Die einen knüllen es, die anderen falten es. Jeder hatte es schon einmal in der Hand. In einem Bericht von Ökotest heißt es, dass jeder Durchschnittsdeutsche mindestens einmal am Tag zum Taschentuch greift – sei es um sich zu schnäuzen, die Brille oder das Autofenster zu putzen, Kindertränen zu trocken oder gar den Kaffeeklecks wegzuwischen.
Das Papiertaschentuch
In einem Bericht des „Grünen Punkts“ heißt es, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr würden auf modernen und vollautomatischen Maschinen Taschentücher produziert. Das Mannheimer Unternehmen SCA Hygiene Products GmbH wiederum verarbeitet laut eigener Angabe täglich rund 1000 Tonnen Holz. „Fast das gesamte Holz stammt aus der näheren Umgebung, dennoch wird für unsere Produktion in Deutschland kein einziger Baum gefällt“, so Grossmann, Factory Manager für Hygienepapiere bei SCA. Denn sein Unternehmen nutze ausschließlich „Durchforstungshölzer, Hackschnitzel und Reste aus Sägewerken.“
Heute gelangen laut Robin Wood „jährlich mehrere Milliarden Päckchen mit je zehn Taschentüchern“ auf den Markt, für die größtenteils frischer Zellstoff verwendet wurde. Dieser von gefällten Bäumen stammende wertvolle Zellstoff wird dann zu Taschentüchern verarbeitet, im Schnitt einmal genutzt und dann weggeworfen – und damit dem Kreislauf entzogen.
Mittlerweile wird fast jeder zweite gefällte Baum für Papierprodukte verwendet, so Robin Wood. Auch fiele laut Umweltbundesamt die Ökobilanz für die Herstellung von Frischfaserpapier nicht sehr positiv aus: Doppelt so viel Energie werde benötigt wie bei der Produktion von Recyclingpapier, was somit auch mehr Emissionen generiert.
Die Organisation Robin Wood hat nachgewiesen, dass „Hygiene-Papier-Produkte bis zu 60 Prozent aus Eukalyptus-Zellstoff bestehen“ – denn Eukalyptus mache Produkte flauschiger. Die Marke „Tempo“ sei hier das beste Beispiel: für die Tempo Produktion würde Zellstoff aus Brasilien eingekauft. Die Folge sei, dass der ursprüngliche Regenwald nun durch Eukalyptus Monokulturen ersetzt worden sei, was die Urbevölkerung verdrängt habe. Auch klagten Menschen vor Ort darüber, dass durch die Eukalyptus Plantagen die Flüsse und Brunnen austrocknen würden.


Kommentare (38)
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Dann vermisse ich Aussagen dazu, wie sich der Papierabfall bei der Müllverwertung auswirkt. In Wien musste z.B. vor Jahren Brennstoff dem Müll zugefügt werden, da wegen der hohen Altpapiersammelquote die Müllverbrennung, die damit auch Fernewärme produziert, Probleme bekam.
Und im Deponiebereich ist der Zellstoffanteil für die Kompostierung unerlässlich und wird dabei wieder in den Ökokreislauf zurückgeführt. mehr weniger
Wie bei fast allen Elektrogeräten wird der Anteil der grauen Energie (Energieverbrauch für u.a. Herstellung, Transport und Entsorgung) nicht transparent mit in die Energiebilanz einbezogen, meißtens sind genaue Zahlen auch einfach nicht verfügbar. Trotzdem sollte hierbei gesagt werden, dass grundsätzlich eine Nutzung bis zum endgültigen Exitus des Geräts und versuchter Reparatur fast IMMER einer Neuanschaffung vorzuziehen ist. Das ist bei Notebooks & PCs so, bei Autos und wird bei Waschmaschinen in der Regel nicht anders sein ;)
Daher finde ich es etwas fahrlässig, zur Anschaffung einer energieeffizienten Waschmaschine zu raten, wenn das Kriterium ob Gebraucht oder Neu viel wichtiger ist :)
Aber das sind nur meine 50 cents und selbstverständlich ist energieeffizient immer nicht-energie-effizient vorzuziehen, aber eben nur beim absolut notwendigen Neukauf. mehr weniger
http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/recycling-toilettenpapier-und-rest/antworten/29409#comment_30881
http://rcswww.urz.tu-dresden.de/~gehring/deutsch/dt/publik/090325ge.pdf mehr weniger