Richtig heizen mit dem Naturbrennstoff

Gut Holz!


Die Quittung für den kalten und langen Winter kommt. Eine hohe Rechnung stellen aber nicht nur die Verkäufer von Heizöl und Erdgas. Auch das Klima wandelt sich durch die fossilen Brennstoffe, mit denen immer noch mehr als 80 Prozent aller Deutschen ihre Wohnungen und Häuser sowie ihr Wasser erwärmen. Um Natur und Geldbeutel zu schonen, gibt es zwei Hebel: Der eine ist die Reduktion der Energieverschwendung durch eine Dämmung. Der andere ist der Wechsel zu Holz als CO2-armen Brennstoff. Mit Pelletanlagen funktioniert das gut. Beim Scheitholz aber spielt sich unter vielen Dächern eine Umweltkatastrophe ab: Billige alte Kaminöfen führen in Kombination mit dem Unwissen mancher Kokler zu extremer Abgasbelastung. Das hat der Gesetzgeber erkannt und endlich die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) von 1988 überarbeitet, die laut Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamts, „völlig veraltete technische Vorgaben“ gemacht hat. Seit April ist die Novelle in Kraft, die den Besitzern der Anlagen unter Umständen die Nachrüstung eines Partikelfilters abverlangt.

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So viel Feinstaub wie aus allen Lastern und Autos zusammen

Besonders problematisch sind die Feinstaubemissionen. Der Boom beim Heizen mit Holz hat dazu geführt, dass die Menge der krebserregenden Kleinstpartikel inzwischen genau so hoch ist wie beim Dieselruß aus allen Lastern und Autos zusammen. Dazu kommen etliche andere Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die ebenfalls kanzerogen sind. Dass Holzheizungen auch für die Nase leicht wahrnehmbar sind, konnte im vergangenen Winter jeder riechen. Die Botschaft von Bundesumweltamt (UBA) und Bundesumweltministerium (BMU) ist aber kein Verbot, im Gegenteil: Holz ist gut fürs Klima, weil bei der Verbrennung nur so viel Kohlendioxid frei wird, wie beim Wachstum im Baum gebunden wurde. Denn: Wer korrekt mit dem natürlichen Rohstoff umgeht und diesen in modernen Anlagen verfeuert, schont die Umwelt.

Kulturtechnik muss neu erlernt werden

Weil spätestens seit den 60er Jahren vorwiegend Zentralheizungen verbaut wurden, haben viele Menschen verlernt, wie man mit Holz heizt. Es ist, als ob eine Kulturtechnik, die für unsere Vorfahren selbstverständlich war, neu erlernt werden müsste. Wer Scheitholz kauft oder nach einem Lehrgang selbst mit der Motorsäge aus dem Wald holt, muss es zuerst ablagern. Erst, wenn die Feuchtigkeit im Holz auf unter 25 Prozent gesunken ist, darf es verbrannt werden. Das dauert mindestens ein Jahr, oft bis zu drei Jahren und hängt von Lagerort und Holzsorte ab. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kauft sich ein Feuchtemessgerät, was selbst bei renommierten Herstellern nur zweistellige Beträge kostet. Sind Buche und Fichte zu nass, sinkt der Wirkungsgrad, weil das Wasser zuerst verdunstet werden muss. Gleichzeitig wird die Verbrennung schlechter und die Schadstoffwerte steigen.

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    Tilli
    schrieb am 10.12.2010 um 00:12
    Wichtige Punkte zum heiß diskutierten Thema: 1. Ja, die letzte BimschV hat das Problem nicht bei der Wurzel gepackt. Typisch deutsche Prüfsiegel garantieren „saubere Abgase“. Dies ist nicht der Fall: die Heizgeräte werden unter Volllast auf den Prüfstand gestellt und kokeln dann (besonders in...
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    Radzicki
    schrieb am 24.09.2010 um 12:00
    Energiepolitisch hören wir soviel Mist und Scheiße; was der kleine Bürger wieder alles in eine heile Welt umkehren soll. Wo bleibt den die Selbstverantwortung der Industrieloobby . Wir können uns als kleiner Bürger nicht freikaufen . Wir müssen uns den Kopf zerbrechen , wie wir während unseres...
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