Tipps für die Festtage

Mein ökorrektes Weihnachten


Weihnachten ist das Konsumfest schlechthin. Es ist die Zeit, in der das meiste Geld für Geschenke, Schmuck und allerlei Essen ausgegeben wird. Geschenke für Mama, Oma, Tante, Bruder, Schwester, Freund oder Freundin. Schmuck für den Baum, das Haus, das Zimmer. Lichterketten, Kerzen, Christbaumkugeln. Da kommt allerlei zusammen. Die Fragen ist deshalb: Wo kommt das eigentlich alles her? Und wohin geht es, wenn es nicht mehr gebraucht wird? Was kann man also tun, um ökorrekt Weihnachten zu feiern?

 

 


Damit dieses Jahr alles richtig gemacht werden kann, hat Utopia schon mal einen Wunschzettel verfasst.

Unsere wichtigsten Tipps zu Weihnachtsbäumen, Kerzen und Lichterketten, Christbaumschmuck und Geschenkpapier.


Das Herzstück: Der Weihnachtsbaum

Von wegen heile Welt an Weihnachten: Heute ist die Weihnachtsbaum-Erzeugung zur profitträchtigen Industrie geworden. In Deutschland werden allein zweiundzwanzig Millionen Weihnachtsbäume pro Jahr verkauft. Da verwundert es nicht, dass die Bäume in Plantagen gezüchtet werden, häufig unter Pestizideinsatz, im schlimmsten Fall sogar genmanipuliert.
Adventskalender
Die wichtigsten Buchstaben beim Weihnachtsbaumkauf heißen deshalb: F.S.C.. Das ist das Kürzel für Forest Stewardship Council, das Gütesiegel für umweltfreundlich angebaute Bäume. Mit dem Kauf FSC-zertifizierter Bäume ist eine direkte Unterstützung einer nachhaltigen Waldwirtschaft verbunden, die den Wald schützt. Jeder, der einen FSC-Baum kauft, entscheidet sich gegen Kahlschläge von Wäldern, gegen Dünger und Pestizide, gegen gentechnisch manipulierte Pflanzen und gegen riesige Monokulturen. Eine Liste umweltfreundlicher Weihnachtsbäume gibt es zum Beispiel über Robin Wood.

Die Alternative zu „natürlichen“ Weihnachtsbäumen: Es gibt mittlerweile Bäume aus Draht, Holz, Filz oder aus Recyclingmaterial, die jedes Jahr wieder aufs Neue eingesetzt werden können.


Sie tappen im Dunkeln - Kerzen oder Lichterkette?


Das Heidelberger Institut für Energiedienstleistungen GmbH (IfED) schätzt, dass in Deutschland während der Weihnachtszeit allein aufgrund der Beleuchtung rund 25 Millionen Kilowattstunden verbraucht werden. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 8.700 Haushalten. Eine Menge Strom und damit jede Menge C02, genauer gesagt rund 14.500 Tonnen Kohlendioxid. Sollten Sie oder auch Ihre Stadt noch nicht auf Ökostrom umgestiegen sein – denken Sie im eigenen Garten oder beim Spaziergang in der Fußgängerzone lieber zweimal drüber nach, ob sich die funkelnde Außenbeleuchtung wirklich lohnt. Im schlimmsten Fall kommt aufgrund des C02-Ausstoßes und der Globalen Erwärmung bei Ihren Kindern und Kindeskindern gar keine Weihnachtsstimmung mehr auf.

Zurück zum Baum, der da noch so nackt im Wohnzimmer steht. Was kommt nun drauf – Kerzen oder doch die Lichterkette? Bei Lichterketten gilt – je energiesparender, desto umweltfreundlicher. Es gibt mittlerweile LED-Lichterketten. Auch Zeitschaltuhren sind eine gute Erfindung.

Lichterketten: LED-Kerzen mit einer Leuchtdauer von bis zu 120 Stunden (Osram). Mittlerweile gibt es sogar Solar-LED-Lichterketten (Memo). Weniger alternativ: Lichterketten sind meist aus Plastik und kommen aus Fernost, wo die Arbeitsbedingungen eher im Trüben liegen. Fragen Sie ihren Energiesparlampenanbieter doch mal nach den Arbeitsbedingungen. Megaman gehört zu den Anbietern, die ausdrücklich auf Arbeitsbedingungen und Sozialstandards achten.

Doch lieber Kerzen?

