Der Slowcooker, oder auch Crocky (von Crock-pot) genannt, mag zwar bislang im deutschsprachigen Raum noch nicht so weit verbreitet sein – manchen ist er gar unbekannt. Doch im Zuge der Klimadebatte und des generellen Energiesparens möchten wir ihn vorstellen und den Energiebilanzen eines Elektro- und Gasherdes gegenüberstellen.
Grundsätzliches
Seit mehr als 30 Jahren wird er in amerikanischen Haushalten geschätzt und seit dieser Zeit mit über 100 Millionen Exemplaren auf dem Markt, hat sich der Slowcooker zum Liebling der US-Küche gemausert. Ganz anders als beim Ofen verteilt sich, durch ein Thermostat kontrolliert, die Wärme gleichmäßig um den gesamten Topf herum. Das Metallgehäuse wiederum erlaubt das gleichmäßige Kochen über mehrere Stunden hinweg. Dadurch, dass kaum Dampf entweicht, eignen sich Slowcooker optimal zur Zubereitung feucht-flüssiger Speisen wie etwa zum Zubereiten von Eintöpfen und zum Schmoren. Am Morgen werden Zutaten zusammengemischt – mal salopp formuliert –, und sechs bis acht Stunden später ist das Gericht wie etwa ein Gulasch, eine Suppe oder ein Eintopf fertig. Da auch Gasöfen wegen der feuchten Hitze, die sie erzeugen, das Austrocknen der Speisen ebenfalls verhindern, eignen auch sie sich bestens für Eintöpfe und zum Schmoren.
Faktenlage
Das Kochen nimmt rund fünf Prozent des hauseigenen Energiekonsums in Anspruch. Dies wiederum entspricht rund drei Prozent der generierten häuslichen Emissionen. Die Pro-Kopf-Emissionen im internationalen Vergleich ergeben folgende Zahlen: Pro Jahr generiert jeder Deutsche rund elf Tonnen, jeder Australier rund 17 Tonnen und jeder Inder eine Tonne an CO2-Emissionen. Fast die gesamten klimawirksamen Emissionen aus dem Haushaltssektor gehen auf das Heizen und das Erwärmen von Wasser (88 Prozent) zurück. Da sich die Anzahl der Haushalte (vor allem Single-Haushalte) in den nächsten Jahren weiter ausweiten wird, ist anzunehmen, dass sich der Energieverbrauch und die damit anfallenden CO2-Emissionen in den Haushalten ebenfalls erhöhen werden. 
Derzeit beträgt der durchschnittliche Energieverbrauch eines Privathaushalts (2 Erwachsene, 2 Kinder) circa vier Megawattstunden pro Jahr. Obwohl es immer mehr elektrische Geräte in den Haushalten gibt, hat sich der Stromverbrauch in den vergangenen 20 Jahren nur wenig verändert. Dies ist auf die steigende Energieeffizienz der Geräte zurückzuführen.
Herstellung
Die meisten Slowcooker werden in China, die meisten Öfen in Europa produziert. Je nach Hersteller und Aufenthaltsort variieren die Zahlen für den Transport und über die Haltbarkeit der Geräte. Generell ist aber davon auszugehen, dass elektrische Geräte beim Gebrauch unser Klima mehr beeinflussen als die Energie, die bei ihrer Herstellung benötigt wurde.


Kommentare (21)
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mit dem gemütlichen slowcooker könnte ich nichts anfangen. gewöhnlich dauert das kochen bei mir einschließlich vorbereitungen etwa eine stunde.
was wird aus den bestandteilen der nahrungsmittel im zeitlupenkocher? sind nicht nach 8 h alle vitamine etc. schön weichgekocht? will sagen: zerkocht?
außerdem ist für mich die zweitbeste lösung keine.
