Die Situation der Wälder ist dramatisch. Zu diesem Fazit kommt der WWF anlässlich des Tages der Tropenwälder. „Seit letztem Herbst sind weltweit schätzungsweise 13 Millionen Hektar Wald verschwunden, hauptsächlich in den artenreichen Tropen“, sagt WWF-Experte Markus Radday. Schuld seien Waldbrände, illegaler Holzeinschlag und die Umwandlung von Wald in Ackerflächen. Damit gehen im Minutentakt wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere wie Orang-Utans und Elefanten verloren. Mit jedem Baum verschwindet außerdem ein Klimaschützer: „Bäume sind Kohlenstoffspeicher. Sie wandeln das Klimagas Kohlendioxid in Kohlenstoff um und binden es in ihrer Biomasse, tropische Bäume besonders viel. Deshalb sind wir auf den Schutz der Wälder angewiesen.“
Tropen sind Klimakünstler
Sämtliche Ökosysteme der Landoberfläche nehmen Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf. Die Tropen sind dabei wahre Klimakünstler. Berechnungen des WWF zufolge speichert ein einzelner großer Urwaldbaum etwa so viel Kohlendioxid, wie ein Auto auf einer Strecke von 50.000 Kilometern verursacht. Der in den tropischen Torfwäldern Indonesiens gelagerte Kohlenstoff würde bei seiner Freisetzung etwa zehntausendmal so viel CO2 erzeugen, wie Berlin in einem Jahr ausstößt.
Wie lange die Wälder noch ihren Dienst tun können, ist fraglich. Denn die Tropenregionen sind der weltweite Brennpunkt der Waldzerstörung. Über 90 Prozent der jährlichen Entwaldung finden dort statt. Aber auch in den gemäßigten und nördlichen Breiten geraten Wälder immer mehr unter Druck. So leiden die Wälder in Russland, dem Land mit den drittgrößten Urwaldflächen, unter massiven Bränden. In diesem Jahr hat eine gefährliche Mischung aus Fahrlässigkeit, fehlender Vorsorge und krimineller Energie Russland einen Feuersommer bislang ungeahnten Ausmaßes beschert.
Europäisches Holzhandelsgesetz notwendig
In Zeiten des Klimawandels muss der Waldschutz weltweit ausgeweitet werden, fordert der WWF. „Es müssen mehr Schutzgebiete her, vor allem aber brauchen die Entwicklungsländer finanzielle Anreize, ihre fürs Weltklima wichtigen Wälder zu erhalten. Auf internationaler Ebene drängt der WWF daher auf die schnelle Einigung auf ein Verfahren zur Entschädigung der großen Waldnationen für den Erhalt ihrer Wälder im Rahmen des REDD-Mechanismus („REDD - Reduced Emissions from deforestation and forest degradation“). Außerdem müssen wir denjenigen, die Wälder illegal abholzen, den Hahn zudrehen.“ Dafür brauche es ein starkes europäisches Holzhandelsgesetz, das der EU-Ministerrat im Herbst verabschieden will. Kommt das Gesetz, ist die Einfuhr von Holz und Holzprodukten aus illegalen Quellen nach Europa endlich verboten.
Schon heute kann jeder zum Schutz der Wälder beitragen – ganz einfach durch Achtsamkeit beim Einkauf. Wer zu Holz- und Papierprodukten mit dem Garantiesiegel FSC greift, trägt garantiert ein Produkt nach Hause, das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt.
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Quelle: WWF Deutschland


Kommentare (30)
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Ich frage mich allerdings, warum nicht längst per Gesetz zumindest verboten ist, mit Holz oder einem Holzprodukt zu handeln, das von den letzten Resten der Urwälder unserer Erde kommt.
Wieso labern die großen Parteien so viel von Nachhaltigkeit, Umweltschutz etc, und schaffen nicht einmal ein solches Gesetz - europaweit - zu verabschieden?
Natürlich sind da auch die meisten Konsument/innen mit Schuld, und zwar a u c h in ihrer anderen Funktion als Wähler/innen - und auch als Nichtwähler/innen (denn es gibt Parteien, die solche Gesetze verabschieden würden, wenn sie die Mehrheit hätten)
Eine Gesetztesänderung zur Regelung der Beleuchtung an Fahrrädern liegt seid Jahren brach - eine Gesetzteänderung zur Laufzeitverlängerung von AKW´s kann mal eben durchgedrückt werden.