Die Verbraucherberater empfehlen, Stearin- oder Bienenwachs-Kerzen zu kaufen: "Die umweltfreundliche Alternative sind Kerzen aus Stearin, die aus dem nachwachsenden Rohstoff Palmöl hergestellt werden, sowie Kerzen aus Bienenwachs. Diese Kerzen sind nicht mit PAK (Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe) belastet; zudem rußen sie weniger als Kerzen aus Paraffin. Bienenwachs ist gesundheitlich unbedenklich." Paraffinkerzen, die den größten Verkaufsanteil haben, sind ein verarbeitetes Erdölprodukt, billig, aber nicht gerade umweltschonend produziert. Also: Nicht kaufen. Viele Anbieter machen gar keine Angaben – im Zweifelsfall sind das Paraffinkerzen. Kerzen aus rein pflanzlichem Stearin haben eine helle klare Flamme, eine lange Brenndauer, und eine edle kristalline Struktur. Sie sind geruchsneutral, rein ökologisch und weitgehend tropf- und russfrei. Sie sind temperaturstabil, das heißt, sie verbiegen sich frühestens bei 60°C.

 

Printen, Marzipankartoffeln, Lebkuchen

Auf einem Weihnachtsteller finden nicht nur Kinder das Paradies. Es gibt mittlerweile jede Weihnachtsleckerei auch in der Bio-Variante. Die ist zwar in der Regel etwas teurer, aber unsere Devise lautet ja: lieber weniger, dafür leckerer und gesünder. Wir brechen deshalb eine Lanze für die Lebkuchenbäcker – nicht nur rund um Nürnberg. Frisch gemacht schmeckts halt viel besser als die industriell gefertigte Massenware. Bei der ist auch der Anteil an hochwertigen Zutaten wie Honig oft gering bis kaum existent – dafür wird mehr Industriezucker verwendet. Und nicht selten kommt aus Preisgründen statt Marzipan Persipan in die Dominosteine oder den Stollen. Persipan ist ein Gemisch aus viel Zucker und gemahlenen Obstkernen, das das Marzipan ersetzen soll. Denken Sie beim Verzehr von Produkten mit hohem Zimtanteil (Zimtsterne, Spekulatius, Lebkuchen) daran, dass häufig der günstigere Cassia-Zimt verwendet wird, der einen hohen Cumarinanteil hat – Cumarin belastet schon in kleinen Dosen die Leber – Kinder sollten besonders wenig davon verzehren. Die Weihnachtszeit ist die Zeit des Kekschenbackens. Für ein einziges Blech Kekse den Backofen anzuschalten bedeutet viel Energieaufwand pro Keks. Deshalb wäre es prima, wenn Sie gleich für die Verwandten, Nachbarn und Freunde mitbacken oder sich zu einer Weihnachtskeksebackparty treffen – am besten bei demjenigen, der daheim einen Gasherd hat, denn backen mit Gas ist wesentlich energiesparender und umweltfreundlicher als mit Strom.

Eine Backparty klingt vielleicht albern, aber es macht wirklich Spaß – vor allem, wenn die Kinder mitmischen können. Und selbstgemachte Kekse sind ein prima Weihnachts-geschenk, weil Sie etwas Persönliches sind. Schokolade, Nüsse und Rosinen eignen sich sehr gut zur Verzierung, auf Lebensmittelfarben sollten Sie verzichten – die gibt es mittlerweile auch in natürlichen Farben, aber der Nährwert des Kekses wir durch die Dekoration nicht größer.

 

Noch ein paar Tipps zur Energieeffizienz

Wenn Sie den Backofen nach der Hälfte der angegebenen Backzeit ausschalten, sparen Sie Energie und minimieren das Anbrennrisiko. Und Vorheizen muss man auch als Kekschenbäcker nicht. Um die Bildung von Acrylamid zu verringern, sollte man die Plätzchen bei höchstens 170 Grad backen und auf keinen Fall zu braun werden lassen. Auch wenn Hischhornsalz ein kleines Qualitätsprädikat bei Backwaren ist, sollte man lieber zum klassischen Backpulver (gibt’s auch in bio!) greifen – Hirschhornsalz fördert die Bildung von Acrylamid.

Weihnachtsspecial

geschenkideen weihnachten

 

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Kommentare (16)   abonnieren

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    katzecool
    schrieb am 27.05.2010 um 07:20
    Ich kann nicht verstehen, dass man Plastikflaschen verarbeitet. Was ist daran ökorrekt?
  • Bedenklichen Inhalt melden
    Humanoidin
    schrieb am 23.04.2010 um 20:11
    Also mir gefällt der Baum total gut!Ich könnte mich aber auch mit einem aus Filz oder aus getrockneten Zweigen anfreunden,den man dann auch jedes Jahr wiederverwendet. Ich finde es unmöglich,dass viele diese Abholzung für notwendig halten! Weihnachtsschmuck kann man auf so viele andere Arten in...
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