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Mein ökorrektes Baby


 

 


Mein ökorrektes Baby – worum geht’s?

Ein Baby verändert das ganze Leben – das betrifft nicht nur den Tagesablauf, sondern auch die Ausstattung der Wohnung und insbesondere die Einkäufe. Der tägliche Bedarf erfordert eine völlig neue Orientierung: Plötzlich muss man sich Gedanken machen, welche Babynahrung, welche Windeln, welches Spielzeug ökologisch unbedenklich sind für das Baby – gerade junge Eltern fangen an, in der Sorge um das Wohlergehen des Kindes ihr Konsumverhalten und ihre Lebensgewohnheiten zu überdenken und neu auszurichten. Utopia hilft, Orientierung zu schaffen.

Hier sind die sechs wichtigsten Tipps:

1. Windeln

Rund 5000 Windeln verbraucht ein Kleinkind, bis es aufs Töpfchen kann. Da braucht man nicht lange zu überlegen, was an Müll zusammen kommt. Einwegwindeln sind nicht nur praktisch, sondern in der Regel auch hygienischer und weniger geruchsbelästigend als wiederverwendbare Windeln, weil sie gleich in den Müll wandern – kleine Leute können auch schon ganz schöne Stinker sein. Und wenn man sich dann vorstellt, wie viel Energie für das tägliche Auskochen der Windeln aufgewendet werden muss, ist man schnell wieder von der Einweg-Idee überzeugt. Aber es ist sowieso schwierig, eine Empfehlung für eine bestimmte Windelart zu geben, da Babys sehr unterschiedlich auf verschiedene Materialien reagieren.

Stoffwindeln: Wenn Ihr Kind synthetische Windeln nicht verträgt, sind Stoffwindeln aus reiner Baumwolle eine gute Alternative. Wenn Sie einen Windeldienst in Anspruch nehmen können, haben Sie sogar weniger Arbeit. Vom ökologischen Standpunkt aus ist ein Windeldienst sinnvoll, weil er die Windeln in hoher Stückzahl reinigt und der Energieaufwand pro Windel deshalb geringer ist. Wenn das alles zutrifft, ist die Stoffwindel besonders umweltfreundlich. Und auch nicht zu vergessen: Die Kosten sind deutlich geringer gegenüber Wegwerfwindeln, und zwar bis zu 50 Prozent. Sollte ein zweites Kind hinzukommen, wirds noch günstiger.
Weitere Vorteile der Stoffwindel: Die Kinder werden in der Regel schneller trocken. Die Chemowindeln saugen die Nässe so stark weg, dass ein Kind nie auf den Gedanken kommt, irgendwann mal auf den Topf zu wechseln. Das verlängert das Wickeln also um mehrere Monate - und Müllberge. Eingemachte Baumwollwindeln stinken tatsächlich weniger! Gegenüber Baumwolle/Frottee/Vlies ist die Kombination aus Plastik und Parfümierung sowieso grässlich für die Babyhaut.

Papierwindeln: Das Problem der Stoffwindeln ist oft, dass sie nicht so viel Flüssigkeit aufnehmen können wie eine Papierwindel, die sicher auch aus vielen anderen Gründen praktischer ist. Aber beim Kauf von Einwegwindeln sollte man überlegen, ob es nicht hin und wieder Möglichkeiten gibt, auf die High-Tech-Varianten zu verzichten. Zugegeben, sie sind sehr bequem und bieten viel Komfort – allerdings werden sie mit ungeheurem Energieaufwand produziert und als Restmüll sehr problematisch. Wenn ihr Kind auch mit einer Öko-Windel prima auskommt, dann sollten Sie ausschließlich öko kaufen.

