Diese Informationen liefert die EcoTopTen-Marktübersicht zu Ökostrom, die das Öko-Institut jetzt auf den neuesten Stand gebracht hat. 15 bundesweit verfügbare Angebote gehören dazu, genauso wie 121 lokale und regionale Angebote. Die Wissenschaftler haben festgestellt: Die jährlichen Preise für Ökostrom sind gegenüber 2009 gestiegen, und zwar um 77 Euro für einen Zwei-Personen-Haushalt. Doch auch konventioneller Strom hat sich verteuert, im Durchschnitt um 69 Euro im Jahr. Ein Hoffnungsschimmer: Drei Anbieter aus der EcoTopTen-Liste haben ihre Preise seit 2009 nicht erhöht.
„Für die Umwelt ist der beste Ökostrom der Strom, der gar nicht verbraucht wird“, sagt Dr. Quack.
Leider geht diese Rechnung in den letzten Jahren nicht auf, wie aktuelle Zahlen des „Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft“ zeigen: Im Vergleich zu 2007 hat der durchschnittliche Stromverbrauch in deutschen Haushalten zugenommen. Ein Ein-Personen-Haushalt hat 2009 2050 Kilowattstunden (kWh) verbraucht (2007: 1970 kWh), und ein Zwei-Personen-Haushalt kam auf 3.440 kWh (2007: 3.210 kWh).
Welche Kriterien muss Ökostrom erfüllen, um in die EcoTopTen-Liste zu kommen?
Das Öko-Institut unterscheidet fünf „allgemeine Anforderungen“:
• „Hohe Qualität“: Der Anbieterwechsel muss einfach sein, und die Verträge sind verbraucherfreundlich gestaltet. Transparenz bei der Eignerstruktur und der aktuellen Herkunft des Stroms wird gefordert. Weitere Kriterien sind die Mindestlaufzeit und die Kündigungsfrist: Laut Verbraucherorganisationen sollten Stromverträge schon nach drei Monaten oder früher kündbar sein. „Vertragslaufzeiten mit einer Mindestdauer von über 12 Monaten sind nur dann zulässig, wenn im gleichen Zeitraum seitens des Anbieters im Gegenzug eine Preisgarantie erfolgt“, schreibt das Öko-Institut.
• „Angemessener und bezahlbarer Preis“: Studien aus der Konsumforschung zeigen, dass es eine preisliche Toleranzgrenze bei Ökostrom gibt. Der Aufschlag gegenüber konventionellem Strom sollte nicht über 20 Prozent liegen. Für 2010 ergibt sich so ein „jährlicher Maximalpreis“, den ein Angebot nicht überschreiten darf, wenn es in die EcoTopTen-Liste aufgenommen werden soll (inklusive aller Grundgebühren, Steuern und Nebenkosten). Das sind zum Beispiel bei einem Drei-Personen-Haushalt 1.129,06 Euro/Jahr bzw. 94,09 Euro/Monat (Verbrauch: 4050 kWh/Jahr).
• Ökologie: Ein „ökologischer Zusatznutzen“ steht hier im Mittelpunkt. Er ergibt sich, „wenn das Stromprodukt signifikant dazu beiträgt, dass Neuanlagen zur Stromproduktion aus regenerativen Quellen (REG-Anlagen) oder aus umweltfreundlicher und effizienter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Anlagen) entstehen.“ Dazu muss der Neubau über das „Maß der ohnehin stattfindenden staatlichen Förderung“ durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hinausgehen. Hinzu kommen ökologische Mindestkriterien für die Stromproduktion: Sie garantieren, „dass beim Bau dieser Anlagen die Eingriffe in die Natur vergleichsweise gering bleiben und außerdem bei deren Betrieb die Entstehung von Treibhausgasen und Luftschadstoffen minimiert wird.“ Das Öko-Institut orientiert sich an zwei strengen Qualitätssiegeln: dem „ok-power-Label“ und dem „Grüner Strom Label in Gold und Silber“. Diese Siegel stehen für eine Stromerzeugung, die ökologisch einwandfrei ist und zum Umbau der Energieversorgung beiträgt (Richtung Erneuerbare Energie).
• „Umweltfreundlicher und kostensparender Gebrauch“: Ökostrom-Anbieter sollten einen zusätzlichen Service anbieten, um die umweltfreundliche Nutzung von Strom zu fördern. Das können Energiespartipps sein, aber auch der Verleih von Energiemessgeräten. Es handelt sich dabei aber nicht um ein Kriterium, das ein Ökostrom-Produkt unbedingt erfüllen muss.
• Sozialverträglichkeit: Dieses Kriterium lässt sich noch nicht einlösen, „da die Datenlage unbefriedigend ist und es derzeit noch keine etablierten Zertifizierungssysteme für die Vorketten bei der Stromherstellung gibt“, so das Öko-Institut. Es sei ein Ziel, „dass Hersteller eine sozialverträgliche Stromproduktion über die gesamte Produktlinie nachweisen.“
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Die besten Ökostrom-Anbieter
Kommentare (78)
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Wenn schon ein Wechsel vorgenommen wird,dann doch wohl auch um den großen Energieriesen den Stecker zu ziehen - indem wir unsere Euros nicht in ihre Kassen zahlen sondern mit einem Wechsel auch den Ausbau der Erneuerbaren Energien fördern.Alles andere ist völlig sinn- und zwecklos und Augenwischerei
www.atomausstieg-selber-machen.de
atomstromfreie Grüße Gabi mehr weniger
Und dann die diskussion wieder mal ob Ökostrom nur für reiche ist. denke ich nicht... ich zahle für 2.500 kwh nur 507 euro, das finde ich nur fair. mehr weniger
Ein weiterer entscheidender Hebel ist, dass aus einem Anteil meines Tarifs pro kWh der Bau von dezentralen Neuanlagen (Photovoltaik, Wind, Kleinwasserkraft) gefördert wird. Mit jedem/r einzelnen, der/die zu einem echten Ökostromanbieter mit Neuanlagenförderung wechselt, wächst so der Anteil der Erzeugung aus erneuerbaren Energien weiter (strategischer Konsum!). mehr weniger