Deshalb ist das so !
1) auch in den borealen Wäldern Russlands werden Urwälder zerrstört. Die Bäume die hier verarbeitet werden sind Fichten, Kiefern und Lärchen. Entsprechende Produtke landen auf dem Deutschen Markt - das Fichten-Brett im Baumarkt sagt mir nicht woher es kommt.
2) Auch in Mitteleuropa ist Forstwirtschaft nicht mehr, dass was es einmal war. Wälder dürfen nicht mehr alt werden, Waldarbeiter werden durch Maschinen ersetzt, es werden vermehrt nicht heimische Baumarten gepflanzt und auch noch die letzten für den Nährstoffhaushalt so wichtigen Äste und Krone genutzt.
Von daher: Wenn möglich Holz aus deutschen Wäldern kaufen - denn hier wird die ökologisch beste Forstwirtschaft der Welt betrieben - ganz gleich ob mit oder ohne FSC Zertifikat. (Mit der Tabelle stimme ich als Forstingenieur nicht überein -zumindest was die Buche, Eiche etc. ohne Zertifikat aus Westeuropa betrifft.)
Ist die Waldbewirtschaftung dort weniger gut bzw. verlässlich?
Bei der Monokultur bist Du nicht fair. Die Monokultur in Südamerika musst die mit der nicht FSC-zeritifzierten Monokultur im gleichen Land vergleichen. Die Unterschiede sind hier beträchtlich.
Was heißt nicht fair! FSC erweckt den Eindruck, dass alles ökologisch ist. Der Verbraucher bekommt das Gefühl, mit gutem Gewissen das Holzprodukt kaufen zu können, dem ist leider nicht immer so.
Künstliche Monokulturen sind immer schlecht, von daher sage ich auch, Holz aus deutschen Wäldern zu kaufen. Und bei Papier gilt ohnehin, nur Recycling zu kaufen.
Nur um es klar zu stellen - FSC ist das beste Holzzertifikat, das zur Zeit auf dem Martk ist. Aber leider ist es wie immer - es gibt nicht nur schwarz und weiß.
Zu den Monokulturen: FSC lässt diese nur dann zu, wenn sie vor 1994 etabliert wurden. Es geht also darum eine bestehende Monokultur umzuwandeln in eine deutlich besser bewirtschaftete FSC-Monokultur. Die Umwandlung von Naturwäldern in Plantagen ist mit FSC ausgeschlossen Im übrigen sagt z.B. der WWF, dass Plantagen der Druck auf Naturwälder senken. Ohne Plantagenwirtschaft ist schlicht der Holzhunger der Welt nicht zu stillen!
Die Lösung: auch heimische Wälder müssen nach FSC zertifiziert werden. Wenn man dann in einem zweiten Schritt, noch die Auskunft erhält, dass das Holz aus heimischen Wäldern stammt (das muss man dann auch glauben) umso besser.
Zur deutschen Forstwirtschaft: neulich habe ich einen kanadischen Forstmann gefragt, wo er glaubt, dass die beste Forstwirtschaft der Welt wäre. Die Antwort: Kanada!
Wir sollten bei uns anfangen und jene Bäume kultivieren, die auch tatsächlich in der jeweiligen Region zuhause sind.
die Fichtenmonokulturen sind natürlich auch mir ein Dorn im Auge - glücklicherweise werden Sie im deutschen Staatsforst seit rund 20 Jahren Schritt für Schritt in Mischwälder mit Buche, Eiche und Hainbuche umgewandelt. Bei den Privatwäldern sieht das leider noch anders aus. Das besondere an der deutschen und auch österreichischen Forstwirtschaft ist die Entnahme von Einzelbäumen ,der sog. Dauerwald. Kahlschläge werden so gut wie nicht mehr gemacht - natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Wenn jedes Land diese Art der Forstwirtschaft übernehmen würde, hätten wir nicht die Probleme, die wir heute auf der Welt haben.
Eine besssere Forstwirtschaft geht natürlich immer.
