umsetzt. So sehr Mustangfahren Freude bereitet, ich weiß das: Absurd!, 80 kg Mensch mit 1600 Kilo Stahl, Glas, Gummi, Plaste und Öl durch die Gegend zu bewegen, oder?

    Wie wäre es mit Stehen lassen und sich intelligent bewegen?

    Über das heutige, längst veraltete Modell Auto wird man sich bald kaputtlachen, und darüber, dass wir so blöd waren.
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