Foodwatch verleiht den Goldenen Windbeutel 2012
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besser: wissen - machen - kaufen
Wer im Februar aus dem Fenster schaut, wird sich fragen, wo die Blütenpracht herkommt, die in den Blumengeschäften um die Gunst der Kunden blüht. Wir verraten es: Die allermeisten kommen direkt aus dem Gewächshaus, der Rest aus warmen, aber fernen Ländern. Das ist alles nicht weiter schlimm, wenn die Züchter Umweltstandards einhalten, ihre Arbeiter fair behandeln und ihre Pflanzen ressourcenschonend gedeihen lassen. Ein paar kleine Entscheidungshilfen.
Achten Sie als erstes auf Blumen mit dem „Flower Label“. Blumen mit dem FLP-Gütesiegel kommen von Blumenfarmen, die nachweislich international anerkannte Arbeitsrechte einhalten und auf den Schutz der Umwelt achten – das FLP-Siegel ist das Fair-Trade-Bio-Pendant bei Blumen. Das FLP prüft die Züchter jährlich durch Kontrollen und Stichproben. Wenn Sie wissen wollen, welcher Blumenhändler in Ihrer Nähe „Flower Label“-Blumen anbietet, dann schauen Sie mal hier.
Was aber, wenn keiner in der Nähe ist? Blind zugreifen? Gleich die Massenware aus Holland? Es gibt eine Menge Vorurteile gegenüber Obst und Gemüse aus Holland. Was ist aber mit Tulpen aus Amsterdam? Holland ist einer der größten Blumenexporteure und liegt näher als Afrika, wo ebenfalls viele Blumen für den europäischen Markt gepflanzt werden – allerdings energiesparender unter freiem Himmel. Die Cranfield University aus England hat im letzten Jahr den Energieverbrauch und CO2-Ausstoß von Rosen, die in Kenia angebaut wurden, mit den Energie- und CO2-Kosten von Rosen verglichen, die in den Niederlanden im Treibhaus gedeihen. Berücksichtigt wurden sowohl die Belastungen während der Produktion, als auch die Energiekosten, die durch den Transport nach Großbritannien entstehen.
Das Ergebnis überrascht: Die niederländischen Rosen schnitten nämlich im Vergleich wesentlich schlechter ab. Das für die beheizten und künstlich beleuchteten Gewächshäuser benötigte Erdgas belastet die Klimabilanz erheblich. Hinzu kommt, dass in Kenia höhere Erträge erzielt werden. Selbst der weite Flug von Kenia nach England belastet die Klimabilanz der afrikanischen Rosen im Verhältnis weniger. Künstliche Heizung und Beleuchtung in den Niederlanden produzieren sechsmal höhere CO2-Emissionen!
Leider vernachlässigt die Studie folgende Fragen: Was ist mit den Umweltbelastungen, die über die CO2-Emissionen hinausgehen? Werden zum Beispiel tropische Wälder abgeholzt, um Boden für den Blumenanbau zu gewinnen, wird Vorsorge gegen Bodenerosionen getroffen, werden Gewässer durch Pestizide in Mitleidenschaft gezogen? Nach Auskunft des Umweltbundesamt ist die Studie zwar plausibel, aber weil diese wichtigen Parameter nicht berücksichtigt wurden, lehnt sie eine umweltseitige Bewertung ab. Wir empfehlen deshalb: Blumen aus Kenia oder Amsterdam ohne FLP-Siegel zurück in den Eimer stellen. Stattdessen gleich zu den Pflanzen aus der Region greifen!
Es muss ja nicht immer ein großer Strauß sein. Gut geführte Gartencenter in Ihrer Nähe ziehen ihre Gartenpflanzen in eigenen Gewächshäusern auf. Damit beziehen Sie Maiglöckchen, Osterglocken und Primeln direkt aus ihrer Region, lange Transporte entfallen, und die Mitarbeiter können Ihnen auch noch etwas über die Blumen erzählen, die sie Ihnen verkaufen. Und falls der passende Garten fehlt: Wenn Sie Ihrer Liebsten einen fertig gepflanzten Balkonkübel schenken – ist eh alles geritzt. Lesen Sie dann gleich in unserem neuen Ratgeber „Das ökorrektes Sexleben“ weiter.
Foto: photocase / AndreasF.
Kommentare (8)
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enedwaith
schrieb am 28.03.2009 um 11:35 ¶Christine Brunsch
schrieb am 02.03.2008 um 20:28 ¶Kommentar schreiben
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