Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Tag der Tropenwälder

Augen auf beim Holzeinkauf!


Die Situation der Wälder ist dramatisch. Zu diesem Fazit kommt der WWF anlässlich des Tages der Tropenwälder. „Seit letztem Herbst sind weltweit schätzungsweise 13 Millionen Hektar Wald verschwunden, hauptsächlich in den artenreichen Tropen“, sagt WWF-Experte Markus Radday. Schuld seien Waldbrände, illegaler Holzeinschlag und die Umwandlung von Wald in Ackerflächen. Damit gehen im Minutentakt wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere wie Orang-Utans und Elefanten verloren. Mit jedem Baum verschwindet außerdem ein Klimaschützer: „Bäume sind Kohlenstoffspeicher. Sie wandeln das Klimagas Kohlendioxid in Kohlenstoff um und binden es in ihrer Biomasse, tropische Bäume besonders viel. Deshalb sind wir auf den Schutz der Wälder angewiesen.“

Tropen sind Klimakünstler

Sämtliche Ökosysteme der Landoberfläche nehmen Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf. Die Tropen sind dabei wahre Klimakünstler. Berechnungen des WWF zufolge speichert ein einzelner großer Urwaldbaum etwa so viel Kohlendioxid, wie ein Auto auf einer Strecke von 50.000 Kilometern verursacht. Der in den tropischen Torfwäldern Indonesiens gelagerte Kohlenstoff würde bei seiner Freisetzung etwa zehntausendmal so viel CO2 erzeugen, wie Berlin in einem Jahr ausstößt.
 
Wie lange die Wälder noch ihren Dienst tun können, ist fraglich. Denn die Tropenregionen sind der weltweite Brennpunkt der Waldzerstörung. Über 90 Prozent der jährlichen Entwaldung finden dort statt. Aber auch in den gemäßigten und nördlichen Breiten geraten Wälder immer mehr unter Druck. So leiden die Wälder in Russland, dem Land mit den drittgrößten Urwaldflächen, unter massiven Bränden. In diesem Jahr hat eine gefährliche Mischung aus Fahrlässigkeit, fehlender Vorsorge und krimineller Energie Russland einen Feuersommer bislang ungeahnten Ausmaßes beschert.

Europäisches Holzhandelsgesetz notwendig

In Zeiten des Klimawandels muss der Waldschutz weltweit ausgeweitet werden, fordert der WWF. „Es müssen mehr Schutzgebiete her, vor allem aber brauchen die Entwicklungsländer finanzielle Anreize, ihre fürs Weltklima wichtigen Wälder zu erhalten. Auf internationaler Ebene drängt der WWF daher auf die schnelle Einigung auf ein Verfahren zur Entschädigung der großen Waldnationen für den Erhalt ihrer Wälder im Rahmen des REDD-Mechanismus („REDD - Reduced Emissions from deforestation and forest degradation“). Außerdem müssen wir denjenigen, die Wälder illegal abholzen, den Hahn zudrehen.“ Dafür brauche es ein starkes europäisches Holzhandelsgesetz, das der EU-Ministerrat im Herbst verabschieden will. Kommt das Gesetz, ist die Einfuhr von Holz und Holzprodukten aus illegalen Quellen nach Europa endlich verboten.
 
Schon heute kann jeder zum Schutz der Wälder beitragen – ganz einfach durch Achtsamkeit beim Einkauf. Wer zu Holz- und Papierprodukten mit dem Garantiesiegel FSC greift, trägt garantiert ein Produkt nach Hause, das aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt.

Auf der nächsten Seite finden Sie unsere Tipps für den Einkauf von Holz! >>

Informieren sich über einen Baumsparvertag im Produktguide – einfach hier klicken!

 

Quelle: WWF Deutschland

Seite 1 / 3
Stand: 14.09.2010 von

Kommentare (30)   abonnieren

  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 14.09.2010 um 13:50
    Sehr gut, dass Ihr diesem extrem wichtigen Thema hier einen Artikel widmet. Die Leute scheinen es einfach immer wieder zu vergessen, oder sogar immer noch nicht zu wissen. Fast alle meine näheren Verwandten kaufen immer noch Sachen aus Holz ohne FSC Siegel - Und auch wenn es da schon mal in Ausnahmefällen Korruption gab, ist es immer noch wenigstens ein viel wahrscheinlicher nachhaltiges Holz, v.a. wenn es von jenseits von Europa kommt, aber auch bei Holz aus Russland oder Finnland.