Zur Fichte: Die Fichte sollte nach wie vor in Deutschland angebaut werden, allerdings nicht als Monokultur und auch nur dort, wo sie dem Klimawandel gerecht wird. Denn wenn wir keine fichte mehr anbauen, holen wir sie aus Rußland oder Skandinavien, wo sie im absoluten Raubbau geerntet wird. Und bis Rußland eine Forstwirtschaft betreibt, die an unsere herankommt, das werde zumindest ich nicht mehr erleben. Und wir wollen doch nicht sagen: unser wald ist ökologisch, aber das Holz holen wir aus dem Ausland, wo Raubbau betrieben wird. Aber das ist nur meine Meinung.
Was ich weiß, ist, dass einfach jahrzehntelang allen erklärt wurde die Fichte sei ein "Wunderbaum" und besser als jeder andere Baum, deswegen sieht man sie ja so oft in Gegenden, in den sie wenn dann nur wenig wachsen sollte...
Sehr traurig :( Aber das ist ja eh in jedem Bereich so, wenn wir alle ein wenig schlauer wären und jedes Land nicht nur wirtschaftlich, sondern auch mal ökologisch klug handeln würde, hätten wir eh kaum Probleme...
Selbst Personen, die FSC ins Leben gerufen haben, sehen da inzwischen Vieles kritisch.
Mehr dazu:
http://www.fsc-watch.org/ (auf Englisch)
http://www.regenwald.org/regenwaldreport/2010/301/die-label-luge-fsc-zertifikat-als-turoffner-fur-regenwaldabholzer
http://www.regenwald.org/12-fragen (vor allem Punkt 11)
http://www.netzwerk-regenbogen.de/waldtp090316.html
http://www.netzwerk-regenbogen.de/waldfsc030414.html
http://www.regenwald.org/regenwaldreport.php?artid=301
Für mich als Verbraucher ist das natürlich alles sehr schwierig zu überblicken. Wenn ich im Laden stehe, will ich anhand einfacher, aber glaubwürdiger Merkmale eine Kaufentscheidung treffen können. Aha, Demetersiegel auf dem Käse, dann weiß ich, der wurde ökologisch produziert. FSC-Siegel im Baumarkt, dann vertraue ich auch, dass hier ökologisch und sozial verträglich produziert wurde. Glaubwürdigkeitsträger sind dabei für mich Umweltverbände wie der WWF, Greenpeace und NABU, die den FSC unterstützen. Diese NGOs würden wohl kaum über so lange Zeit hinweg ihren Namen für ein System hergeben, an das sie nicht glauben.
Kritische Stimmen zum FSC sind sicherlich teilweise angebracht. Aber ich finde auch bei den Kritikern sollte gelten, dass man deren Argumente ebenso kritisch hinterfragt und nicht einfach alles glaubt.
Also bei Max Bahr wussten sie, woher das Holz stammt. und auch zu meinem Eichentisch, den ich mir in einem kleineren Möbelladen gekauft habe, konnte mir Auskunft gegeben werden, woher das Holz stammt. Von daher kann ich das nicht bestätigen, dass der Verkäufer nicht weiß, woher das Holz kommt.
Sie schreiben: ".....die erzählen doch was sie wollen" - das ist ein Totschlagargument!
"Zur deutschen Forstwirtschaft: neulich habe ich einen kanadischen Forstmann gefragt, wo er glaubt, dass die beste Forstwirtschaft der Welt wäre. Die Antwort: Kanada!"
- auch das ist ein Totschlagargument! Was soll ich darauf antworten? Glaub mir, oder glaub mir nicht?
Ich beschäftige mich seit 15 Jahren mit der deutschen Fortswirtschaft - und mein Eindruck ist sehr gut - Verbesserungen gibts immer, keine Frage.
Mir geht es nicht um das "Schlecht machen" von FSC. Wären wir hier im Blog von der Bild-Zeitung, hätte ich mich gar nicht geäußert, denn ich wäre schon froh, wenn die Menschen wüssten, dass es FSC gibt. Aber wir sind hier bei Utopia, einem Blog mit Menschen, die ihren Horizont erweitern wollen und hinter die Fassaden blicken wollen. Und deshalb ist es so, dass FSC nicht automatisch gut ist. Es gibt viele Kritiker, auch Umweltschützer (siehe Robin Wood und Rettet den Regenwald e.V.) FSC hat Fortschritte gemacht, wie Sie auch beschreiben. aber es gibt noch sehr, sehr viel zu tun.
