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Trennungsgründe

Mein ökorrekter Mülleimer




Schritt 1: Müllvermeidung


Müllvermeidung fängt beim Einkauf an. Unnötige Verpackung kostet Sie doppelt. An der Supermarktkasse zahlen Sie einmal für die Herstellungskosten der Verpackung und bei solchen mit dem Grünen Punkt auch für die Entsorgung an das Duale System Deutschland. Also überlassen wir jeden Müll soweit möglich denjenigen, die ihn in den Umlauf bringen. Der Handel ist seit Langem verpflichtet, alles an Verpackung zurückzunehmen, was Ihnen nicht in den Kram passt. Nutzen Sie die Möglichkeit, und nerven Sie die Händler, indem Sie Umverpackungen im Laden lassen – erst dann werden die den Druck auf die Produzenten erhöhen.

Die Frage, ob Einweg oder Mehrwegverpackung, ist nicht so einfach zu beantworten. Am wichtigsten ist letztlich die Gesamtökobilanz. Mehrweg gibt es ohnehin nur bei Getränken und wenigen Milchprodukten. Während Sprudel und Bier in Glasflaschen am besten aufgehoben ist und den Geschmack behält, kann eine Pet-Flasche ressourcenschonender sein. Hier ist die Umlaufzahl und der Transportaufwand entscheidend. Kunststoff ist nicht wirklich dicht oder neutral, was die Qualität des Inhalts beinträchtigen kann. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man Sprudel und Bier in Glasflaschen vom heimischen oder nächstliegenden Abfüller kauft. Werden Sie also Lokalpatriot und trinken Sie das Bier der Brauerei in Ihrer Stadt, statt das der Großbrauerei, die die EM sponsert.

Beim Thema Recycling von Verpackungen herrschen etliche falsche Vorstellungen. Von den Einwegverpackungsmaterialien werden nur Kunststoffbehälter, Glasbehälter und Dosen aus Eisenblech stofflich wiederverwertet. Im Gegensatt zu früher werden heute auch Joghurtbecher und andere kleinere Kunststoffverpackungen stofflich recycelt, weil der Kunststoff, aus dem sie gemacht sind (Polypropylen), als Recyclingware sehr gefragt ist. Gerade auch Folien sind auf dem Recyclingmarkt begehrt. Um daraus neue Produkte machen zu können, müssen die verschiedenen Kunststoffsorten sorgfältig getrennt werden. Leichtere Sachen wie Joghurtbecher, Nudeltüten, Fertigpizzakartons oder Zahnpastatuben kommen auch oft ins „thermische Recycling“: sie werden verbrannt. Zwar gewinnt man dabei einen Teil der Energie zurück, das Rohstoffpotenzial aber wird vernichtet.

Kartonagen, ob mit oder ohne grünen Punkt gehören allesamt in die Altpapiersammlung. Dort werden sie meist wieder zu Karton. Hier stören dann aber Klebebänder aus Kunststoff, weshalb man diese vorher abziehen sollte. Wenn Sie unbedingt Klebeband, etwa für ein Postpaket, verwenden wollen, kaufen Sie keines aus PVC, sondern nehmen Sie Bänder aus Polypropylen. Das hilft, Dioxine in den Rauchgasen von Müllverbrennungsanlagen zu reduzieren. Am besten allerdings: Kaufen Sie Klebebänder aus nicht armiertem Kraftpapier mit Naturkautschukkleber. Schauen Sie mal beim ökologischen Büroversender memo vorbei, der hat sowas. Kisten aus Holz sind meist umweltneutral und voll verwertbar, werden aber nur im regionalen Handel auch als Mehrweggebinde genutzt.

Meiden Sie auch Aluminiumdosen und andere Aluminiumverpackungen, geschäumtes Material, Verbundmaterialien (alles, was aus mehren Materialien zusammen pappt und sich nicht mehr ohne großen Aufwand trennen lässt). Tetrapacks bestehen zu 75 Prozent aus Zellstoff, der von der Papierindustrie zum Beispiel zu Hülsenkartons oder Wellpappe verarbeitet wird. Alufolie und andere dünnwandige Alugefäße können nicht recycelt werden. Sie verglühen oder verbrennen, wenn man sie einschmelzen will.

Im Regal lassen wir auch alles stehen, was unnötig verpackt ist. Also zum Beispiel portionsweise eingeschweißte Lebensmittel, die zwar bequem zu konsumieren, aber immensen Müll zurück lassen: Kondensmilch in der zusätzlich verschweißten Zwanzig-Mini-Döschen-Packung, diese überzuckerten Modequarks im Achterpack, Weingummi in Minitüten, die dann noch mal in einer großen Plastiktüte stecken oder dieses bekannte Kirschfuselkonfekt, das ungefähr zehn Prozent seines gesamten Verpackungsgewichts ausmacht, weil’s halt luxuriös wirken soll.