    Ich frage mich allerdings, warum nicht längst per Gesetz zumindest verboten ist, mit Holz oder einem Holzprodukt zu handeln, das von den letzten Resten der Urwälder unserer Erde kommt.

    Wieso labern die großen Parteien so viel von Nachhaltigkeit, Umweltschutz etc, und schaffen nicht einmal ein solches Gesetz - europaweit - zu verabschieden?

    Natürlich sind da auch die meisten Konsument/innen mit Schuld, und zwar a u c h in ihrer anderen Funktion als Wähler/innen - und auch als Nichtwähler/innen (denn es gibt Parteien, die solche Gesetze verabschieden würden, wenn sie die Mehrheit hätten)
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 09:16
    Hallo Muab-renielk, es gibt seit Juli diesen Jahres ein EU-Gesetz, dass den Import von Holzprodukten aus illegaler Herkunft stoppen soll. Siehe http://www.wald.de/eu-parlament-stimmt-fuer-urwaldschutz/
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 19.09.2010 um 10:25
    ...weil unserer "großen Parteien" es auch nicht schaffen sich gegen andere Dinge durchzusetzten, wie zb. eine vom Volk gewollte Abschaltung der AKW´s oder auch so banale Dinge wie ein attraktive öffentliche Individualbeförderung oder vernünftige Radwege.
    Eine Gesetztesänderung zur Regelung der Beleuchtung an Fahrrädern liegt seid Jahren brach - eine Gesetzteänderung zur Laufzeitverlängerung von AKW´s kann mal eben durchgedrückt werden.

    Deshalb ist das so !
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 14.09.2010 um 13:55
    Positiv zu erwähnen finde ich auch folgende unglaublich tolle Initiative: http://www.utopia.de/blog/beitrag/36-mio-baeume-gepflanzt-und-es-geht
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 16.09.2010 um 19:23
    Zu erinnern ist auch an die schleichende Vertrocknung von Böden, verschärft durch den Klimawandel wegen häufigerer und z.T. auch längerer Dürreperioden, die Gebiete zu Halbwüsten und Wüsten macht, die ohnehin schon sehr arrid sind. Diese Desertifikation hat z.B. weniger Sauerstoff in der Atmosphäre zur Folge (weil weniger Pflanzen, die Photosyntheses betreiben), wodurch ein aufsteigender Circulus Vitiosus innerhalb des Klimawandels in Gang gesetzt ist
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 08:36
    Die Tabelle auf S.3 des Artikels ist spannend. Hier wird auch für heimische Holzarten zum FSC geraten. Das ist aus meiner Sicht ganz wichtig aus 2 Gründen:
    1) auch in den borealen Wäldern Russlands werden Urwälder zerrstört. Die Bäume die hier verarbeitet werden sind Fichten, Kiefern und Lärchen. Entsprechende Produtke landen auf dem Deutschen Markt - das Fichten-Brett im Baumarkt sagt mir nicht woher es kommt.
    2) Auch in Mitteleuropa ist Forstwirtschaft nicht mehr, dass was es einmal war. Wälder dürfen nicht mehr alt werden, Waldarbeiter werden durch Maschinen ersetzt, es werden vermehrt nicht heimische Baumarten gepflanzt und auch noch die letzten für den Nährstoffhaushalt so wichtigen Äste und Krone genutzt.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 09:00
    FSC ist gut, aber blind vertrauen sollte man diesem Siegel auch nicht. Eine kilometergroße Monokultur aus Eukalyptusholz in Südamerika senkt den Grundwasserspiegel und ist ökologisch tot. Hat aber ein FSC Zertifikat - super!
    Von daher: Wenn möglich Holz aus deutschen Wäldern kaufen - denn hier wird die ökologisch beste Forstwirtschaft der Welt betrieben - ganz gleich ob mit oder ohne FSC Zertifikat. (Mit der Tabelle stimme ich als Forstingenieur nicht überein -zumindest was die Buche, Eiche etc. ohne Zertifikat aus Westeuropa betrifft.)
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 14:38
    "Mit der Tabelle stimme ich als Forstingenieur nicht überein -zumindest was die Buche, Eiche etc. ohne Zertifikat aus Westeuropa betrifft."

