Stromfresser

Verbrauch flach halten lohnt - wir haben nachgerechnet



Weihnachten schauen nur noch die Wenigsten in die Röhre – stattdessen puhlen Millionen Deutsche an Heiligabend einen neuen LCD- und Plasmafernseher aus dem Geschenkpapier. Allein im Dezember 2007 stieg  der Umsatz laut Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) um fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil der Flachfernseher im gesamten TV-Sortiment liegt mittlerweile bei 93 Prozent (2007), 2003 lag der Anteil noch bei einem Fünftel.

Ihren Ruf, Energiefresser zu sein, haben Flachfernseher leider nicht unberechtigt. Die Plasmatechnik zieht dabei besonders viel Strom. Faustregel: Je größer der Flachbildschirm, desto höher wird die Stromrechnung. Jetzt will hier keiner dem Kinovergnügen zuhause den Kampf ansagen (obwohl ein kleiner schwarzweißer Röhrenfernseher heutzutage ja auch ein Statement ist); aber auf die Energieeffizienz sollte man beim Kauf des flachen Super-Duper-Fernsehers schon achten. Es gibt nämlich auch in diesem Segment Einäugige unter den Blinden. Die ziehen im Verhältnis weniger Strom und sind daher auf Dauer viel günstiger.

Um unserer kleinen, weihnachtlichen Energiespar-Mission ein paar schlagkräftige Argumente zu verleihen, wollen wir heute mal ausrechnen, was an Energie eingespart werden könnte, wenn dieses Jahr jeder Fernseh-Käufer im Weihnachtsgeschäft auf das jeweils energiesparende Gerät zurückgreifen würde. Halten Sie sich fest - es wird beeindruckend.

Welche Daten stehen uns zur Verfügung? Die gfu veröffentlicht Quartalsweise die Verkaufszahlen von Elektronikgeräten. Im vierten Quartal, das durch das Weihnachtsgeschäft dominiert wird, gingen im Jahr 2007 insgesamt rund 163.000 Plasmafernseher und etwa 1.354.000 Geräte mit LCD-Technik über den Ladentisch. Stiftung Warentest hat einzelne Geräte der Produktpaletten jeweils verglichen; bei den getesteten Plasmageräten verbraucht das effizienteste Produkt 367 Kilowattstunden pro Jahr, das Schlechteste zieht 652 Kilowatt pro Jahr. Da uns keine Daten vorliegen, die die Verkaufszahlen für jedes einzelne Gerät aufschlüsseln, müssen wir uns dem Wert annähern. Dafür bilden wir methodisch zulässig den Mittelwert aller getesteter Geräte. Voilá: 446 Kilowattstunden. Hätte jetzt jeder Kunde im vierten Quartal des vergangenen Jahres den energieeffizientesten Plasmafernseher gekauft, läge die Energieersparnis insgesamt bei 1.287.700 Kilowattstunden – und das nur pro Jahr!

Aber wir sind ja noch nicht fertig – den größeren Batzen steuern die LCD-Geräte bei. Und zwar wie folgt: Das sparsamste Gerät liegt bei 68 Kilowattstunden, das Uneffizienteste bei 367 Kilowattstunden. Mittelwert: 207,4 Kilowattstunden. Hätte jeder Kunde zum Stromsparendsten gegriffen, läge die Ersparnis pro Jahr bei insgesamt 188.747.600 Kilowattstunden! Wir addieren und kommen auf ein unglaubliches Einsparpotenzial von 190.035.300 Kilowattstunden – und das allein durch energieeffiziente Flachbildfernseher! Nur im Weihnachtsgeschäft! Das entspricht dem Jahresstromverbauch von 60.000 Haushalten! Noch bildhafter? Ganz Potsdam wäre ein Jahr damit versorgt!

Und jetzt überlegen Sie beim Fernseherkauf noch mal ganz genau, ob sie den kollektiven Hebel ziehen und das energiesparendste Gerät nehmen. Das BMU veranstaltet dazu gerade eine ziemlich gute Kampagne mit vielen Informationen, welche Geräte es zu kaufen lohnt – nicht nur bei Fernsehern, sondern auch bei Waschmaschinen, Kühlschränken und allem anderen, was man in die Steckdose stecken kann. mehr

 

Foto: Fotolia © GYNEX / Illustration: Miro Poferl

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    Josh von Staudach
    schrieb am 20.12.2008 um 19:30
    ... hab ich mich weniger über die Rechenbeispiele. Schon klar, dass da viele kWh gespart werden könnten. Lieber Jan Abele, es wird mir doch nun nicht zur Utopia Masche werden, zum strategischen Konsum den Kauf von effizienteren Neugeräten zu empfehlen? Bitte zumindest nicht ohne die GESAMTE...
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    umweltbrief
    schrieb am 18.12.2008 um 22:34
    Wie aus vielen Verbraucherforen zu entnehmen ist, macht sich nach dem Kauf eines Flachbildfernsehgeräts offenbar häufig die ernüchternde Erkenntnis breit, dass das neue Gerät eine schlechtere Bildqualität bietet als das alte. Doch es kommt noch schlimmer: Bei der Produktion von...
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