Das Bio-Bedeutungs-Wirrwarr
Die wichtigste Information gleich zu Anfang: Bio ist nicht gleich Bio. Regulierungsbehörden auf nationalen und europäischen Ebenen liefern sich ein Tauziehen mit Lobby-Organisationen der Nahrungsmittelindustrie. Das hat zu einem wahren Wirrwarr an Bedeutungen, Regelungen und Siegeln geführt. Abhängig davon, ob Sie einen Apfel oder einen Allzweckreiniger in der Hand halten, kann Bio vertrauenswürdiges Siegel oder sinnentleertes Marketing-Sprech sein.
Die Problematik der ursprünglichen Bedeutung von Bio
Eigentlich ist die Bedeutung relativ klar: Biologische Herstellung heißt, dass keine künstlichen Elemente in die Wertschöpfungskette einfließen, die Produktion also natürlich ist. Gleichbedeutend ist dabei das Wort ökologisch, das im Begriff Ökologischer Landbau steckt. Es wird schnell klar: Was „natürlich“ und was „künstlich“ ist, das ist Auslegungssache. Man kommt also um einen gemeinsamen Standard nicht herum, damit allgemein klar gestellt ist, wo die Grenzen des Biologischen liegen. Wir haben Ihnen für die vier wichtigsten Bereiche des täglichen Konsums einen Überblick über diese Standards zusammen gestellt.
Lebensmittel
besser:wissen – Bio ist bei Lebensmitteln ein geschützter Begriff
Im Bereich Lebensmittel ist für den Begriff Bio das Vertrauen aufgebaut worden, das nun skrupellos in anderen Geschäftszweigen ausgenützt wird. Nahrungsmittel sind nämlich in der EU die einzige Kategorie, in der Bio (und Öko) ein geschützter Begriff ist. Wer seine Produkte Bio nennen will, der muss nach der EG-Verordnung zertifiziert sein und das Bio-Siegel tragen. Das sechseckige deutsche BIO-Siegel wird übrigens durch das EU-Siegel abgelöst. Es werden aber weiterhin beide Siegel auf Packung verwendet, da das deutsche BIO-Siegel hierzulande großes Vertrauen genießt.
besser:machen – Es geht noch ökorrekter
Mit dem EU-Bio-Siegel ist jedoch noch längst nicht das Optimum erreicht. Zuerst einmal sollten Sie unter dem Siegel den Hinweis auf die Herkunft beachten. Dort wird zwischen Deutscher Landwirtschaft, EU-Landwirtschaft und Nicht-EU-Landwirtschaft entschieden. Vor allem aber gibt es Bio-Verbände die in puncto Nachhaltigkeit weit über die EU-Richtlinien hinaus gehen. Die bekanntesten Ihrer Art sind Bioland, demeter und Naturland.
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Die wichtigsten Siegel für Lebensmittel
besser:meiden – Vorsicht bei nicht geschützten Begriffen
Leider ist der rechtliche Schutz von Begriffen noch immer die Ausnahme. Die Nahrungsmittelhersteller leisten mit ihrer Lobby ganze Arbeit und verhindern immer wieder bindende Richtlinien. Ausdrücke wie „Qualitätsware“, „natürlich“ oder „kontrollierter Anbau“ sind meist leere Worthülsen, lassen Sie sich von ihnen nicht zum Fehlkauf verleiten.







Deutschlandweite Biokisten
Kommentare (7)
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Die Kapitel zum Fairen Handel und zum Flower Label Program sind aktualisiert, im Agro-Sprit-Kapitel habe ich das Thema E-10 aufgenommen.
Ergänzt habe ich das Buch um ein ausführliches Nachwort, in dem ich auf positive wie negative Entwicklungen der letzten beiden Jahre eingehe. Sehr lesenswert!
Im Anhang findet sich nun auch eine ergänzende Literaturliste als persönliche Empfehlung.
www.oekoluege.de mehr weniger
Was ich allerdings sehr bedenklich finde ist, dass die "We feed the world"-Unternehmen (Nestlé, Kraft, Unilever, etc.) immer mehr in den Markt einsteigen. Kaum zu erkennen sind und ein Boykott derselben (z.B. wegen der blutigen Schokolade) daher immer schwieriger wird. mehr weniger
Ein bisschen “Öko” reicht nicht
http://www.equilibrismus.org/ein-bisschen-oko-reicht-nicht/