    Ist die Waldbewirtschaftung dort weniger gut bzw. verlässlich?
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 09:21
    Das Problem ist ja, dass ich als Verbraucher nicht weiß woher das Holz in meinem Holzprodukt stammt. Das gleiche gilt für Papier. Solange ich nicht sicher sein kann, dass mein Holzprodukt aus deutschen Wäldern stammt, führt an FSC kein Weg vorbei. Zeig mir mal die Fichten-Diele im Baumarkt die gekennzeichnet ist mit "Fichte aus Deutschland".
    Bei der Monokultur bist Du nicht fair. Die Monokultur in Südamerika musst die mit der nicht FSC-zeritifzierten Monokultur im gleichen Land vergleichen. Die Unterschiede sind hier beträchtlich.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 09:37
    Deswegen sollte man immr fragen, wo das Holz herkommt. Nur so erhält der Verkäufer ein Bild vom Käuferwunsch. Und in der Regel wissen die Verkäufer, woher das Holz stammt.
    Was heißt nicht fair! FSC erweckt den Eindruck, dass alles ökologisch ist. Der Verbraucher bekommt das Gefühl, mit gutem Gewissen das Holzprodukt kaufen zu können, dem ist leider nicht immer so.
    Künstliche Monokulturen sind immer schlecht, von daher sage ich auch, Holz aus deutschen Wäldern zu kaufen. Und bei Papier gilt ohnehin, nur Recycling zu kaufen.
    Nur um es klar zu stellen - FSC ist das beste Holzzertifikat, das zur Zeit auf dem Martk ist. Aber leider ist es wie immer - es gibt nicht nur schwarz und weiß.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 10:19
    Die Verkäufer wissen eben genau nicht wo das Holz herkommt und ausserdem können die doch erzählen was sie wollen. Frag mal im Baumarkt, wo die Fichtendielen herkommen. Selbst der Schreiner der edle Vollholzmöbel herstellt, kauft sein Holz beim Holzhändler. Der Holzmarkt ist ein globaler Markt und Holz wird entsprechend weltweit gehandelt. Der örtliche Schreiner im Spessart verarbeitet dann eben unter Umständen Eiche aus Rumänien.
    Zu den Monokulturen: FSC lässt diese nur dann zu, wenn sie vor 1994 etabliert wurden. Es geht also darum eine bestehende Monokultur umzuwandeln in eine deutlich besser bewirtschaftete FSC-Monokultur. Die Umwandlung von Naturwäldern in Plantagen ist mit FSC ausgeschlossen Im übrigen sagt z.B. der WWF, dass Plantagen der Druck auf Naturwälder senken. Ohne Plantagenwirtschaft ist schlicht der Holzhunger der Welt nicht zu stillen!
    Die Lösung: auch heimische Wälder müssen nach FSC zertifiziert werden. Wenn man dann in einem zweiten Schritt, noch die Auskunft erhält, dass das Holz aus heimischen Wäldern stammt (das muss man dann auch glauben) umso besser.