Ökowindeln: Mittlerweile gibt es ein gutes Angebot an biologisch verträglicheren Windeln, die ebenfalls gute Resultate bei der Bindung von Feuchtigkeit erzielen. Kompostierbare Windeln sind vom Namen her irreführend, da auch Ökowindeln noch einen chemischen Bestandteil haben, den Gelkern. Bislang ist nur eine einzige Ökowindel auf den Markt gekommen, die komplett abbaubar ist. Die Firma Wiona hat sie entwickelt. Aber: Fäkalien darf man in Deutschland aus guten Gründen nicht kompostieren – also niemals in die Biotonne mit gebrauchten Öko-Windeln!
Das Problem der herkömmlichen Einwegwindeln ist vor allem der Kunststoffanteil. Die Plastikfolie hilft zwar sehr gut, die Feuchtigkeit zu speichern, aber sie führt auch dazu, dass eine Windel rund 300 Jahre braucht, um zu verrotten. Mittlerweile gibt es Ökowindeln, die die Nässe wirksam einschließen, deren Folienanteil aber rein pflanzlich und daher besser abbaubar ist. Ökowindeln hatten lange Zeit das Image, nicht besonders komfortabel für das Baby zu sein. Das hat sich aber längst geändert. Ökologisch unbedenkliche Materialien wie Bio-Zellstoff und Bio-Baumwolle sind zumeist auch viel hautfreundlicher als industriell gefertigte Kunststoffe auf Erdölbasis, zumal die Ökowindel nie chemisch gebleicht ist. Wenn das Baby trotzdem einen wunden Po hat, muss das nicht zwangsläufig an der Windel liegen. Vielleicht war das Essen zu säurehaltig oder aber das Baby verträgt ein bestimmtes Waschmittel nicht.

2. Brust oder Flasche?

Nur aus medizinischen Gründen sollte eine Mutter auf das Stillen verzichten. Denn abgesehen von der Bindung, die das Kind durch das Stillen an die Mutter entwickelt und den gesundheitlichen Vorteilen für beide, ist Stillen naturgemäß komplett klimaneutral. Sollte es notwendig werden, mit der Flasche zu füttern, wäre das Abpumpen der eigenen Milch natürlich das Beste. Geht das aber nicht, findet man im Handel gute Bio-Trockenmilch – oft auch aus fairem Handel.

3. Feste Nahrung

Ab dem sechsten Monat kommt bei Babys langsam feste Nahrung auf den Tisch. Konservierte Nahrung aus Gläsern ist unheimlich praktisch, aber mit ein wenig mehr Aufwand können Sie die Umweltbilanz pushen. Wenn Sie selbst die Nahrung in großen Mengen vorkochen und dann portionsweise einfrieren, sparen Sie sich eine Menge Müllwegbringen und Tütentragen. Ihr Kinderarzt sollte allerdings auf dem Laufenden gehalten werden, was die Ernährung angeht.

4. Körperpflege und Hygiene

Bevor Sie sich in den übervollen Regalen für Babyhygiene verlieren, schieben Sie den Einkaufswagen gleich in die Feinkostabteilung. Dort holen Sie sich ein gutes natives Olivenöl. Das ist die beste Lotion für Babyhaut, ohne chemische Zusätze und garantiert parfümfrei.
Was dagegen nicht gesund ist für Ihr Baby: ein Übermaß an Sterilität. Es gibt viele Studien, die belegen, dass unser täglicher Kampf gegen die Keime alles nur schlimmer macht. Kinder, die in tip-top sauberer Umgebung aufwachsen, neigen demzufolge öfter unter Neurodermitis oder Asthma. Manchmal reinigt Dreck den Magen ...
Ganz wichtig: Lassen Sie synthetische Chemikalien nicht an die Babyhaut. Wenn Sie windeln waschen, dann nehmen Sie ausschließlich Seife und warmes Wasser.

5. Kleidung

Mittlerweile gibt es selbst für Säuglinge Kleidung, die die Ansprüche der Haute-Couture problemlos erfüllt, aber seien sie sicher: Kein Baby nimmt es Ihnen übel, wenn es statt in einer Donna-Karan-Uniform einen ganz einfachen Frottee-Strampelanzug tragen muss. Gut eignen sich auch Materialien aus Bio-Hanf und Bio-Baumwolle, die sind garantiert frei von Chemikalien und halten auch mehrmaligem Waschen problemlos stand. Und am nachhaltigsten ist es sowieso, Baby- und Kinderkleidung second hand zu kaufen – manchmal kann man gar nicht so schnell gucken, wie die Kleinen aus ihrer Kleidung herausgewachsen sind. Deshalb ist auch das Angebot an guterhaltenen Babysachen so groß.

