Simons Suche nach der vegetarischen Wurst
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besser: wissen - machen - kaufen
Das Deutsche Zusatzstoffmuseum ist unscheinbar auf dem Gelände des Hamburger Großmarkts angesiedelt, und ähnelt damit seinem thematischen Inhalt: Wie der Name schon sagt, treten Zusatzstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln selten in den Vordergrund, werden sie von den Herstellern vielmehr gern hinter wohlklingenden Bezeichnungen versteckt oder – wenn irgend möglich – gar nicht deklariert.
Das Museum belegt einen mittelgroßen Raum in einem schlichten Bürogebäude, in der Vitrine im Eingangsbereich verbreiten zahlreiche Plastikdosen und Fläschchen eine sterile Laboratmosphäre. Sie lassen bereits die Richtung erkennen, die Stoffe, die in der „modernen“ Lebensmittelproduktion verwendet werden, sind häufig synthetisch oder so bearbeitet, dass die natürliche Herkunft nicht mehr zu erkennen ist. Vor einer Fototapete, die ein Lebensmittelregal imitiert, sind einige Info-Bildschirme positioniert, Klapptafeln wie im Supermarktkassenbereich enthalten Steckbriefe zu den gebräuchlichsten oder umstrittensten Zusatzstoffen. Hier geht es neben Konservierungs- und Farbstoffen, Trennmitteln und Enzymen auch um Geschmacksverstärker und Aromen, sowie Verdickungsmittel.
Was für ein Aroma! ...
Die menschliche Ernährung orientiert sich sehr stark daran, was dem Gaumen mundet. Diese banale Weisheit ist natürlich auch der Lebensmittelindustrie bekannt, und so ist eines ihrer Ziele, Produkte möglichst „gut“, das heißt vor allem intensiv, und gleichmäßig schmecken zu lassen. Wenn der gekaufte Fruchtjoghurt mal lecker und mal fad schmeckt wird ihn der Konsument zugunsten eines immer gleich fruchtig schmeckenden Produkts verschmähen.
Andererseits unterliegen natürliche Zutaten immer Qualitätsschwankungen, sei es, dass zu wenig Sonnenstunden die Erdbeeren erreicht haben, sei es, dass die letzte Lieferung auf einem anderen Boden gewachsen ist. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, setzen die Hersteller Aromen zu, das heißt zunächst nur, dass die Geschmacksstoffe nicht aus den Früchten selbst stammen, sondern zugesetzt werden: „Natürliches Aroma“ wurde aus (anderen) Früchten gewonnen, „naturidentisches“ synthetisch hergestellt, verfügt aber über die gleiche Molekülstruktur, „künstliches Aroma“ wiederum kommt in der Natur nicht vor, führt aber zum gleichen Geschmacksergebnis.
Kommentare (16)
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Mario_Sedlak
schrieb am 22.08.2010 um 19:57 ¶PizzaExperten
schrieb am 19.08.2010 um 09:58 ¶Kommentar schreiben
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