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Ist Gore-Tex Sondermüll?

„Ist die Jacke denn auch aus Gore-Tex?“ – Der Stoff, den viele Outdoor-Hersteller in ihren Jacken, Schuhen und Accessories verwenden, ist für viele Verbraucher eine Garantie dafür, dass sie auch im stärksten Regen trocken bleiben – und dennoch nicht ins Schwitzen kommen, weil das Material atmungsaktiv ist. Das stimmt auch. Für viele steht Gore-Tex aber auch– wie die Outdoor-Branche im Allgemeinen – für Freiheit, Abenteuer und Natur. Und nicht ohne Zutun gekonnter Werbefeldzüge verbindet man damit auch gleich ökologische, umweltfreundliche Produkte. Das ist Gore-Tex nicht.


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Die Gore-Tex Membran besteht aus PTFE (bei Pfannen und Töpfen kommt der Stoff unter dem Namen „Teflon“ zum Einsatz ). PTFE geriet in den letzten Jahren zunehmend in die Kritik, da bei der Herstellung Fluorverbindungen zum Einsatz kommen, die im Verdacht stehen, gesundheitsschädlich und sogar krebserregend zu sein. Bei der Verbrennung und Deponierung können die gefährlichen Stoffe in die Umwelt gelangen und sich aufgrund ihrer Langlebigkeit dort anreichern. Darum müssten zu entsorgende Kleidungsstücke aus Gore-Tex eigentlich als Sondermüll behandelt werden.

Gute Alternativen

Sympatex wird von zahlreichen Herstellern verwendet und gilt als mindestens genauso wasserdicht und atmungsaktiv wie Gore-Tex – besteht aber aus gesundheitlich unbedenklichen Polyetherester Verbindungen (ähnlich wie PET-Flaschen). Zwar ist auch das Plastik, kann aber vollständig recycelt werden.
Vaude – das Outdoorunternehmen vom Bodensee, das man guten Gewissens als Branchenvorreiter bezeichnen darf, verwendet mit Ceplex einen atmungsaktiven, wasserdichten hauseignen Stoff – der ebenfalls absolut zu empfehlen ist.
Thema: Klima- und Umweltschutz, Stand: 26.01.2012 von

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    schrieb am 31.10.2013 um 10:34
    Einfach mal im Lexikon nachschauen http://de.wikipedia.org/wiki/PFOA

    Bei der Produktion von Teflon entsteht schon die Fluorverbindung PFOA - und die absolut ist nicht biologisch abbaubar. Sogar Dioxin ist schwer abbaubar. PFOA tritt auch nach der Produktion noch aus Teflon aus und sammelt sich in uns und in der gesamten Fauna an.
    Teflon hat also dasselbe verdient wie Asbest - ein Verbot.
    (Im Traunsteiner Heimatmuseum steht noch die Puppe eines Salinenarbeiters mit Asbestanzug - hinter Glas.) mehr weniger
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    schrieb am 08.08.2012 um 11:28
    Über dieses Material habe ich mir wirklich nie Gedanken gemacht, danke für den informativen Bericht. Ich wusste auch nicht, dass es sich um das gleiche Zeug wie in Teflonpfannen handelt. Wobei ich dem "beschichtete Pfannen erzeugen Krebs"-Hype niemals viel Beachtung geschenkt habe. Gibt es denn da einen Vergleich von unabhängigen Studien, üder die man sich als Laie mal richtig in die Materie (oder eher das Material) einlesen kann? Und wie sieht es überhaupt mit einer Kennzeichnungspflicht aus? Klar, das Material hat bei der breiten Masse der Outdoor-Käufer einen Top-Ruf und jeder Hersteller wird sicherlich darauf achten, ganz groß "besteht aus Gore-Tex" auf sein Klamotten drauf zu schreiben. Aber wenn ich mir jetzt hier mal in so einen Shop reinschaue dann sehe ich da bestimmt auch viele Produkte, denen ich nicht sofort ansehe, dass sie Gore-Text enthalten und wenn das Image einmal ins negative umschlagen sollte, dann lassen die den Vermerk weg und eine Kennzeichnungspflicht gibt es nicht. Oder gibt es die bereits? mehr weniger
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    schrieb am 31.05.2012 um 16:40
    Mich würde mal interessieren warum man Vaude guten Gewissen als ökologischen Vorreiter bezeichnen darf. Weil es einen teuren Werbevertrag mit Utopia hat? Naja Utopia will auch nur Geld verdienen. Aber denkt daran mit so einer platten Werbung macht man sich auch unglaubwürdig.
    Davon Abgesehen sollte man wirklich alle halogenorganischen Verbindungen meiden, ob es nun Gore-Tex, Imprägnierspray oder Teflon, PVC, Flammschutzmittel, Farbstoffe usw. sind. Denke in dem Bereich wird es in Zukunft noch einiges an staatlichen Regulationen und Verboten geben, aber die Halogenchemie ist kämpft natürlich mächtig dagegen. Eigendlich sollte man die ganze Halogenchemie grundsätzlich verbieten und nur Ausnahmegenehmigungen für ein paar wenige sinnvolle Anwendungen vergeben. mehr weniger
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    schrieb am 09.02.2012 um 18:05
    Dude, hochmolekular heisst: hohes Molekülgewicht, im einfachsten Fall sehr lange Kette (mehrere Tausend Kohlenstoffatome). Damit nicht wasserlöslich. Anders PFOS/PFOA: 8 Kohlenstoffatome, plus Säuregruppe - ergo gut wasserlöslich und ganz anderes biologisches/ökologisches/toxikologisches Verhalten. Sehr wohl nachzulesen in den anderen Quellen. Hätte das UBA bei Deinem Zitat PTFE gemeint, hätte es das sicher auch genannt. Alles andere ist eine sachlich nicht begründete Verallgemeinerung, auch wenn der Überbegriff PFC verwendet wird, beziehen sich die Bedenken wohl auf die wasserlöslichen, verfügbaren Stoffe

