Simons Suche nach der vegetarischen Wurst
2Unser Redakteur Simon kämpft gegen die Fleischeslustmehr
besser: wissen - machen - kaufen
Tropft Fett aus Fleisch, Fisch oder Öl aus Marinaden in die Kohleglut oder auf die Heizschlange des Elektrogrills, entstehen mit dem Qualm krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Dies verhindern Sie, indem Sie nicht mit der Gabel ins Grillgut stechen, so tropft es nämlich stärker, sondern eine Grillzange verwenden. Mariniertes vor dem Grillen abtupfen. Auch (wiederverwendbare) Aluschalen- bzw. (in sparsamer Verwendung) ebensolche Folien verhindern, dass Fett auf den Grill tropft. Kreative Lösungen zum Aluersatz finden Sie im Tipp für Fortgeschrittene. PAK entstehen durch das Verbrennen von Fett, dort wo es raucht. Mit dem Qualm gelangen die Verbrennungsprodukte auf die Oberfläche des Grillguts. Absolute Pflicht: Wer mit Holzkohle grillt, sollte die Kohle gut durchglühen lassen. Wenn sich auf der Glut ein weißer Aschebelag bildet, hat der Grill die richtige Temperatur erreicht.
Werden Fleisch und Fisch zu lange bei großer Hitze gegrillt oder gebraten, entstehen Heterozyklische Aromatische Amine (HAA), die in Verdacht stehen, Krebs zu verursachen. Also besser Finger weg von scharf angebratenen Steaks und verkohlten Würstchen.
Nitritpökelsalze reagieren durch die große Hitze mit Aminen aus dem Fleisch zu stark krebserregenden Nitrosaminen. Also Grillzange weg von Fleischwurst, Schinken, Speck, Bockwürsten, Kassler und Wiener Würstchen.
Auch das Ablöschen des Fleisches mit Bier kann zu einer vermehrten Bildung von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) führen.
Kaltgepresst ist am gesündesten? Nicht immer. Ist große Hitze im Spiel sollten Sie Öle mit einem hohen Rauchpunkt wählen, da bei Überhitzung krebserregende Substanzen entstehen. Besonders hitzestabil sind in der Regel raffinierte Öle. Eine Rauchpunkt-Übersicht finden Sie im Kasten rechts.
Wenn Ihnen Ihr Leben und das Ihrer Liebsten lieb ist, gießen Sie nicht nur kein Öl ins Feuer, sondern lassen auch die Finger vom Spiritus. In Deutschland gibt es jährlich etwa 4000 Grillunfälle mit Spiritus. Etwa 400 darunter mit schwersten Verletzungen, häufig sind auch Kinder betroffen.
Die Deutschen verbrauchen dann bis zu 180.000 Tonnen Holzkohle. Davon stammen aber nur zwei Prozent aus heimischer Erzeugung. Der Großteil der Holzkohle, im Jahr 2009 rund 178.000 Tonnen, wird importiert, vor allem aus Schwellen- und Entwicklungsländern. Bevorzugen Sie heimische Holzkohle, die FSC oder DIN zertifiziert ist. In Deutschland wird Holzkohle vor allem aus Buchenholz hergestellt. Aber Achtung: Nur Holzkohle ist wirklich aus Holz. Als "Grillkohle" bezeichnete Produkte können dagegen Braunkohle enthalten. Mehr zur Kohleproblematik hier. Das Grillen mit Kohle ist auch durch seine direkten CO2-Emissionen nicht wirklich umweltfreundlich. Eine etwas bessere CO2-Billanz als Holzkohle hat der Gasgrill.
Chemische Grillanzünder sollten Sie meiden. Im schlimmsten Fall bekommt Ihr Grillgut so eine ordentliche Portion Gift ab. Umweltfreundlich sind die Dinger natürlich auch nicht. Und ganz nebenbei verdirbt der Gestank auch jede Freude am Grill. Besser sind Grillanzünder aus Holzspänen oder Holzresten mit Wachs (in der Regel allerdings Paraffin). Achten Sie auch beim Grillanzünder auf das FSC-Siegel. Oder Sie versuchen es klassisch mit Reisig und Holzspänen. Meiden sollten Sie Papier oder Tannenzapfen, hier können beim Verbrennen krebserregende Stoffe entstehen. Eine andere effektive Anzündmethode ist der Anzündkamin, der mit reiner Physik für zündende Ergebnisse sorgt.
Ein Grillabend = 5 Würstchen + 3 Steaks? Wir wollen Ihnen ja keine Moralpredigt halten, aber das ist weder gesund für den Griller noch für's Klima. Vergessen Sie vor lauter Fleischeslust nicht, beim leckeren Salat zuzugreifen. Oder machen Sie doch die Probe auf's Exempel und grillen mal vegetarisch. Unten finden Sie Tipps für fleischlose Grillgenüsse.
Genauso wenig wie Einweg-Geschirr taugt der Einweg-Grill. Nutzen Sie lieber öffentliche Grillstellen mit Ausstattung oder einen kleinen Mehrweggrill, statt sich in einer Saison mehrere Alu-Wegwerfschälchen gefüllt mit spiritusgeträngtem Lappen und Kohle fragwürdiger Herkunft zu kaufen.
Wie wär's denn mit einem Picknick ganz ohne Rauchzeichen. Ein paar leckere Salate eingepackt, das ein oder andere Stück Erdbeertorte noch schnell in die Brotbox verfrachtet und los geht's in den Park, an den Fluss und zu Ihren vielen anderen Lieblingsorten an denen ohnehin Grillverbot herrscht.
Foto: madmolecule / Quelle : flickr
Kommentare (8)
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Aussenseiter
schrieb am 14.07.2011 um 10:12 ¶bthomasfehn
schrieb am 16.06.2011 um 22:15 ¶Kommentar schreiben
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