Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Ökologische, nachhaltige Damenhygiene für die Periode

Binden & Tampons: Alle Tage wieder jede Menge Müll?



Was ist mit waschbaren Binden?

Was früher Standard war, gibt's heutzutage fast nur noch im Bestell-Versand oder als Anleitung zum Selbernähen. Stoffbinden, die aussehen wie normale Binden, aber nach Gebrauch nicht weggeschmissen, sondern im Kochwaschgang gewaschen und wiederverwendet werden. Die meisten Modelle bestehen aus einer Hülle mit herausnehmbarer Einlage. Je nach Stärke der Blutung wird eine andere Einlagestärke verwendet. Damit sie nicht verrutschen haben einige Modelle Knöpfe. Sie sind in manchen Bioläden erhältlich. Viele nähen sie einfach selber. Im Internet kursieren dazu einige Nähanleitungen. Ihre Vorteile: sie sind luftdurchlässig, sehr günstig da sie sich jahrelang verwenden lassen, pestizid- und gentechnikfrei, wenn sie aus Bio-Baumwolle sind und vergrößern nicht den Müllberg. Eher unpraktisch: Wenn jemand länger unterwegs ist, muss er sie mit sich herumtragen und sie auf jeden Fall auskochen.

Unvorteilhafter Name, aber ökologisch vorn: der Menstruationsbecher

Nur wenige wissen, dass der erste moderne Tampon und der Menstruationsbecher fast zeitgleich um 1930 entwickelt wurden. Nach großangelegten Werbefeldzügen und vielen Aufklärungskampagnen „gewann“ der Tampon, während der Menstruationsbecher ein nahezu unbekanntes Nischenprodukt blieb. Erst in den 80er-Jahren wurde er wiederentdeckt, als die Nachfrage nach umweltfreundlichen und günstigen Monatshygieneartikeln stieg. Wie der Name schon erahnen lässt, ist ein Menstruationsbecher ein kleiner Becher, der in der Scheide ein Vakuum erzeugt und so das Blut in der Scheide auffängt. Beim Herausnehmen wird er einfach in die Toilette entleert. Es gibt Einwegbecher – so genannte „Softcups“ – die eher einem Diaphragma ähneln und nach Gebrauch im Müll entsorgt werden (Hersteller: www.softcup.com). Und es gibt Mehrwegbecher mit einer Art Herausziehstöpsel, auch „Keeper“ genannt (Hersteller: www.mooncup.co.uk, www.divacup.com, www.lunette.fi). Sie bestehen entweder aus Naturkautschuk oder Silikon und können bis zu acht Stunden getragen werden. Nach Gebrauch wird der Keeper mit Wasser ausgepült und weiter benutzt. Laut Herstellerangaben kann ein Menstruationsbecher bis zu zehn Jahre verwendet werden - er spart der Anwenderin eine Menge Geld und erspart der Umwelt einen Haufen Müll.

Geht da doch noch was. Aber was?

Es ist auffallend, dass die Auswahl im Bereich Damenhygiene extrem überschaubar ist. Ein halbes Jahrhundert nach der Erfindung des Tampons gibt es tatsächlich nichts Neues. Es entsteht sogar der Eindruck, dass die Entwicklung in Sachen Weiterentwicklung und umweltfreundliche Optimierung abgeschlossen ist. Schade, dass es in diesem Bereich so wenig Fortschritte gibt. Die ökologischen Alternativen zu „ob und Always“ sind kaum bekannt, oft nicht überall erhältlich. Außerdem erscheinen die auf dem Markt erhältlichen „Reusables“ auf den ersten Blick eher wie ein Rückschritt in Sachen Komfort und Sicherheit. Doch Versuch macht klug. Wer seinen persönlichen Müllberg verkleinern möchte, sollte tatsächlich einmal mit einem wiederverwendbaren Produkt experimentieren. Gewöhnungsbedürftig waren alle Damenhygiene-Artikel einmal, warum also nicht mal den Versuch mit einem Mooncup wagen?

Seite 3 / 3
Stand: 18.09.2011 von

Kommentare (170)   abonnieren

alle Kommentare (170)
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 01.05.2013 um 11:36
    für mich machen biodinden und tampons 1000%ig erst sinn wenn ich sie in die biotonne werfen kann. so vermeide ich das verbrennen in der müllanlage und sie werden zu rohstoff für neue. weiß jemand ob dies möglich ist?
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 08.04.2013 um 21:32
    Lass uns mal wissen, was sie gesagt hat.
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 08.04.2013 um 14:15
    Ich werde morgen mal meine Frauenärztin fragen ;-)
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 08.04.2013 um 13:13
    Oekoala, ich stimme mit dir überein, außer dass weil! nicht so viel Profit damit gemacht wird, Kulmine nicht mehr werben kann. Die meisten anderen Hersteller der alternativen Produkte setzen völlig auf das Internet und auf Empfehlungen zufriedener Kundinnen.
    Jedenfalls: erzählt euren Arzt_innen von den Alternativen.

    Avocado, wir haben unfassbar viele Kundinnen die herkömmliche Produkte nicht vertragen.
    Eine der zufriedenen studiert Medizin, ich werde sie mal fragen wie es dort mit Infos über alternative Produkte aussieht.
    Kulmine bemüht sich schon um den Zugang zu den interessierten Ärzt_innen, aber noch nicht an den Unis. mehr weniger
  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 08.04.2013 um 11:10
    Viele Frauenärzt_innen kennen die modernen Alternativen tatsächlich nicht. Als meist relativ kleine Unternehmen können wir noch nicht so viel Werbung machen. Kulmine wirbt aber auch in Printmedien, macht sich immerhin schon bemerkbar.
    Es Freund_innen und Bekannten weiter erzählen und auch den Ärzt_innen das hilft sehr! mehr weniger
alle Kommentare (170)
Kommentar schreiben
(5000/5000)

Ich habe eine Frage zu ... Haushalt & Hygiene


Mehr zu Alltag

Mehr zu Tipps für Fortgeschrittene