    Bei der Produktion von Fluorpolymeren wurde bisher PFOA (nicht PFOS) eingesetzt, dessen Freisetzung durchaus bedenklich zu sein scheint. Die amerikanische Umweltbehörde hat mit den Herstellern die Emissionsminimierung und Substitution bis 2015 vereinbart, heute wohl schon weitgehend umgesetzt, was man auf der EPA-Website nachvollziehen kann. Ansonsten sind hier keine konkreten Hinweise für weitere Schlechtigkeiten in der Herstellung zu finden.

    Mein Hinweis/P.S. auf die Schädlichkeit jeglichen Qualms soll heissen: Jede unsachgemässe, unvollständige Verbrennung sollte vermieden werden, weil dabei erhebliche Schadstoffmengen im Qualm entstehen. Das ist nicht als Verharmlosung gemeint, wie Du nahelegst. Es gibt noch andere Gründe, warum die Papiertüte nicht in den Ofen oder Kamin gehört.... sondern nur trockenes Holz. Deswegen ist das Flusssäure-Argument aus meiner Sicht ziemlich hypothetisch, denn kein vernünftiger Mensch wird eine Jacke zuhause in den Ofen stopfen oder aufs Osterfeuer schmeissen. In der Abfallverbrennung wird die Säure in der Abgasreinigung neutralisiert, da kommt nichts in die Umwelt, schon gar keine Flusssäure.

    Zu strategischem Konsum gehört für mich vor allem auch, dass man das Kind nicht mit dem Bad ausschüttet. Plakative Parolen wie bei diesem Ratgeber, zumal auf schwächster Recherchebasis, unterstützen aber genau solche Reaktionen. Dass Goretex, Event und Co PTFE enthalten ist lange und hinlänglich bekannt und wird von den Herstellern kommuniziert. Genauso, dass alle haltbaren, wasserabweisenden Textilausrüstungen für Regenjacken auf Fluor-Basis hergestellt sind. Kann man jedem guten Sportgeschäft erfahren.

    Die PFOA-Restgehalte werden in Milliardstel-Anteilen (ppb) gemessen (s. Öko-Test und Grenzwerte Öko-Tex und bluesign) Und das BfR sagt auch, dass die PFC-Aufnahme aus Bekleidung minimal ist (<1% der Gesamtmenge, wenn überhaupt). Die Hersteller arbeiten offensichtlich an weitere Minimierung - wo ist da wirklich noch ein Problem?

    All diesen Jacken sind Kunstfasertextilien gemeinsam, mit allen damit verbundenen Umweltthemen, so dass der Unterschied im Membranmaterial (extrem dünn, wenige Gramm pro Jacke) wohl kaum ins sprichwörtliche Gewicht fällt. Für meinen Teil halte ich eine ressourceneffiziente Färbung mit guten, farbechten Farbstoffen für einen der wesentlich gewichtigeren Faktoren, zusammen mit hoher Qualität und langer Lebensdauer.... womit ich, BITTE, nichts verniedlichen, sonden nur ins Verhältnis setzen möchte, damit eine wirklich effektive (also: ökologisch wirksame) Konsumstrategie draus wird. Auch unter dem Aspekt den Patagonia über seine eignen Klamotten ins Spiel bringt: "Don´t buy this jacket" (wenn Du sie nicht wirklich brauchst). mehr weniger
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    schrieb am 03.02.2012 um 17:40
    Ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen, also auf die Gefahr hin, dass dies schon bekannt ist:
    http://www.zentrum-der-gesundheit.de/teflon-ia.html
    Ein interessanter Link über die Gefahren von Teflon-Kochgeschirr.
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