Sauberer, grüner oder lieber fieser?
Wir könnten Ihnen ja viel erzählen von Frühjahrsputz und Umweltschutz, wenn in Ihrem Schrank die Chemiekeulen auf den Einsatz warten. Gelangen Desinfektionsmittel und antibakterielle Reinigungsmittel ins Abwasser, greifen sie alle Mikroorganismen an; auch diejenigen, die zur biologischen Reinigung des Abwassers in der Kläranlage beitragen. An einem bleibt die Dreckarbeit immer hängen. Meistens an der Umwelt.
Die waschaktive Kraft von konventionellen Reinigungsmitteln beruht hauptsächlich auf dem Einsatz von Tensiden. Die meisten Hersteller verwenden Tenside auf Erdölbasis, einer bekanntermaßen begrenzt vorkommenden Ressource. Bereits ihre Gewinnung, Verarbeitung und die dort entstehende Abfallprodukte belasten die Umwelt. Der Tipp der jetzt kommt ist nicht neu, aber trotzdem gut: Mit Essig und Natriumcarbonat (auch als Soda bekannt, gibt's in der Apotheke oder in der Drogerie) kann man fast alles sauber bekommen. Mit Essig kriegen Sie alles weg, was säurelöslich ist (Kalk, etc.), mit Soda gehen Sie alles an, was schmierig ist (Fett, etc.). Vermengen Sie einen der beiden Stoffe mit etwas warmem Wasser und sie bekommen einen wirksamen Allzweckreiniger. Essig und Natriumcarbonat übrigens immer scharf trennen, die Mischung ist gefährlich!
Nicht nur sauber, sondern grün!
Welchen Unterschied machen ökologische Reiniger? In ökologischen Reinigern werden Tenside auf der Grundlage natürlicher Fette und Zucker, also nachwachsenden Rohstoffen (Palm- und Kokosöl, Mais- oder Kartoffelstärke) verwendet. Sie enthalten keine problematischen Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe. Auch die Herkunft der Rohstoffe ist hier ein Thema. Bei vielen Herstellern wird streng auf ökologischen Anbau geachtet, andere unterstützen und fördern Fair-Trade-Projekte. Umweltverträglich zu putzen heißt vor allem auch, so wenige und so unproblematische Reiniger wie möglich zu verwenden. Schauen Sie mal bei Ecover vorbei – da finden Sie eine Menge effektiver Mittelchen, die ihnen nicht irgendwann in Form von belastetem Trinkwasser wieder Hallo sagen.
Papierhandtücher und andere Einweg-Materialien können durch wieder verwendbare Stoffhandtücher und Mikrofasertücher ersetzt werden. Reinigen Sie diese in der Spülmaschine bei mindestens 60 Grad. Natürliche Schwämme sind viel umweltverträglicher, da sie sich schneller abbauen, wenn sie im Müll landen. Versichern Sie sich unbedingt, dass die Schwämme aus Schwammfarmen stammen und nicht aus einem Ökosystem herausgerissen wurden.
Durchatmen!
Die Luft in geschlossenen Räumen ist oft mehr mit Giften belastet ist als die Luft draußen. Das liegt an den chemischen Substanzen in den Möbeln, der Auslegware und an der Tatsache, dass viele Häuser heute besser isoliert sind als früher. Was gut ist, um Energie zu sparen, sollte nicht auf Kosten Ihrer Frischluftzufuhr gehen. Beim Putzen wirbeln Sie eine Menge Dreck auf. Lassen Sie deshalb die Fenster auf, während Sie durch die Wohnung schrubben.
Ran an den Schrubber
Wer sich nicht täglich mit der Frage beschäftigt, wie und womit man den Schmutz aus den hintersten Ecken kratzt, wird dankbar sein über die Tipps, die nun folgen. Putzprofis und Feudelfans können dagegen getrost beim nächsten Kapitel weiter lesen.
In ihrer Wohnung können Sie ganz grob davon ausgehen, dass drei Schmutzarten auf Sie warten. Zum einen Fettschmutz, der ihnen vorzugsweise dort begegnet, wo Sie Essen zubereiten und konsumieren. Er lässt sich am besten mit warmem Wasser und ein paar ordentlichen Spritzern Zitrone entfernen, oder Sie stellen sich wie oben beschrieben einen Allzweckreiniger her. Ist der Fettfleck eingetrocknet (man kennt das auf den Küchenschränken), etwas Soda oder ökologisches Spülmittel in warmes Wasser und den Schmutz damit einweichen. Anschließend abschrubben. Achten Sie darauf, dass Sie die Oberfläche dabei nicht zerkratzen.
