Ein Dinkel-Mischbrot backen
5Wie man richtig Brot backt, hat Utopia die Effenberger... mehr
besser: wissen - machen - kaufen
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Es kann freilich sein, dass bei Ihnen in den heimischen vier Wänden klaglos der Bio-Haselnuss-Mandel-Schokoladenaufstrich gegessen wird, obwohl nicht Nu... davor steht. Möglich, dass der Nachwuchs begeistert die Secondhand-Klamotten der verhassten Cousins trägt. Denkbar, dass alljährlich zu Weihnachten weder ein neues Mobiltelefon noch ein neuer MP3-Player noch eine neue Spielkonsole auf dem Wunschzettel stehen. Herzlichen Glückwunsch!
Der Rest der Eltern kämpft – nicht nur in Sachen Nachhaltigkeit – mit vertrauter Protesthaltung. Utopia hat sich in Familienhaushalten nach pädagogischen Ansätzen in Sachen Nachhaltigkeit umgehört. Da sich die zu erziehende Zielgruppe nachweisbar seit der Antike in kritischem Diskurs mit ihren Erziehungsberechtigten befindet, können wir den Erfolg der gesammelten Anregungen nicht garantieren.
1. „Man muss nicht alles haben!“
Die Überzeugungskraft dieses Satzes dürften Sie selbst noch aus Kindertagen kennen. All die anderen haben doch alles oder mehr oder neueres, boah, ist das ungerecht. Die himmelschreiende Ungerechtigkeit lässt sich auf unterschiedliche Weise relativieren. Zum Beispiel in Opas Kellerwerkstatt. Michael, zehn Jahre, hebt jede Schraube, jede Mutter, die er auf der Straße findet für seinen Großvater auf. Der freut sich immer sichtlich über die neuen Schätze und gemeinsam werden sie dann in die passenden Fächer der drei Werkzeugkisten sortiert. Warum eigentlich? „Der Opa hat als Kind den Krieg erlebt“, weiß Michael – „und da waren selbst ganz kleine Dinge unheimlich viel Wert, weil man sie vielleicht gegen etwas eintauschen konnte.“
Die Wunschzettel-Diskussionen vor Weihnachten wollten nicht enden. Da hat sich Beate zusammen mit ihrem damals sieben Jahre alten Sohn Konstantin auf der Homepage von Unicef Filme über den Kinderalltag in Flüchtlingslagern angesehen. „Da waren ein paar Jungs, die haben mit einem verbeulten Plastikklumpen Fußball gespielt. Dass die Kinder keinen Ball besessen haben, hat ihn sehr beeindruckt.“ Der Effekt war nicht nur eine abgespeckte Wunschliste, sondern auch eine zusätzliche Spardose im Kinderzimmer – für Hilfsprojekte.
Kathrin, 13 Jahre, hatte einen mp3-Player zum letzten Geburtstag bekommen. Es nahte der nächste Jubeltag, die zwei Gigabyte Speichervolumen waren längst gefüllt und so sahen sich ihre Eltern dem Wunsch nach einem aktuelleren Modell gegenüber. „Klar, habe ich mir auch gedacht, warum haben wir nicht auf mehr Speichervolumen geachtet“, sagt ihre Mutter. „Aber man muss nicht die komplette CD-Sammlung dabei haben. Wir sind selbst keine Konsumjunkies und sagen uns oft bewusst, ‚das will ich mir nicht leisten’. Und Kathrin hat das Selbstbewusstsein in diesem Satz auch verstanden.“
2. Das liebe Essen
Johanna habe der erste Blick in die Ökokiste sehr verblüfft, erinnert sich ihr Vater Christian. „Da hat sie bis auf die roten Rüben erstmal nichts erkannt. Und dass man beim Zubereiten von Schwarzwurzeln so unglaublich dreckige Hände bekommt, fand sie sehr lustig.“ Die Ökokiste ist an Johanna adressiert – welches Kind bekommt nicht gerne regelmäßig „Post“? „Der Inhalt der Kiste hat ihr ganz schnell klar gemacht, dass ein Großteil des Angebots im Supermarkt einen sehr weiten Weg hinter sich hat.“
Wer sich gesundes Gemüse nicht nur liefern lassen will, für den bieten viele Städte zudem die Möglichkeit eigenes Gemüse anzubauen: in Münchens Grüngürtel heißt das Projekt "Krautgärten" und "Gartenglück" im Kölner Stadtteil Hochkirchen. Die Nachfrage, besonders von Familien nach Schrebergarten-Parzellen ist seit Jahren ungebrochen. Über eine Million Kleingärten gibt es in Deutschland. Auf der Seite des Bundesverbandes der Gartenfreunde sind die Landesverbände aufgelistet und damit auch die Kontaktdaten für eine Parzellen-Nachfrage. Wer einmal zusammen mit Kartoffelkäfern zäh um die Kartoffeln gerungen oder fünf Minuten gebraucht hat, um eine dicke Karotte aus dem Boden zu ziehen, der isst Gemüse mit mehr Begeisterung und Bedacht.
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Leon ist zwölf und weiß bestens über Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe Bescheid. Er hat einen entsprechenden Ratgeber mit seiner Mutter mitgelesen und verblüfft nun Mitschüler mit einer kenntnisreichen Analyse ihres Joghurtdrinks. „Um Maoam komm ich trotzdem nicht rum“, lacht Mutter Sabine. „Und es kommen längst nicht automatisch Bio-Gummibärchen in den Einkaufskorb. Da entscheidet klar der Geschmack.“
Foto: photocase / Frank Gleismann; fotolia / Sandra Brunsch
Kommentare (6)
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Gulia
schrieb am 10.09.2009 um 11:18 ¶Molzen
schrieb am 22.08.2009 um 22:07 ¶Kommentar schreiben
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