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Ratgeber Reisen

Meinen Urlaub buche ich bio!


Von Heidi Tiefenthaler

Utopia: Auf greentravelclub.info (gtc) soll der Urlauber „verlässliche grüne Anbieter“ finden. Die Kriterien für das ehc-Siegel (eco hotels certified) lesen sich aber ziemlich vage und nicht gerade anspruchsvoll. Darf jeder beim Greentravelclub mitmachen?

Ludwig Gruber: Nein, der Standard ist sogar sehr hoch. Wir haben mit unserem Anforderungsprofil in Europa gerade einmal 1700 Häuser recherchiert, die wir überhaupt kontaktieren wollen. Das entspricht nicht einmal einem Prozent der europäischen Hotellerie. Wir suchen bewusst Betriebe, die eine ökologische Grundqualität bieten, sich mit anderen vergleichen und weiterentwickeln wollen. Dafür muss ich aber beispielsweise erst einmal wissen, wieviel Heizenergie braucht denn das effizienteste Haus mit x Betten in der Höhenlage y? Erst dann kann ich zu einem vergleichbaren Haus sagen, du brauchst zuviel. Wir setzen auf das Erkennen von Zusammenhängen: Warum ist ein Haus soviel besser als das andere? Dann können wir anfangen zu entwickeln. Die jeweilige Gruppe bestimmt also den Standard selbst. Dadurch, dass wir weltweit die „Ökofreaks“ aufsammeln, haben wir aber von vornherein einen sehr hohen Standard. Diesen Betrieben brauchen Sie nicht mit dem Zeigefinger zu drohen.

Auf dem Reisemarkt gibt es bereits etliche Öko-Siegel und -Anbieter. Was ist neu an greentravelclub.info?

L. G.: Im Gegensatz zu den gängigen Siegeln oder Klassifizierungen setzen wir auf technisches Benchmark. Wir wollen den Ressourcenverbrauch von vergleichbaren Betrieben vergleichbar machen. Dabei geht es uns um eine ganzheitliche Betrachtung: Wieviel Ressourcen zieht ein bestimmter Betrieb von der Umwelt ab? So schauen wir beispielsweise nicht nur nach, wieviele Energiesparlampen ein Haus einsetzt, sondern ziehen auch die Qualität des Stroms in Betracht. Beides zusammen ergibt eine ganz andere Aussage über die Nachhaltigkeit, als wenn ich Kriterien einzeln bewerte – was bis jetzt der Ansatz von Umweltzeichen war.

Was uns aus der Geschichte der Biohotels heraus außerdem bei den vorhandenen Systemen fehlt, ist der Anspruch an die Lebensmittel. Wir sehen in Bezug auf den Ressourcenverbrauch einen großen Hebel in der Küche, sowohl was den Verbrauch, als auch die Qualität und die Transportwege anbelangt. Diesen Mangel wollen wir über einen Mindesteinsatz von Biolebensmitteln in der Küche und einem Anspruch an deren Regionalität beheben.

Und trotzdem haben sie den geforderten Anteil an Bio-Lebensmitteln im deutschen Sprachraum im Vergleich zu den Biohotels von 100 auf 50 Prozent, in allen anderen Ländern sogar noch weiter heruntergeschraubt. Warum?

L. G.: Das hat mehrere Gründe. Zum Ersten wäre es mit dem Anspruch 100 Prozent Bio überhaupt nicht möglich, Biohotels massenfähig zu machen – nicht einmal im deutschen Sprachraum. 100 Prozent Bio ist dermaßen schwierig für Hotels und deren Köche, dass es nur für eine kleine Gruppe umsetzbar ist. Zweitens – und dieser Punkt betrifft uns beim Projekt green-travelclub noch stärker – gibt es außerhalb des deutschen Sprachraums überhaupt keine Chance für ein Haus, 100 Prozent Bio zu fahren. Da fehlt einfach das Warenangebot. In der Türkei beispielsweise sind schon 50 Prozent eine Herausforderung. Die Hoteliers dort bekommen nur mit viel, viel Mühe diesen Anteil aus der Region zusammen. Wir könnten also keine überregionale Buchungsplattform anbieten, wenn wir den Bioanteil so hoch schrauben würden. Der dritte Punkt ist, dass es nach unserer Einschätzung ganz unterschiedliche Zielgruppen gibt. Es gibt Menschen, denen ist Bio sehr wichtig. Ihnen können wir keine Kompromisse zumuten und versuchen daher, ihnen die Biohotels zu kommunizieren. Und dann gibt es andere, die das mit dem Bioanspruch bei Weitem nicht so genau nehmen und ihren Urlaub überregionaler ausrichten. Ihnen bietet green-travelclub eine Auswahl internationaler Hotels, bei denen die Ökologie im Gesamten einen Stellenwert hat.

 

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Stand: 21.07.2010 von

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    schrieb am 30.01.2011 um 18:20
    Hallo CurlyCo!