Im Bad stoßen Sie auch auf Fettschmutz (der berüchtigte Badewannenrand nach dem Vollbad, etc.). Hier gesellt sich aber mit Vorliebe noch Kalk dazu. Wer glaubt, er beseitige den Schmutz, indem er einfach nach dem Baden oder Duschen die Wanne kurz abbraust, irrt. Er macht’s nämlich nur schlimmer, und Wasser spart man so auch nicht. Am besten den Kalk gleich nach dem Duschen eliminieren, in dem man Armaturen, Kacheln und die Wanne mit einem einfachen Stofflappen trocken reibt. Sehr gut gegen Kalk eignet sich Essig. Mit lauwarmem Wasser und etwas Essigessenz kriegen Sie Glanz ins Bad. Wer den Geruch von Essig nicht mag, der sollte zu einem ökologischen Essigreiniger greifen – der Geruch ist dann in der Regel nicht so penetrant wie bei der Essenz. Oder Sie versuchen es mal mit der Schale von unbehandelten Zitrusfrüchten. Damit kriegen Sie Kalkflecken weg und haben einen angenehmen Zitrusduft in der Nase. Ein natürlicher Feind von Kalk ist übrigens auch Kartoffelstärke. Wer sich in seiner Kindheit gefragt hat, warum Oma mit Kartoffelschale an den Spülbeckenarmaturen und in der Spüle geschrubbt hat, der mag jetzt staunen: Speisestärke entfernt tatsächlich Schmutzflächen und lässt Edelstahloberflächen glänzen. Einfach trocken abwischen, dann strahlt's. Kein Witz.
Staub begegnet Ihnen überall, und Sie begegnen dem Staub am besten mit einem Staubsauger. Das ist eine diskussionswürdige These, sicher. Unsere Sicht der Dinge: Wenn Sie sowieso den Staubsauger für den Teppich angeschmissen haben, dann machen Sie gleich bei den Möbeln weiter. Richtig ist, dass ein Staubsauger Strom verbraucht und ein voller Staubsaugerbeutel nicht recycelt werden kann. Aber wenn Sie Staub feucht wischen, verbrauchen Sie wiederum Wasser, und wenn Sie den Staub draußen ausschütteln ist das den Nachbarn gegenüber auch nicht ganz so höflich. Staubsauger haben oft Aufsetzer für Polster und Ecken – damit bekommen Sie auch den Fernseher problemlos und kratzerfrei sauber.
Die Fenster bekommen Sie sauber, wenn Sie lauwarmes Wasser mit einem ordentlichen Schuss Essig anreichern - ein ökologischer Glasreiniger ist auch okay. Statt eines Lappens sollten Sie Zeitungspapier zum Wischen nehmen. Passen Sie aber auf, dass Sie nicht die Fensterrahmen mit Druckerschwärze verschmutzen. Wenn Sie Ihr Wasser mehrfach verwenden wollen, dann beginnen Sie dort, wo der wenigste Dreck wartet. "Von oben nach unten" ist ein gängiges Putzmotto. Die Böden sollten Sie zuletzt wischen. Aber: je dunkler sich das Wasser durch den Dreck bereits verfärbt, desto größer wird die Gefahr, dass Sie den Schmutz in Ihrer Wohung nur umverteilen. In diesem Fall hilft nur ein Wasseraustausch.


Kommentare (10)
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Glücklicherweise gibt es alternativen und es waren einige Tips dabei, die ich noch nicht kannte. Von Ecover habe ich übrigens gerade Geschirrspül+ Waschmittel bestellt.
und wieder stellt sich mir die Frage: Ist mit der Hand abwaschen umweltfreundlicher, als Geschirrspülen? Kommt wohl auf das Mittel an.
Meine Wäsche wasche ich mit Waschnusssud, als Entkalker verwende ich gelöste Zitronensäure. Ein paar Tropfen ätherisches Öl bringen den gewünschten Duft (z.B. Blutorange, lecker).
Aber hat vielleicht jemand einen Tipp, wie ich meinen Badezimmerspiegel sauber kriege ohne Schlieren? Ich hab es mit der Zitronensäure versucht, das gab nur Schlieren und der Spiegel wurde blind.
L.Gr. Andrea
Und um Viel Wasserdampf zu erzeugen muss nur sehr wenig Wasser verdampft werden! Wer kann das schon mit den Händen...
Sonst ist noch beim Kauf der Maschiene auf die Energieeffiziensklasse (A ist die beste) zu achten und dann auf die Wahl des Programms!
Anleitung lesen und Ausprobieren lohnen sich!
Bleiben noch die Tabs! Die ökorekten Tabs sind für mich auch noch Neuland, habe aber schon welche gefunden:
http://www.thehealthyhome.eu/site/de-de/content/mhh_kitchen.asp
Na dann viel Spaß beim Geschirrspülen lassen!!
-Abgesehen davon hab ich in diesem Thema schon viel neues gelernt. Prima!
http://www.regenwald.org/regenwaldreport.php?artid=307
Besonders jetzt im Rahmen der Europäischen Woche zur Abfallreduzierung.