Erstmal wurden aus meiner Sicht sehr komische Methoden gewählt. Ich würde einen Eintopf niemals im Ofen, sondern immer auf der Herdplatte zubereiten. Dadurch wurden die verschiednen Elektroherdtypen schon mal vollkommen ignoriert. Außerdem wurde der sehr effektive Schnellkochtopf (, Drucktopf oder Dampfkochtopf - http://de.wikipedia.org/wiki/Schnellkochtopf ) völlig ignoriert. Es wurde auch nicht ausgeführt, ob es sich um einen Umluftofen handelt oder nicht. Nicht zu vergessen, dass die Anwendungsmöglichkeiten für einen Slowcooker schon allein durch die lange Garzeit relativ begrenzt sind.
Hier wird eine Lobarie auf den Slowcooker gesungen, dass man schon wieder zu Mutmaßungen neigt, dass der Artikel von anderen Interessen beeinflusst wurde. Die Überschrift passt nicht so recht zum Inhalt des Artikels. Außerdem ist der Inhalt schlecht recherchiert bzw. aufbereitet, ansonten würde z.B. man die Herstellung nicht mit dem Satz abtun "... Generell ist aber davon auszugehen, dass elektrische Geräte beim Gebrauch unser Klima mehr beeinflussen als die Energie, die bei ihrer Herstellung benötigt wurde. ..."
Mag sein dass der Slowcooker ein sinnvolles Gerät ist, aber so eine Präsentation sorgt bei mir für einen ablehnende Haltung.
Mit umweltfreundlichen Grüßen
Dude
"Fast die gesamten klimawirksamen Emissionen aus dem Haushaltssektor gehen auf das Heizen (88 Prozent) und das Erwärmen von Wasser (zwölf Prozent) zurück."
Irgendwie ergeben 88% und 12% bereits 100%, somit entstehen 100% der Emissionen bei der Warmwasserbereitung. Irgendwie glaube ich das nicht.
Sei's drum. http://www.tschreiber.de/b_shk/erdgas.html sagt, dass 39% der Haushalte in Deutschland mit Gas und 34% mit Oel heizen. Der hohe Anteil der Gasheizungen ist mitverantwortlich fuer den hohen Anteil an Emissionen im Haushalt, weshalb der Durchschnitt auch so hoch ausfaellt.
Da ist es natuerlich total logisch, dass man statt Induktionskochfeldern Gas verwendet, da es ja bewiesenermassen viel CO2 erzeugt.
http://www.energieverbraucher.de/de/Zuhause/Hausgeraete/Kochen__277/ zeigt darueberhinaus recht eindeutig, wie niedrig die Effizienz von Gaskochstellen ist. Sie haben den hoechsten Energieverbrauch, aber eine ebenso geringe Effizienz wie klassische Herdplatten, denn die heissen Verbrennungsgase stroemen zum Grossteil am Topf vorbei. Ganz klar, das Gas da der Favorit ist, ja...
Wie auch in deinem letzten Link beschrieben (Seitenanfang), ist deswegen Gas dem E-Herd vorzuziehen.
Alternativ kanns auch heissen: gibts effizientere Alternative zum Elektroherd, als Beispiel.
Da wundert man sich dann allgemein, dass die grosse Masse kaum mehr auf Klimaerwärmung und Oekobilanz reagiert.
Die grosse Masse fragt sich dabei ganz einfach, was sie denn überhaupt noch dürfen und können und da ist der Weg zu Ausdrücken jeglicher Art für die nachhaltige Bewegung vorgegeben.
Titel wie oben ist ein Knieschuss für nachhaltiges Leben.
habe in letzter Zeit immer wieder stichprobenartig in die Artikel und Feedbacks geguckt - und ich sehe immer das gleiche! Unzufriedene "Utopisten" und reißerische, irgendwie leicht an der Essenz vorbei gehende Artikel... wird sich daran mal was ändern??
Da ich keinen Astralleib besitze, muss ich essen, daher auch kochen.
Leute hört auf, den Menschen das tägliche Leben madig zu machen. In den nächsten Jahren wird es genug Gelegenheit geben, sich gegen die wirklichen Umweltsünder zu wehren, das glaubt mal.