    Zur deutschen Forstwirtschaft: neulich habe ich einen kanadischen Forstmann gefragt, wo er glaubt, dass die beste Forstwirtschaft der Welt wäre. Die Antwort: Kanada!
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 15:02
    @elmosway: Interessanter Punkt zu den Monokulturen, der die Sache durchaus relativiert. Allerdings teile ich auch die Bedenken von Waldmeister: "FSC erweckt den Eindruck, dass alles ökologisch ist. Der Verbraucher bekommt das Gefühl, mit gutem Gewissen das Holzprodukt kaufen zu können, dem ist leider nicht immer so."
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 10:29
    Lieber Waldmeister, ich hoffe mit der "ökologisch besten Forstwirtschaft der Welt" meinst du nicht die endlosen Fichten-Monokulturen. Ich weiß nicht genau, wie es bei euch in Deutschland großflächig gesehen aussieht, aber in Österreich, genauer gesagt in den flacheren Bereichen, wo natürlicherweise keine Fichte auch nur daran denken würde hier zu wachsen, meint auch mittlerweile fast jeder, eben jene Fichte ist ein heimischer Baum.
    Wir sollten bei uns anfangen und jene Bäume kultivieren, die auch tatsächlich in der jeweiligen Region zuhause sind.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 10:48
    Liebe Minn,
    die Fichtenmonokulturen sind natürlich auch mir ein Dorn im Auge - glücklicherweise werden Sie im deutschen Staatsforst seit rund 20 Jahren Schritt für Schritt in Mischwälder mit Buche, Eiche und Hainbuche umgewandelt. Bei den Privatwäldern sieht das leider noch anders aus. Das besondere an der deutschen und auch österreichischen Forstwirtschaft ist die Entnahme von Einzelbäumen ,der sog. Dauerwald. Kahlschläge werden so gut wie nicht mehr gemacht - natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Wenn jedes Land diese Art der Forstwirtschaft übernehmen würde, hätten wir nicht die Probleme, die wir heute auf der Welt haben.
    Eine besssere Forstwirtschaft geht natürlich immer.
    Zur Fichte: Die Fichte sollte nach wie vor in Deutschland angebaut werden, allerdings nicht als Monokultur und auch nur dort, wo sie dem Klimawandel gerecht wird. Denn wenn wir keine fichte mehr anbauen, holen wir sie aus Rußland oder Skandinavien, wo sie im absoluten Raubbau geerntet wird. Und bis Rußland eine Forstwirtschaft betreibt, die an unsere herankommt, das werde zumindest ich nicht mehr erleben. Und wir wollen doch nicht sagen: unser wald ist ökologisch, aber das Holz holen wir aus dem Ausland, wo Raubbau betrieben wird. Aber das ist nur meine Meinung.
  • gelöscht am 17.09.2010 um 10:47 von Waldmeister
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 10:53
    Na dann ist ja gut, da kann ich dir nur zustimmen =)
    Was ich weiß, ist, dass einfach jahrzehntelang allen erklärt wurde die Fichte sei ein "Wunderbaum" und besser als jeder andere Baum, deswegen sieht man sie ja so oft in Gegenden, in den sie wenn dann nur wenig wachsen sollte...
    Sehr traurig :( Aber das ist ja eh in jedem Bereich so, wenn wir alle ein wenig schlauer wären und jedes Land nicht nur wirtschaftlich, sondern auch mal ökologisch klug handeln würde, hätten wir eh kaum Probleme...
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 11:38
    Das unkritische FSC-Lob teile ich nicht. Grundsätzlich halte ich FSC für ein prima Logo. Bloß dann nicht, wenn Holz aus Urwäldern damit gekennzeichnet ist, egal ob aus Tropenwäldern oder Urwäldern anderer Breiten. Da sollte man nach Alternativen Ausschau halten, die es mit Sicherheit gibt. Ich finde, Urwaldholz sollte man da lassen, wo es wächst.

    Selbst Personen, die FSC ins Leben gerufen haben, sehen da inzwischen Vieles kritisch.

    Mehr dazu:

    http://www.fsc-watch.org/ (auf Englisch)
    http://www.regenwald.org/regenwaldreport/2010/301/die-label-luge-fsc-zertifikat-als-turoffner-fur-regenwaldabholzer
    http://www.regenwald.org/12-fragen (vor allem Punkt 11)
    http://www.netzwerk-regenbogen.de/waldtp090316.html
    http://www.netzwerk-regenbogen.de/waldfsc030414.html
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 12:13
    Finde die unkritische Berichterstattung gegenüber FSC auch fragwürdig, zumal es Kritik einfach zu finden gibt und in einer der letzten Regenwald-Report ausgaben veröffentlicht wurde! Bisschen bessere Recherche hätte ich schon erwartet. :(

    http://www.regenwald.org/regenwaldreport.php?artid=301
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 13:10
    Dieser Link aus dem Regenwald-Report kritisiert außerdem, dass der FSC inzwischen auch Monokulturen zertifiziert. Aus diesem Grund hat die Umweltschutzorganisation Robin Wood im letzten Jahr seine FSC-Mitgliedschaft beendet.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 12:26
    @ Minn: Die Fichte ist auch so eine Art "Wunderbaum" gern auch als "Brotbaum" der Forstwirtschaft bezeichnet. Das beruht aber nicht auf ihren ökologischen Eigenschaften, sondern viel mehr auf ihre vielseitige Verwendbarkeit wie allerlei Holzkonstruktionen im Baubereich, Möbelbau, Papier, Spannplatte etc. Da kann die Buche oder Eiche nicht mithalten.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 13:15
    Man darf nicht vergessen, dass der globale Holzhandel und die Holzströme für die Herstellung der verschiedensten Produkte sehr komplex sind. Glaubwürdige Zertifizierungssysteme wie beispielsweise der FSC können natürlich nur ein Baustein im Gesamtkonstrukt "Bekämpfung von illegalem Holzeinschlag" sein. Zusätzlich müssen andere verlässliche Kontrollen, z.B. in Form von Gesetzen geschaffen werden, gleichzeitig muß auch ein Umdenken in den Köpfen der Menschen stattfinden, was die unbegrenzte und billige Verfügbarkeit von Ressourcen wie Wald angeht.

