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besser: wissen - machen - kaufen
Von Volker Eidems
Einer Kaufberatung für ein ökorrektes Fahrrad muss leider vorausgeschickt werden, dass umfassende Informationen über die Produktionsbedingungen nur sehr schwer zu beschaffen sind. So fokussieren die meisten Produktbewertungen – darunter auch die EcoTopTen-Liste des Öko-Instituts – auf geringe Reparaturanfälligkeit, geringen Wartungsaufwand und Langlebigkeit. Sie argumentieren, dass ein zuverlässiges Fahrrad häufiger benutzt wird und dann andere Verkehrsmittel ersetzt, die eine schlechtere Umweltbilanz haben. Dies führe zu “einer deutlich höheren Umweltentlastung, als durch eine rein ökologische Materialauswahl bei der Herstellung des Fahrrads erreicht werden könnte“, so das Öko-Institut. Dennoch gibt es ein paar grundsätzliche Überlegungen, die darüber hinaus im Fahrradgeschäft die Entscheidung erleichtern können.
Trotz größerer Auswahl haben die großen Verkäufer mit den Super-Sonderangeboten einen Haken: Meist wird mit Markennamen geworben was Rahmen und Schaltungsteile betrifft, die übrigen Komponenten, auf denen kein Name vermerkt ist, sind dagegen reparaturanfällige Billigprodukte, die nicht lange halten – der günstige Preis muss sich ja irgendwo niederschlagen. Und da man nicht das ganze Rad auseinandernehmen kann, um zu prüfen, welche Teile wo verbaut sind, kommen derartige Schnäppchen leider von vorneherein nicht in Frage.
Außerdem wichtig: Ein Händler, der wirklich etwas über seine Räder und möglichst auch die Hersteller weiß, und Gelegenheit gibt, mehr als nur eine Probefahrt zu unternehmen. Da wie bereits angesprochen, die einzelnen Lieferanten nur schwer zu bewerten sind, empfehlen sich europäische Hersteller, zum einen, weil ihre Produktion immerhin den EU-Umweltauflagen unterliegt, zum anderen wegen der kürzeren Transportwege.
Bleiben wir beim Herz des Fahrrads, dem Rahmen. Leicht sollte er sein und möglichst wenig oder gar nicht rosten, letzteres ist nur mit einem Aluminiumrahmen möglich. Stahlrahmen sind etwas dünner aber ein wenig schwerer als Aluminiumrahmen. Die Gefahr der Durchrostung ist bei einer hochwertigen Oberflächenversiegelung jedoch ziemlich gering (wenn das Rad nicht ständig im Regen steht), hier sollte auf eine Pulverbeschichtung geachtet werden. Diese Versiegelung bietet im Gegensatz zur einfachen Lackierung den Vorteil, dass sie weitgehend ohne Lösemittel auskommt und der Pulverlack sehr effizient genutzt wird, daneben ist sie extrem witterungsbeständig.
Die Ökobilanz spricht also für Stahl, um ein Kilogramm Roheisen neu zu produzieren, werden etwa 9 kWh Energie benötigt, für ein Kilogramm Aluminium sind es dagegen 52,5 kWh. Die Bilanz wird allerdings besser, wenn recycelte Rohstoffe eingesetzt werden. Am umweltverträglichsten ist sicherlich der Rahmen aus Holz (Link zum Woodbike-Artikel), leider gibt es diese Räder bislang in kaum einem Fahrradgeschäft.
Bei den Gabeln ging der Trend selbst bei günstigeren Modellen in den vergangenen Jahren zu Federgabeln. Hier muss man sich fragen, ob eine solche Gabel wirklich Sinn macht, denn bei Fahrradgeometrien mit aufrechter Sitzposition sind diese überflüssig. In diesem Fall ist die Federung wiederum ein Marketinggag, der Geld kostet, das für hochwertige Komponenten an entscheidenden Stellen fehlt. Gegenüber einer normalen Gabel werden dann Kunststoffe, Metallfedern oder Öl eingesetzt, die ein mögliches Recycling unnötig erschweren. Und zu guter Letzt wiegen zumindest Standard-Federgabeln deutlich mehr als normale, was einem leichten und wendigen Rad widerspricht.
Kommentare (10)
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lehrmaedchen
schrieb am 16.12.2010 um 14:40 ¶berniewa
schrieb am 11.07.2010 um 10:58 ¶Kommentar schreiben
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