    Der Wunsch nach Transparenz ist absolut in unserem Sinne! Die BIO-Hotels versprechen Bioqualität bei Speis und Trank und neuerdings Naturkosmetik. Nicht mehr und nicht weniger. Deine Worte oben waren:

    "Ich fühle mich nur betrogen, wenn mir jmd. etwas verkaufen möchte was er augenscheinlich nicht bieten kann!
    Bei den Biohotels kann ich allerdings wirklich nicht verstehen warum die Richtlinien so niedrig sind."
    und das hat mich betroffen gemacht.
    Ich weiß nicht, was die BIO-Hotels versprechen und nicht halten sollten und zweitens, was an dem Anspruch des Vereins so "niedrig" sein soll, wenn es auf der ganzen Welt keine weitere Gruppe gibt, die ähnliches einzuhalten bereit ist.
    Dein Argument "Ehrlichkeit" lässt ja nicht drauf schließen, dass du das so erkennst....
    "Ansprechen" können wir alles, nur richtig und nicht verdreht bitte! mehr weniger
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    schrieb am 29.01.2011 um 23:29
    Ich danke As- grown für den obenstehenden Beitrag und kann nur zustimmen!
    Genau das ist es was ich ausdrücken wollte und ich denke den Wunsch nach Transparenz und Ehrlichkeit kann ein UN dem Verbraucher nicht absprechen!
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    schrieb am 26.01.2011 um 23:59
    Ich finde super, dass es Zertifizierungen mit verschieden hohen Ansprüchen gibt und dass das EHC eine große Lücke schließt um mehr Menschen die Entwicklung in Richtung eines nachhaltigen Lebens zu erleichtern.

    Ich kann aber auch Corinna gut verstehen, wenn sie sagt, wir brauchen mehr Transparenz, denn man kann nicht beliebig viele Abstufungen mit Zertifikaten abdecken, damit für jeden Anspruch was passendes dabei ist. Man kann sich nur eine begrenzte Anzahl an vertrauenswürdigen Zertifikaten merken. Wenn man nun aber in einer Region mehrere Hotels mit gleichem Zertifikat zur Auswahl hat, würde es den Menschen mit unterschiedlichen Ansprüchen helfen, wenn mehr Details zu den Hotels vergleichbar aufgelistet würden. Z.B. welche nur die Mindeststandards für dieses Zertifikat erfüllen, welche deutlich ambitionierter sind und bei welchen viele Ausnahmen gemacht werden (mit Begründung). Oder vielleicht auch welche Verbesserungen und Fortschritte die einzelnen Hotels in den letzten Jahren gemacht haben. Eine hohe Transparenz führt auch zu mehr Wettbewerb und einer schnelleren Entwicklung. Wenn ein Hotel in einer bestimmten Region z.B. anfängt Bettwäsche aus Biobaumwolle einzuführen und das auf der Vergleichswebseite als Übertreffen der Mindestanforderung des Zertifikats aufgelistet wird, würden vielleicht andere Hotels auch schneller nachziehen und es nachmachen.

    Ein Zertifikat stellt die Gemeinsamkeiten bestimmter Hotels heraus, einen kleinstern gemeinsamen Nenner so zu sagen. Um einem mündigen Bürger allerdings eine Auswahl zu ermöglichen, was einen Wettbewerb bzw. schnelle Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit schafft, bedarf es auch einer Herausstellung von Unterschieden. Und dafür braucht man Transparenz und eine vergleichende Gegenüberstellung, so dass man sieht welche Hotels die Mindeststandards in welcher Hinsicht übertreffen.
    Folgende Informationen könnten einfach kontrolliert und verglichen werden: Anzahl der Mitarbeiter und Zimmer, Mindest- sowie Höchstgehalt und durchschnittliche Arbeitszeit der Mitarbeiter, CO2-Emission, Wasserverbrauch und Abfallmenge jeweils pro Hotelgast, Anteil an Biolebensmitteln und vegetarischer Kost, Biobettwäsche, Biowaschmittel

    Diese Angaben könnten auf freiwilliger Basis erhoben werden. Der mündige Kunde kann dann ganz nach seinem persönlichen Anspruch ein Hotel auswählen das z.B. viele Angaben macht oder eines das wenige oder keine zusätzlichen Angaben macht und nur die Mindestanforderungen des Zertifikats erfüllt und dafür vielleicht günstiger ist oder mehr Wellness verspricht. mehr weniger
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    schrieb am 07.01.2011 um 18:52
    eigentlich haben wir auch die Betriebe im Auge (Marokko, Indien evtl Brasilien,...) die vor Jahren schon den Kontakt zu uns gesucht hatten, weil sie BIO-Hotel werden wollten. Das sind in den jeweiligen Regionen oft Pioniere, die halt niemandem haben, der ähnlich denkt. Leider konnte der hohe Anspruch der BIO-Hotels außerhalb des deutschen Sprachraumes nie realisiert werden.
    Mit ehc könnte das gehen - wir müssen das aber erst in diesen Regionen umsetzen. Wir sind dran! mehr weniger
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    schrieb am 07.01.2011 um 16:54
    Hi Grulu
    OK, besten Dank! Dann geht ehc noch wesentlich weiter! Ist somit wohl eher für den deutschen bzw europäischen Markt gedacht, oder?
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