    Für mich als Verbraucher ist das natürlich alles sehr schwierig zu überblicken. Wenn ich im Laden stehe, will ich anhand einfacher, aber glaubwürdiger Merkmale eine Kaufentscheidung treffen können. Aha, Demetersiegel auf dem Käse, dann weiß ich, der wurde ökologisch produziert. FSC-Siegel im Baumarkt, dann vertraue ich auch, dass hier ökologisch und sozial verträglich produziert wurde. Glaubwürdigkeitsträger sind dabei für mich Umweltverbände wie der WWF, Greenpeace und NABU, die den FSC unterstützen. Diese NGOs würden wohl kaum über so lange Zeit hinweg ihren Namen für ein System hergeben, an das sie nicht glauben.

    Kritische Stimmen zum FSC sind sicherlich teilweise angebracht. Aber ich finde auch bei den Kritikern sollte gelten, dass man deren Argumente ebenso kritisch hinterfragt und nicht einfach alles glaubt.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 13:32
    @elmosway
    Also bei Max Bahr wussten sie, woher das Holz stammt. und auch zu meinem Eichentisch, den ich mir in einem kleineren Möbelladen gekauft habe, konnte mir Auskunft gegeben werden, woher das Holz stammt. Von daher kann ich das nicht bestätigen, dass der Verkäufer nicht weiß, woher das Holz kommt.

    Sie schreiben: ".....die erzählen doch was sie wollen" - das ist ein Totschlagargument!

    "Zur deutschen Forstwirtschaft: neulich habe ich einen kanadischen Forstmann gefragt, wo er glaubt, dass die beste Forstwirtschaft der Welt wäre. Die Antwort: Kanada!"
    - auch das ist ein Totschlagargument! Was soll ich darauf antworten? Glaub mir, oder glaub mir nicht?
    Ich beschäftige mich seit 15 Jahren mit der deutschen Fortswirtschaft - und mein Eindruck ist sehr gut - Verbesserungen gibts immer, keine Frage.

    Mir geht es nicht um das "Schlecht machen" von FSC. Wären wir hier im Blog von der Bild-Zeitung, hätte ich mich gar nicht geäußert, denn ich wäre schon froh, wenn die Menschen wüssten, dass es FSC gibt. Aber wir sind hier bei Utopia, einem Blog mit Menschen, die ihren Horizont erweitern wollen und hinter die Fassaden blicken wollen. Und deshalb ist es so, dass FSC nicht automatisch gut ist. Es gibt viele Kritiker, auch Umweltschützer (siehe Robin Wood und Rettet den Regenwald e.V.) FSC hat Fortschritte gemacht, wie Sie auch beschreiben. aber es gibt noch sehr, sehr viel zu tun.
    Für mich habe ich entschieden, auf Tropenholz zu verzichten und Holzprodukte aus Holz aus deutschen Wäldern zu kaufen.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 14:48
    "Für mich habe ich entschieden, auf Tropenholz zu verzichten..."

    Meiner Meinung nach der richtige Schritt. (Neben Tropenholz würde ich Holz aus nicht-tropischen Urwäldern mit einbeziehen.)
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 13:40
    Ich glaube wir sind nicht so weit auseinander. Ich glaube nur ERST der unabhängigen Zertifizierung und dann den Aussagen von Angestellten im Baumarkt. Deshalb gilt für mich.

    Ich kaufe FSC-Holzprodukte und versuche diese aus regionalen Quellen zu bekommen. Bei Papier hat natürlich Recycling Priorität.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 17.09.2010 um 13:46
    Ich schließe mich elmosway an! Auch ich glaube zuerst einer unabhängigen und nachweislichen überprüften Produktaussage. Da hat man egal, wo man einkauft eine standardisiert verlässliche Aussage. Aussagen von Einzelpersonen hängen halt auch sehr von diesen Individuen ab. Manche Verkäufer konnten mich gut beraten, manche wussen überhaupt nicht was FSC ist bzw. wenns ungelabelt war, wussten sie nicht wo das Holz herkommt.