Müllvermeidung beschränkt sich aber nicht nur auf Verpackungen. Wir bleiben noch ein bisschen beim Shopping und gehen vom Supermarkt rüber ins Kaufhaus. Dort drängeln wir uns an den Grabbeltisch und freuen uns über ein Duschradio für 3 Euro, einen Minischirm für 99 Cent. Und den Taschenrechner in lustiger Handy-Optik für 2 Euro müssen wir bei diesem Preis auch mitnehmen. Das sind Schnäppchen! Schade nur, dass das Duschradio im Badezimmer kaum Empfang hat, der Minischirm im ersten Maxisturm seinen Meister findet und der lustige Handy-Taschenrechner in irgendeiner Schublade verstaubt. Am Ende haben wir dann viel Müll produziert und dafür auch noch bezahlt.
Gegen Preisbewusstsein ist überhaupt nichts einzuwenden, und auch auf dem Grabbeltisch finden sich manchmal Sachen, die Ihnen ein Leben lang Freude bereiten. Wenn Sie aber für Qualität ein wenig mehr Geld ausgeben, rechnet sich das schnell. Wie viele Billigschraubenzieher haben Sie nach zwei Tagen weggeschmissen, wie viele Taschenlampen, Brotmesser, Teflonpfannen und Kugelschreiber zum Schnäppchenpreis landeten nach kurzem Gebrauch kaputt in der Tonne? Der Autor und Umweltexperte Rainer Grießhammer spricht in diesem Zusammenhang von hohen Lebenszykluskosten. Für Ramsch ist also jeder Preis zu hoch – ein teurer Klappspaten, der 40 Jahre hält, ist das eigentliche Schnäppchen.

Wenn Sie sich von Dingen, die eigentlich noch funktionsfähig sind, trennen möchten, denken Sie daran, dass es immer noch jemanden gibt, der sich darüber freuen könnte.
In jedem Stadtmagazin gibt es eine Zu-Verschenken-Rubrik, und auch bei ebay freuen sich Selbstabholer über Ihren alten Anrufbeantworter – das ist nicht nur sozial, sondern es entlastet auch Ihren kommunalen Müllberg.

Der Tipp von Carl Rheinländer: „Mit Ihrer Wahl für die beste Qualität vermeiden Sie langfristig den meisten Müll. Achten Sie auf eine gute Reparaturfreundlichkeit von Gebrauchsgegenständen. Lassen Sie sich nicht vom Angebot überrumpeln. Der harmloseste Müll ist der, der gar nicht entstanden ist. Da jedes Produkt irgendwann zu Abfall wird, gilt: Kaufen Sie nur, was sie unbedingt brauchen. Sie schonen die Umwelt und Ihren Geldbeutel. Außerdem bleiben Sie individuell und authentisch. Fahren Sie ihr Auto länger als ihr Nachbar, und kaufen Sie Möbel aus massivem Holz und mit Naturfarbenanstrich.“



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Stand: 10.04.2009 von

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    schrieb am 05.01.2011 um 10:32
    Noch ein Tipp zum Thema Wasserflaschen: Wir füllen einen Glaskrug zu drei Vierteln mit Leitungswasser und füllen den Rest mit Sprudelwasser auf. Das Ergebnis ist ein "Mediumsprudel" und wir brauchen zu fünft höchstens einen Wasserkasten pro Woche. Außerdem nehmen wir trotz vermindertem Durstgefühl regelmäßig Wasser zu uns, weil der Krug immer einladend in Sichtweite auf dem Tisch steht. Der Krug wird morgens vor dem ersten Füllen kurz mit Leitungswasser ausgespült und wandert nur alle paar Wochen mal in die Spülmaschine. Das machen wir seit Jahren so und bisher ist übrigens noch keiner davon krank geworden. mehr weniger
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    schrieb am 24.06.2010 um 14:38
    Ich habe noch einen Tipp wegen der vielen Wasserflaschen: Leitungswasser ist das bestgeprüfteste Lebensmittel überhaupt, es ist preiswert, wir brauchen keinen Transport zum Verbraucher, kein Recycling von Wasser -oder Petflaschen. Wer´s gesprudelt mag, der soll sich einen Sprudler anschaffen, das Austasuchen der Gaspatrone und der Kauf sind immer noch billiger und umweltschonender als der wöchentliche Einkauf im Getränktemarkt!

    Christina mehr weniger
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    schrieb am 31.03.2010 um 13:09
    Hier noch ein Tipp zum Thema Recycling. Der Zoo Köln sammelt alte Handys zum Schutz der Gorillas: Anbei der Link mit Informationen und man kann einen Aufkleber ausdrucken, um die Handys versandkostenfrei an den Zoo zu schicken.

    http://www.koelnerzoo.de/zoo-aktuell/neuigkeiten/handys-fuer-gorillas/ mehr weniger
  • gelöscht am 04.04.2010 um 14:24 von Thaitin
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
  • gelöscht am 19.07.2010 um 08:37 von Martin-H
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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