Ein konventioneller Tampon besteht vor allem aus industriell hergestellter Viskosewatte (Rayon), einem natürlichen Kunststoff, der aus Zellulose industriell hergestellt und gewöhnlich chlorgebleicht wird. Dabei werden Dioxine freigesetzt, die als cancerogen gelten und die Umwelt belasten. Tampons aus 100 Prozent reiner Baumwolle werden nur von ökologisch orientierten Herstellern angeboten. Der verbleibende Baumwollanteil in konventionellen Tampons und Binden, stammt jedoch aus nicht biologischem Anbau. Das heißt, er wurde mittels massivem Einsatz von Pestiziden und Insektiziden erzeugt und kann aus genmanipulierter Saat stammen. Gifte, die durch den Bleichprozess zwar aus den Baumwollfasern ausgewaschen werden, doch der Gedanke an eventuelle Rückstände ist nicht beruhigend. So waren laut "Öko-Test" in verschiedenen Tamponmarken Chemikalien wie das als krebserregend geltende Formaldehyd und andere halogenorganische Verbindungen nachweisbar, die laut Herstellern Rückstände des Bleichprozesses sind.
Always ist viel Plastik dabei
Alle konventionellen Tampons und die meisten Binden sowie Slipeinlagen sind mit einer Kunststoffschicht, meist Polypropylen oder Polyethylen umgeben. Für deren Herstellung werden Petrochemikalien benötigt und das Endprodukt ist dadurch nicht biologisch abbaubar. Hinzu kommt weiteres Plastik für Umverpackung, manchmal auch Einzelverpackung, Wäscheschutz-Klebefolien und Applikatoren. Bei Tampons ist das aus hygienischen Gründen unverzichtbar, aber einzeln verpackte Binden sind unnötig und belasten die Umwelt nur mit zusätzlichem Abfall. Im Jahr 2009 fand "Öko-Test" bei zwei Tampon-Herstellern in der Folie Formaldehyd. Der Grenzwert für den bedenklichen Stoff wurde zwar nicht erreicht, aber wer möchte schon einen eventuell auch bloß leicht kontaminierten Tampon in seinem Körper wissen.
Fast alle konventionellen Binden enthalten ebenfalls saugfähiges Kunststoffgranulat, das Flüssigkeit besser bindet sowie Kunststoffe im Obermaterial, die für ein „trockenes“ Gefühl sorgen. Die Verwendung von Kunststoffen mag hier sinnvoll sein, schränkt aber die Atmungsaktivität der Haut ein und kann dadurch Reizungen und andere Hautirritationen auslösen.
Was die ökologischen Alternativen besser machen
Ökologische Tampons und Binden werden aus zu 100 Prozent biologisch angebauten und abbaubaren Materialien gefertigt. Sie enthalten kein Plastik und sind deshalb hautfreundlich und atmungsaktiv. Die verwendete Baumwolle stammt aus biologischem Anbau und wurde nur mit Sauerstoff gebleicht, aber nicht zusätzlich mit optischen Aufhellern leuchtend weiß gemacht. Dafür sind sie deutlich teurer und bleiben auch Wegwerf- da Einmalprodukte, die egal – ob bio oder konventionell – die häufigste Verstopfungsursache darstellen, wenn sie in der Toilette entsorgt werden. Angeboten werden diese Produkte nur von einem Hersteller: Natracare – und seit einiger Zeit auch von DM-Drogeriemärkten unter der Eigenmarke Jessa Nature.


Bio-Tampons und Binden
Kommentare (170)
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Jedenfalls: erzählt euren Arzt_innen von den Alternativen.
Avocado, wir haben unfassbar viele Kundinnen die herkömmliche Produkte nicht vertragen.
Eine der zufriedenen studiert Medizin, ich werde sie mal fragen wie es dort mit Infos über alternative Produkte aussieht.
Kulmine bemüht sich schon um den Zugang zu den interessierten Ärzt_innen, aber noch nicht an den Unis. mehr weniger
Es Freund_innen und Bekannten weiter erzählen und auch den Ärzt_innen das hilft sehr! mehr weniger