Der Hinweis mit "feuchtem" Kochen ist jedoch nicht richtig, denn wenn (sinnvollerweise) mit Deckel gekocht wird, hat das Essen nichts von der frei werdenden Feuchtigkeit bei der Verbrennung des Gases.
Auch mit dem E-Herd KANN man sparsam kochen, wenn man die richtigen Töpfe und Platten zeitlich richtig einsetzt. Aber viel zu oft wird mit viel zu viel Hitze gekocht, die dann noch ewig nachwärmt. Ganz schlimm ist dies beim Backofen.
Ich habe den starken Verdacht, dass so ein Gerät von der großen Mehrheit der Kochenden höchstens ZUSÄTZLICH angeschafft wird, und dann sieht es mit der Energiebilanz schon wieder ganz anders aus. Bei uns wäre das vermutlich die meiste Zeit ein reines Rumsteh-Teil, jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass wir uns, wenn unser Herd mal ersetzt werden muss, stattdessen für einen Slowcooker entscheiden.
Die Vergleichswerte sind wie so oft nur mit einer großen Prise Vorsicht zu genießen. Es war übrigens keinVergleich zwischen Gasherd und E-Herd, sondern zwischen Gas-Ofen und E-Herd. Selbst von den Leuten, die ich mit einem GasHerd kenne,benutzen kaum welche einen Gas-ackofen, weil diese (vielleicht durch das "feuchte Kochen") für viele Dinge, die man im Backofen tut, eben weniger gut geeignet sind.
Wir benutzen für einige Dinge einen Thermomix (das alte Modell TM21), der ein ähnliche Konzept verwendet, aber beim Kochen auch rührt und daher nicht so ewig braucht. Wenn Interesse besteht, kann ich mal vergleichend messen, was der so für einen "Muster-Eintopf" braucht, wenn ich die Mengen weiß, die hier angesetzt wurden. Das neue Modell wäre in jedem Fall energieeffizienter, aber weil das Ding SEHR teuer ist, sollte es noch eine Weile halten. Immerhin ist es "Deutsche Wertarbeit" und recht robust.
Beim in den Kommentaren angesprochenen Vergleich Gas-Herd mit E-Herd (Induktion) muss man die Umwandlungsverluste berücksichtigen, aber auch nicht überbewerten. So lässt sich Gas im BHKW mit sehr guter Effizienz in Strom und Wärme verwandeln, wodurch dann der Gas-Herd schon nicht mehr wirklich weit vorne liegt.
Für Gas sprechen hier in erster Linie die Kosten, die aber nicht Thema des Artikels waren.
Interessant ist es natürlich auch, dass die Qualität der Ökostrom-Angebote CO2-neutrales Kochen besser elektrisch möglich macht als mit Gas. Beim Gas kann man zwar seine Emissionen teilweise automatisch kompensieren, beim Strom direkt vermeiden. Es gibt noch keinen bundesweit verkaufenden Anbieter, der 100% Biogas einspeist, und wenn ja, muss man sich über die Herkunft des Biogases evtl. auch noch seine Gedanken machen...
ralfB
Probierts mal aus!
auch wenn's erst noch Biogas werden muss).
Kurz aufkochen, dann auf kleinster Flamme halbwegs fertig dünsten.
Brühe entnehmen und als Suppe essen (dann hält das Gemüse länger,
auch ohne Kühlschrank). Während man die Suppe ißt, den Topf
mit Wollklamotten/decken überdecken (nicht auf einer Metallplatte oder
dem Herdgestänge, sonder auf einem gut isolierenden Untersetzer)
und fertiggaren lassen, während man die Suppe schlürft.
Resultat: ca 6m3 Gas im Jahr für Essen kochen.
--
Liegt natürlich auch daran, dass ich einige Sachen nicht koche,
sondern roh esse, zB im Sommer rote Beete, Sellerie, Kohlrabi, ...
(reiben, als Salat). Im Winter koche ich mehr, wegen der Wärme.