![]()
Auf der gleichen Etage hat Michael Vogt eine Werbeagentur. Stilrad hat er mit seinen Partnern Christian Mießner und Andi Müller gegründet, "weil wir keine hässlichen Fahrräder mehr sehen konnten", wie er sagt. Jeder von ihnen hat sein Spezialgebiet. Müller, der Fahrradfreak, der sich um das Portfolio kümmert; Mießner, der Lifestylespezialist für die richtige Ansprache der Zielgruppe; Vogt, der Geschäftsführer für die strategische Ausrichtung. Gemeinsam wollen sie die Stadt verschönern und die Münchner motivieren, vom Auto auf den Fahrradsattel umzusteigen. "Mehr Stil auf die Straße bringen", nennt Vogt das Motto.
Herr Vogt, warum braucht man einen eigenen Shop für schöne Räder?
Weil es davon bisher viel zu wenig gibt. Die Idee entstand so: Ein Fahrradhersteller kam auf uns zu und wollte, dass wir das Marketing für ihn machen. Also haben wir uns den Markt angeschaut und festgestellt: Mit Fahrrädern wird ordentlich Geld verdient, aber die Kundenbedürfnisse bleiben unbeachtet. Man muss in schreckliche Läden gehen und kaufen, was da ist. Und wenn man als Kunde zum Beispiel eine Wunschfarbe hat, dann wird man ausgelacht. Wir dachten uns, das kann ja wohl nicht sein! Wir wollen schöne Fahrräder und zufriedene Radler auf den Straßen sehen. Unsere Lösung heißt Stilrad.
Und das funktioniert?
Bei aller Bescheidenheit: Die Leute rennen uns die Bude ein. Deswegen werden wir auch bald umziehen, denn wir brauchen noch mehr Platz und möchten künftig nicht mehr im ersten Stock unsere Kunden empfangen.
Was für Leute kommen zu Ihnen, um ein exklusives Fahrrad zu kaufen?
Unsere Zielgruppe erfüllt zwei Kriterien. Erstens: Sie wohnen in der Stadt, zweitens: Sie verdienen gut. Sie haben keine Lust mehr Auto zu fahren – nicht, weil sie es sich nicht leisten können, sondern weil es mühsam ist - CO2-Ausstoß, Stress, Staus, Parkplatznot und so weiter. Sie entdecken gerade das Fahrradfahren neu und erkennen, dass es einen Riesenspaß macht, wenn man auf einem guten und vor allem schönen Fahrrad sitzt. Sie sehen es nicht nur als Gebrauchsgegenstand an, sondern als Ausdruck von Lebensfreude und Stilbewusstsein. Zwei Drittel unserer Kunden sind übrigens Frauen.
Im Ernst? Ich dachte, Fahrrad-Enthusiasten seien vorwiegend männlich.
Wenn es um die technische Seite geht vielleicht. Bei uns geht es aber um Emotionen. Farbe, Form, Komfort, Ausstattung, Ambiente – eben Attribute, mit denen sonst Autos verkauft werden. Frauen lieben das - es macht wirklich Spaß, einer Frau ein Fahrrad zu verkaufen.![]()
Schöner Radeln


Kommentare (5)
abonnieren
Das Fahrrad wird wieder etwas wert!
Wenn man sich in den Straßen umsieht haben die meisten Räder eins gemein: Es sind geschundene, schlecht gewartete, billige Drahtesel. Und was hier passiert ist endlich die Gegenströmung: Schluss mit dem Baumarkt-Mist, der nach 2 Fahrten im Regen zusammenfällt. Schöne, qualitativ hochwertige Räder braucht das Land.
Sicher mags auch Gimmick sein, aber wenns das Fahrrad populärer macht, umso besser. mehr weniger
Es dauert keine zwei Minuten, bis der erste daran herumfingern will.
Wenn ich mir ansehe, welche Räder sichtbar im Stadtbereich angekettet sind, drängt sich der Verdacht auf, dass auch andere für die Stadt ein Zweitrad haben, um Diebe und Vandalen nicht auf den Plan zu bringen.
Schade eigentlich... mehr weniger
Und die sich ein solch cooles und stylisches und vor allem haltbares Rad leisten können, die fahren doch sonst immer mit ihrem tollen Cabrio durch die Stadt.
Wenn dadurch die Leute angesprochen werden, die eben Wert auf Äußerlichkeiten und nicht nur auf praktisch legen, dann soll mir das Recht sein, wenn sie dafür ihr Auto stehen lassen und in der Stadt nicht mit ihrem Porsche oder SUV die Luft verpesten und den Lärmpegel hochschrauben.
Allerdings wenn ich es mir leisten könnte und kein Kind hätte, wäre das für mich ein nettes Zweitrad zum Cruisen :-)
Super Idee und super Showroom!
Muß ich mir mal live anschauen. mehr weniger
Außerdem wollen die wenigsten Leute ihren Drahtesel reinigen und warten. Ob ein Nobelfahrrad mit Sonderlackierung daran etwas ändert, bezweifle ich. mehr weniger