
Einfach gesagt: unglaublich kompliziert.
Beginnen wir beim Umweltrecht. Zentraler Bestandteil des Umweltrechts ist das Abfallrecht. Es hat Bezüge zum Natur-, Gewässer- und Emissionsschutz.
Der grundsätzliche Umgang mit und die Entsorgung von Abfällen ist im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) geregelt. Es ist erst vor gut elf Jahren in Kraft getreten und hat seinerzeit das gute alte Gesetz zur Vermeidung und Entsorgung von Abfällen (AbfG) abgelöst, das bei seinem Erlass 1972 zunächst nur die landesweite Sanierung der Müllentsorgung zum Ziel hatte.
Im KrW/AbfG enthalten sind zahlreiche Bestimmungen, Verordnungen und Verwaltungs- vorschriften, der Fokus des Gesetzes liegt aber auf der Minimierung des Ressourcen-Einsatzes je Erzeugungseinheit.
Ergänzend dazu besteht wiederum das Abfallrecht der einzelnen Bundesländer.
Wenn Sie mal Langeweile haben oder draußen schlechtes Wetter ist, dann schmökern Sie doch mal ein bisschen in den Tiefen des Abfallrechts und lassen Sie sich verzaubern von der komplexen Schönheit deutscher Verordnungs- und Verwaltungs-Prosa. Lieblingsbegriff: Entsorgungsfachbetriebeverordnung.

Einfach gesagt: Verschiedenstes.
Sofern Sie Ihren Müll zuvor sortiert haben, wird der Müll zunächst getrennt gesammelt und dann je nach nun vorliegendem Sekundärrohstoff weiterverarbeitet. Aus Altpapier wird zum Beispiel neues Recyclingpapier, aus Altglas Neuglas und so weiter.
Wichtig: Auch Recycling belastet die Umwelt, wenn auch in geringerem Maße als Abfall. Für den Vorgang muss Energie aufgewendet werden, bei einigen Materialien entstehen Qualitätsverluste - und es bleibt fast immer ein nicht verwertbarer Reststoff übrig, der wiederum entsorgt werden muss. Alles, was nicht recycelbar ist, nennen wir liebevoll "Restmüll". Es gibt aktuell zwei angesagte Methoden, damit umzugehen.
Erstens: Alles auf einen großen Haufen kippen, mit riesigen Baggern verteilen und dann "verdichten", also quasi plattdrücken, wie Sie es daheim in Ihrer Mülltonne manchmal mit dem Fuß machen, damit mehr reinpasst.
Zweitens: Verbrennen. Und da wird es wirklich kritisch. Wir reden hier nicht von einem schnuckeligen Lagerfeuer, sondern von echten Hardcore-Höllenöfen, die je nach Abfallart bei über 1300 Grad laufen (z.B. bei Sondermüll). Etwas über die Hälfte des deutschen Mülls wird aktuell "thermisch behandelt" - Tendenz: steigend, Stichwort: CO2-Emissionen.
Die rund 45 Millionen Tonnen Müll, die wir jedes Jahr produzieren, können logischerweise nicht vollständig auf "Restmüllreinheit" untersucht werden, eh sie verbrannt werden. Das bedeutet: Wenn Sie nicht darauf achten, ob zum Beispiel eine Batterie in Ihrem Restmüll landet, dann wird sie möglicherweise gemeinsam mit Ihrer alten Matratze verbrannt. Die enthaltenen Schadstoffe gelangen so in die Atmosphäre, und glauben Sie mir, das wollen Sie nicht.

Einfach gesagt: Glas und Papier.
Es ist wünschenswert, dass alle Bürger so viel Müll sortieren wie möglich. Das spart Kosten und nutzt der Umwelt. Logisch. Wenn Sie aber nicht die Zeit, den Nerv oder die Kapazitäten haben, ihre kaputten Glühbirnen in Glas, Metall und Sonstiges aufzusplitten, eh sie sie wegwerfen, dann machen Sie es wie die guten Ingolstädter: Trennen Sie zumindest Papier (total leicht), Glas und Restmüll. In Ingolstadt gibt es nicht einmal den "Gelben Sack", und dennoch sind sie jüngst zum wiederholten Male Deutscher Mülltrennmeister geworden.
Glasrecycling gilt als die Mutter der deutschen Kreislaufwirtschaft, weil es ziemlich einfach ist. Zerschmettern, einschmelzen, neu formen - fertig. Seit 1970 ist dadurch der Energieaufwand bei der Glasherstellung um 77 Prozent gesunken. Es gibt angeblich sogar Hinweise auf frühe Glasrecyclingprozesse im antiken Rom.
Papier ist ebenfalls sehr gut recycelbar, etwa zwei Drittel der in Deutschland produzierten Papp- und Papiererzeugnisse stammen aus Altpapier. Die Altpapierreste, die nicht mehr zur Herstellung von Recyclingpapier verwendet werden können, werden neuerdings dazu verwendet, um die Energie für den Recyclingvorgang durch Verbrennung zu liefern.
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Kommentare (6)
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Was passiert wirklich, wenn der ( hoffentlich sortierte) Müll abgeholt wird? Ich hätte Lust, mir das mal genauer anzusehen und möchte gern im Rahmen meiner Müllvermeidungsaktion entsprechende Einrichtungen besuchen wenn sie mich lassen....
Anschließend kommt die Verwertung.
Der große Rest muss beseitigt werden. Ihr habt die beiden Möglichkeiten beschrieben. Deponieren oder Verbrennen. Ich möchte mich an dieser Stelle für das zweite Aussprechen. Natürlich ist es nicht positiv das dabei CO2 und andere Schadstoffe enstehen. Aber so ist es besser als riesige Flächen mit Müll zuzuschütten. Und habt Ihr euch nicht mal überlegt warum sich Greenpeace nicht mehr an Müllverbrennungsanlagen kettet? Sie sind moderner, effizienter und auch sauberer.
Für mich ist das eine schwarz-weißer Bericht.
Zitat donaukurier.de (http://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/art599,1838465)
"Seit nunmehr zwölf Jahren seien die Ingolstädter Verbraucher "Meister im Mülltrennen". Das Konzept der Mülltrennung im Drei-Tonnen-System Restmüll, Biomüll und Papier sowie "Gelber Sack" und Glascontainer sei genau auf die Gegebenheiten in Ingolstadt abgestimmt."
Hätte mich auch etwas gewundert, wie man Restmüll und Verpackungsabfälle ohne "Gelben Sack" oder "Gelbe Tonne" trennen soll...
Zu "lukas":
Laut EU-Richtlinie 1999/31/EC ist eine Mülldeponierung von unbehandeltem Restmüll schon lange verboten.
Fakt ist: es wird so viel Convenience-bedingter Wohlstandsmüll produziert, dass es die Sau graust! Ein Beispile auch aus meinem persönlichen Umfeld. Ein Apfelerzeuger erhält heute im Schnitt noch etwas mehr als 20 Cent pro kg Äpfel, die er über die Obstgenossenschaft an den EH absetzt. Die Verpackungskosten belaufen sich dabei auf 7 Cent. Viel Spaß beim nächsten Foodtainer Äpfel von Aldi und Konsorten.
Ist das wirklich wahr? Wenn ja, fände ich das sehr schockierend.