    Bei Papier bin ich ebenfalls für Recycling.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 19.09.2010 um 10:27
    Hi zusammen,

    naja unter dem Strich habe ich endlich mal einen verlässlichen Anhaltspunkt für meine in absehbarer Zeit anstehenden Terrassen und Haus"auffrischungsaufgaben". Steinterrasse weg - Holz druff.
  • kommentieren
    Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 19.09.2010 um 21:18
    Und da gibt es gute Wege, auf Tropenholz, wie z.B. Bangkirai, zu verzichten und stattdessen heimisches Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu wählen. Näheres kann man nachlesen unter http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/wo-finde-ich-informationen-zu-dem-holz
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 22.02.2011 um 08:15
    Viele Umweltverbände distanzieren sich bereits vom FSC Siegel!
    Beispiele aus Brasilien, Schweden und Indonesien zeigen, das Nachhaltigkeit hier nicht gewährt ist.
    Menschenrechtskonflikte und Landraub sind an der Tagesordnung, viele Länder brauen erst eine Land- und Bodenreform bevor solche Strategien funktionieren.

    Kauft Papier nur mit dem Blauen Engel, das ist eine Garantie für Recycling Papier und Holz aus einheimischen Beständen. Unterstützt nicht den Raubbau an den letzten tropischen Wäldern.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 04.03.2011 um 00:00
    das, was die rücksichts- und achtungslosen menschen mit dem raubbau an den wäldern der welt veranstalten, nur um eine geld- und gewinngier zu befriedigen, tut mir in der seele weh. aber das ist die realität. wir wollen billige produkte.. und die kriegen wir über naturverwüstende abrasiermethoden. (auch ich habe mir zwei fsc-siegel lehnsessel aus eukalyptusholz im baumarkt als schnäppchen gekauft). ich habe mir aber auch sündhaft teure stühle aus pappelholz vom schreiner für meinen neuen wintergarten zugelegt.
    dieser ist im ständerwerk aus fichtenkonstruktionsleimholz gefertigt, der wg soll ja nicht so teuer wie ein kleines häuschen sein. dafür hab ich mir dann aber wieder am boden eichendielen gelegt, mit kokus-sisal matten als dämmung. klar, hätte ich mir auch den preiswerten eichenparkett mit geringer nutzschicht hinlegen können und mir so mindestens 1000 euro sparen können, hab mir aber vom meister sagen lassen, das es ein toller boden sei und gut zu verarbeiten. an einem tag haben wir die ganzen dielen 22qm verlegt. es hat fast 30 grad jetzt schon und ich kann schon fast das ganze haus mitheizen ohne auch nur eine solarzelle. jetzt bin ich glücklich, was sich im sommer jedoch schnell ändern wird, weil die beschattung noch fehlt. wenn du einen baum zum richtigen zeitpunkt fällst, braucht du auch keine konservierungschemikalien und die europäische eiche oder auch andere unbekanntere hartholzarten wie zum beispiel die robinie besitzen ungeahnte fähigkeiten. leider ist viel wissen unserer ahnen heute verlorengegangen und wir rollen wie eine dampfwalze über die landschaft.
    vor kurzem las ich über kohletagebau in den staaten, der einfachst durch landschaftssprengung durchgeführt wird. auch hier wird einfach nur die natur bekriegt. ich glaube aber daran, das viele nationen begreifen, das sie ihren kindern eine überlebbare natur hinterlassen werden müssen, weil sonst der kollaps droht. helfen wir den schwachen lebewesen.. denn sie haben es verdient... wir haben was davon.
    gruuss
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 24.10.2011 um 08:49
    Schöner Artikel.

    Aber jetzt mal im Ernst: Wer kauft sich denn heute noch Holz?
    Wenn man Möbel benötigt, geht man ins Möbelgeschäft.
    Wenn man Häusslebaut, kommt das Holz vom Hausbauer.
    Wenn man Heimwerkelt geht es zu OBI und die USB Platten werden auf dem Einkaufswagen gestapelt.

    Der Artikel ist eher etwas für die Holz verarebietende Industrie bzw. Handwerksbetriebe und die müssen eben einen stabilen Preis knapp oberhalb der Baumarktgrenze anbieten um wettbewerbsfähig zu bleiben. Also kommen die automatisch in eine Zwickmühle.

    Generell sollten mit Bioziden behandelte Hölzer verboten werden und da wo es geht auf Hanf ungestiegen werden z.B. in der Papierindunstrie, damit die heimischen Wälder geschont werden und genug Bauholz übrig bleibt.

    Aber trotz allem, ein schöner Artikel.
    nambio
Kommentar schreiben
(5000/5000)

Ich habe eine Frage zu ... Haushalt & Garten


Mehr zu Einkaufen

Mehr zu Bauen und Renovieren