Foodwatch verleiht den Goldenen Windbeutel 2012
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besser: wissen - machen - kaufen
Das ist kein Witz, aber der Unternehmenssprecher von Adolf Riedl hat es tatsächlich mit dem Utopia-Slogan gesagt: „Wir fangen halt schon mal an...“ Damit meinte Klaus Wührl-Struller eine komplette Bademoden-Kollektion namens Greenbay, die ökorrekt produziert wurde – nicht einzelne Teile, wie es sie bereits von anderen, etwa amerikanischen Herstellern gebe. Das Unternehmen Riedl habe sich im Zuge der Markteinführung von Greenbay dazu verpflichtet, sorgfältig mit allen natürlichen Ressourcen sowie ehrlich und fair mit allen Menschen, mit denen das Unternehmen zu tun hat, umzugehen. Dennoch sei dies für sein Unternehmen ein erster Schritt, noch nicht das Ende einer Entwicklung. "Wir haben uns gefragt, wo wir als Hersteller von Bademoden denn stehen? Wir trinken Fairtrade-Kaffee und essen Bio-Produkte, wir betreiben Mülltrennung und steigern die Energieeffizienz. Aber was können wir an der Produktion und den Produkten selbst verbessern?", erklärt er den Ausgangspunkt.
Das Bayreuther Unternehmen wurde bereits 1947 von Adolf Riedl gegründet und zählt inzwischen zu den führenden Herstellern von Bademoden in Europa. Die bekannte Marke Olympia etwa gehört zu den fünf aus dem Hause Riedl. "Aber da wir kein junges Label sind, können wir nicht komplett von Null anfangen und gleich alles richtig machen, bei uns gibt es allein deswegen Grenzen. Nur als Beispiel: Unser Firmengebäude ist nicht mal eben in ein Passivhaus umwandelbar, das müssten wir schon abreißen." Oder die Garantie, dass auch die Zulieferbetriebe einwandfrei arbeiten würden, sei gerade bei asiatischen Herstellern schwierig zu überprüfen. "Die haben dann Angst, dass sich der Nachfragende direkt an den Zulieferer mit Aufträgen wendet und die Zwischenstelle aus dem Geschäft herausfällt... Da tun wir uns wirklich schwer."
Dennoch könne er für die Unternehmen und Fabriken, die für Alois Riedl direkt produzieren, die Hand ins Feuer legen, dass sozial verträglich produziert werde. "Wir haben halt angefangen und versuchen nun Schritt für Schritt auch bis zum letzten Glied des Produktionsprozesses Transparenz zu schaffen", erklärt Wührl-Struller, um am Ende auch eine Zertifizierung für die neue Kollektion zu bekommen. So sei es nach wie vor nicht möglich mit Ökofarben die Schwimmmode einzufärben, weil das Ergebnis nicht einheitlich zufriedenstellend sei. "Jedoch hat die Farbe, die wir derzeit verwenden Öko-Tex-Standard", erklärt er – "und ist bedenkenlos tragbar."
Die Greenbay-Kollektion wird einerseits mit einem neuen Garn produziert, das aus recycelten PET-Flaschen hergestellt wird. Durch ein spezielles Spinndüsenverfahren wird diese Endlosfaser als besonders dünn und weich beschrieben. Diese Faser nimmt Farbe besser auf und erzielt darum mehr Brillanz und Farbkraft. Außerdem ist die Faser leichter und wassersparender waschbar. Des weiteren wird mit Bambus gearbeitet. Der Vorteil daran: Ein Bambuswald erzeugt 35 Prozent mehr Sauerstoff und absorbiert vier Mal so viel CO2 wie ein normaler Laubwald. Zudem ist Bambus eine der am schnellsten wachsenden Pflanzen überhaupt und regeneriere sich ohne weiteres Zutun sofort nach der Ernte. Bambus ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar und belastet den Boden kaum. Die Bambusfaser weise Mikroporen auf und wirke auf natürliche Weise antibakteriell.
Die Faser hat laut Greenbay dadurch hohe Elastizität und seidigen Glanz, ist feuchtigkeitsabsorbierend, atmungsaktiv und auf natürliche Weise antibakteriell. Schweiß- und Geruchsbildung wird daher vermieden. Zudem ist die Faser UV-absorbierend – die für die Haut gefährliche UV-Strahlung kommt kaum durch.
Hört sich an wie ein Wunderstöffchen und könnte den konventionell produzierten Badeanzügen den Rang ablaufen, denn gut aussehen tun sie auch. Auch wenn das Unternehmen erst am Anfang einer nachhaltigen Produktionsweise steht, ist das Recycling der PET-Flaschen eine tolle Entwicklung: Utopia hat deshalb einige Greenbay-Modelle des Herstellers Alois Riedl für Sie oben in der Bildergalerie zusammengestellt. Auch für den Herrn ist was dabei.
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Foto: photocase.com/ behrchen
Kommentare (12)
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Pedal-Angus
schrieb am 26.08.2010 um 13:23 ¶dieCCC
schrieb am 18.06.2010 um 12:35 ¶Kommentar schreiben
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