6. Das Kinderzimmer

Babys nehmen alles in den Mund. Also sind die Kuscheltiere aus Öko-Baumwolle und das Spielzeug aus unbedenklichen Materialien. Informieren Sie sich im Fachhandel – es gibt eine große Auswahl an naturbelassenem Spielzeug. Gleiches gilt für die Möbel – und selbst die Wände streichen Sie am besten ausschließlich mit Farben auf Wasserbasis. Achten Sie beim Saubermachen, dass Sie insbesondere im Kinderzimmer nicht zuviele und zu aggressive Reiniger benutzen. In den allermeisten Fällen genügen grüne Seife, etwas Essig und Wasser.

Sie möchten noch mehr wissen?

Eine große Auswahl an ökologischen und fair produzierten Windeln und Babywäsche finden Sie im Babyshop von hess natur unter www.hessnatur.de

Minibär ist das Kind vom Umweltversand Waschbär und bietet ausgewählte, natürliche Produkte für Babys und Kinder an.

Die Experten rund um ökologisch unbedenkliche Babyausstattung: www.bio-babywelt.de

Ebenfalls große Auswahl und gerade erweiteret um ein Angebot an ökologischer Kinderwäsche: www.bio4baby.de

Kamera: Anne Bürger

Stand: 04.11.2008 von

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  • Bedenklichen Inhalt melden
    schrieb am 16.11.2012 um 21:25
    Wozu braucht ein Baby ein eigenes Kinderzimmer? Am besten sind Babys im Familienbett aufgehoben. Für ein eigenes Zimmer reichts dann immernoch, wenn ein Kind das selbst will, meistens wahrscheinlich erst ab drei Jahren oder so.
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    schrieb am 13.11.2012 um 14:24
    Und hier gibt's noch Anregungen zur Arbeitsteilung zwischen Mutter und Vater: http://femilyaffair.de/
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    schrieb am 20.01.2011 um 04:15
    Windeln sind eigentlich eine perverse Erfindung der Industriegesellschaft für Eltern, die keine Zeit haben, sich 100% um ihre Kinder zu sorgen – also achtsame Kommunikation über die Bedürfnisse des Säuglings zu führen.

    Das ist das Perverse: Erst wird einem kleinen Menschen beigebracht, er solle doch bitte sein Geschäft in die umgeschnallte Wegwerftoilette drücken, obwohl ihm das verständlicherweise unangenehm ist, das Ergebnis wird dann mühsam vom Körper wieder abgewischt. Nur um ihm dann zwei Jahre später aufwändig beizubringen, dass das doch nicht richtig ist und man sich dafür aufs Töpfchen setzen muss. Zwei sehr belastende Themen in der Eltern-Kind Beziehung, die völlig unnötig sind – wie ich finde!

    Abgesehen vom ökologischen und finanziellen Aspekt spart man sich mit windelfrei ne ganze Menge Stress, auch wenn es anfangs etwas mühsam ist. Auch eine enge Eltern-Kind Bindung wird durch die intensive achtsame Kommunikation gefördert. Im Ausnahmefall mal ne Windel ist ja dann auch noch drin!

    PS: Ich habe keine eigenen Erfahrungen damit, aber eine Meinung. Und ich habe eben im Buch von Ingrid Wagner zum Thema gelesen... mehr weniger
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    schrieb am 14.06.2010 um 21:41
    meine mutter musste damals stoffwindeln verwenden da meine zwei schwestern und ich (wir sind alle nur ein jahr auseinander) wohl einen sehr empfindlichen po hatten ;) sie hatte also drei kinder für kurze zeit gleichzeitig zu wickeln. sie sagt heute noch dass sie keine ahnung hat wie sie das geschafft hat mit dem auskratzen, waschen, legen, etc. wir hatten allerdings nicht dieses wollhöschen sondern so nen knopfhöschen drüber. mehr weniger
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    schrieb am 08.04.2010 um 22:19
    Dass Windelfrei hier nicht auftaucht, ist gar nicht so schlimm - dafür gibt es doch das Windelfrei-Blog (www.123-windelfrei.de) und die TopfFit-Seite (www.Topffit.de). Da erfährt man alles über den Alltag mit einem (teilzeit-) windelfreien Baby und wie man es selbst mutig und unverbindlich mal mit dem eigenen Baby ausprobieren kann :). mehr weniger
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