Für mich habe ich entschieden, auf Tropenholz zu verzichten und Holzprodukte aus Holz aus deutschen Wäldern zu kaufen.
Meiner Meinung nach der richtige Schritt. (Neben Tropenholz würde ich Holz aus nicht-tropischen Urwäldern mit einbeziehen.)
Ich kaufe FSC-Holzprodukte und versuche diese aus regionalen Quellen zu bekommen. Bei Papier hat natürlich Recycling Priorität.
Bei Papier bin ich ebenfalls für Recycling.
naja unter dem Strich habe ich endlich mal einen verlässlichen Anhaltspunkt für meine in absehbarer Zeit anstehenden Terrassen und Haus"auffrischungsaufgaben". Steinterrasse weg - Holz druff.
Beispiele aus Brasilien, Schweden und Indonesien zeigen, das Nachhaltigkeit hier nicht gewährt ist.
Menschenrechtskonflikte und Landraub sind an der Tagesordnung, viele Länder brauen erst eine Land- und Bodenreform bevor solche Strategien funktionieren.
Kauft Papier nur mit dem Blauen Engel, das ist eine Garantie für Recycling Papier und Holz aus einheimischen Beständen. Unterstützt nicht den Raubbau an den letzten tropischen Wäldern.
dieser ist im ständerwerk aus fichtenkonstruktionsleimholz gefertigt, der wg soll ja nicht so teuer wie ein kleines häuschen sein. dafür hab ich mir dann aber wieder am boden eichendielen gelegt, mit kokus-sisal matten als dämmung. klar, hätte ich mir auch den preiswerten eichenparkett mit geringer nutzschicht hinlegen können und mir so mindestens 1000 euro sparen können, hab mir aber vom meister sagen lassen, das es ein toller boden sei und gut zu verarbeiten. an einem tag haben wir die ganzen dielen 22qm verlegt. es hat fast 30 grad jetzt schon und ich kann schon fast das ganze haus mitheizen ohne auch nur eine solarzelle. jetzt bin ich glücklich, was sich im sommer jedoch schnell ändern wird, weil die beschattung noch fehlt. wenn du einen baum zum richtigen zeitpunkt fällst, braucht du auch keine konservierungschemikalien und die europäische eiche oder auch andere unbekanntere hartholzarten wie zum beispiel die robinie besitzen ungeahnte fähigkeiten. leider ist viel wissen unserer ahnen heute verlorengegangen und wir rollen wie eine dampfwalze über die landschaft.
vor kurzem las ich über kohletagebau in den staaten, der einfachst durch landschaftssprengung durchgeführt wird. auch hier wird einfach nur die natur bekriegt. ich glaube aber daran, das viele nationen begreifen, das sie ihren kindern eine überlebbare natur hinterlassen werden müssen, weil sonst der kollaps droht. helfen wir den schwachen lebewesen.. denn sie haben es verdient... wir haben was davon.
gruuss
Aber jetzt mal im Ernst: Wer kauft sich denn heute noch Holz?
Wenn man Möbel benötigt, geht man ins Möbelgeschäft.
Wenn man Häusslebaut, kommt das Holz vom Hausbauer.
Wenn man Heimwerkelt geht es zu OBI und die USB Platten werden auf dem Einkaufswagen gestapelt.
Der Artikel ist eher etwas für die Holz verarebietende Industrie bzw. Handwerksbetriebe und die müssen eben einen stabilen Preis knapp oberhalb der Baumarktgrenze anbieten um wettbewerbsfähig zu bleiben. Also kommen die automatisch in eine Zwickmühle.
Generell sollten mit Bioziden behandelte Hölzer verboten werden und da wo es geht auf Hanf ungestiegen werden z.B. in der Papierindunstrie, damit die heimischen Wälder geschont werden und genug Bauholz übrig bleibt.
Aber trotz allem, ein schöner Artikel.
nambio