Das Runde muss ins Eckige und das Volk schaut gebannt zu. Fußball – Nationalsport der Deutschen – beschäftigt die Menschen mehr als beinahe jedes andere Thema. Vor allem zu Meisterschafts-Großereignissen kann man die alte römische Maxime von „Brot und Spielen“ in ihrer vollsten Wirkung betrachten. Leider führt die Begeisterung fürs runde Leder nur sehr selten zu positiven Veränderungen in sozialer und umwelttechnischer Nachhaltigkeit. Was bleibt dem ökorrekten Denker da noch, wenn er sich seine Freude am Lieblingssport selbst suchen muss, weil der Rest sich weigert, verantwortlich und kritisch zu sein?
besser:machen – Der Rasen soll grün bleiben
Das Öko Fußball-Quiz
Sie sind Fußball- und Öko-Experte? Na wollen wir doch mal sehen...
Fußball spielen an sich ist schon mal eine sehr klima- und umweltfreundliche Tätigkeit. Energie kommt (hoffentlich) aus körpereigenen Ressourcen. Abgase entstehen, bis auf bisweilen befremdlichen Körpergeruch, keine und mit Fair-Play sollten auch die Menschenrechte entsprechend gewahrt sein. Trotzdem hätten wir da ein paar Vorschläge, wie auch sie als kleiner Durchschnittskicker zur Veränderung beitragen können:
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Der DFB Öko-Leitfaden
Präsentieren Sie beim nächsten Vereinstreffen doch mal den Öko-Leitfaden des Deutschen Fußball-Bunds. Ein Zitat: „Wer glaubt, der Sport kann wenig für die Umwelt tun, irrt. Würde man die deutschen Sportstätten alle mit moderner Technik ausrüsten und umfassend sanieren, ließen sich umgerechnet 20 Milliarden Kilowattstunden Strom einsparen – das ist mehr, als Berlin und Köln zusammen im Jahr verbrauchen.“
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Natürlich bleiben
Ja, wir wissen, dass ein voller Arbeitstag es vor allem im Frühling und Herbst schwer macht, noch bei Tageslicht zu spielen. Aber die Klimakiller-Platzbeleuchtung sollte trotzdem gemieden werden! Ebenso wie energie- und rohstoffaufwändig gebaute Hallen, auf die im Winter gerne ausgewichen wird. Wenn schon drinnen, dann bitte auf Nullenergie-Bau und Ökostrom achten!
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Manieren bewahren
Zur EM zieht es den Homo Fußballus ja gern in großen Mengen auf die Straße zum so genannten Public Viewing. Damit dies nicht zur absoluten Blamage gerät, haben wir Ihnen einen kleinen Public Viewing-Knigge zusammen gestellt.
besser:kaufen – Die ökorrekte Fußball-Ausrüstung
Wie alle Massenkonsum-Sportartikel wird auch Fußball-Ausrüstung beinahe ausschließlich in Billiglohnländern produziert und das zum Großteil weder nachhaltig noch umweltfreundlich. Ein paar erfreuliche Ausnahmen haben wir aber für Sie gefunden:
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Fairtrade-Fußball
Unter Fairtrade-zertifizierten Bedingungen, ohne Tierleder und unter Einhaltung einiger Umwelt-Mindeststandards (z.B. Kautschuk mit FSC-Siegel) werden die Fußbälle von Ethletic produziert.
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Plastikflaschen-Outfit
Sogar der Sportgigant Nike hat das Werbepotential von Recycling erkannt und präsentierte zur EM seine komplett aus recycelten PET-Flaschen hergestellten Spielertrikots. Die Idee hat auch der deutsche Hersteller Uhlsport mit seiner Progressiv Kollektion umgesetzt. Fairtrade-Fußbälle gibt es bei Uhlsport ebenfalls. Fürs Aufwärmen können wir den Adidas Eco Trainingsanzug bei Otto empfehlen.
Produkte aus dem ProduktGuide rund um Fußball
besser:mitmachen – Ökorrektes EM-Fanshirt gewinnen
Von den kreativen Köpfen vom Deutschen Fairness Bund (Na, wem klingt das ähnlich?) kommt ein klimaneutrales, fair produziertes Fan-Shirt aus GOTS Bio-Baumwolle in der sehr limitierten Auflage von nur 300 Stück. Ökorrekter geht’s kaum, sagen wir! Und möchten deshalb zwei dieser tollen Shirts verlosen.
Weil die EM schon in vollstem Gange ist und die Shirts ja noch ausgiebig getragen werden wollen, müssen wir uns mit der Verlosung allerdings beeilen. Wir möchten Sie darum bitten, hier Ihre Meinung zu ökorrektem Fußball und/oder zur EM kund zu tun UND Ihren Tipp abzugeben für den Endstand des Länderspiels Deutschland – Dänemark am Sonntag um 20:45 Uhr. Alle Kommentare bis zum Anpfiff nehmen Teil, bei mehr als zwei Gewinnern entscheidet das Los.







Kommentare (22)
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Die Deutschen ruhen sich zu sehr auf ihren Lorbeeren aus und kriegen gleich mal eine eingekastelt von Dänemark. Trotz zähem Kampf ändert sich nichts am Ergebnis und das Spiel endet 0:1 für Dänemark!
Schönes Wochenende allerseits!
Achja und außerdem gewinnt Deutschland am Sonntag mit 3:1 gegen Dänemark.
Fußball hat geringe Einstiegshürden: Einen Ball und mindestens zwei Spieler und schon kann geboltzt werden. Keine teure Ausrüstung und zumindest die Möglichkeit, Ressourcen zu schonen.
Es gilt, die integrative Wirkung von Fußball, das Zusammenbringende in all seinen Potenzialen auszuschöpfen. Wichtig ist, den Wirkradius des Fußballs zu nutzen. Fußball kann Themen besetzen und in jedes Wohnzimmer und jeden öffentlichen Platz hineintragen. Und wer ist sympatischer als die deutsche Elf?! Solche Sympatieträger kann jedes sensible Thema brauchen. Was die DFB dazu beizutragen versucht, hat die ENORM in ihrer letzten Ausgabe zusammengefasst. Der Link folgt auf dem Fuße: http://www.enorm-magazin.de/aktuelle-ausgabe.html
Ich würde mich über Fahrrad-Cursos nach den Spielen freuen, über abbaubare Bierbecher und Speisen und Getränke aus der jeweiligen Region zwecks Lebensmittelkilometer und CO²-Bilanz. Und ganz klar: Zumindest die deutsche Elf könnte sich fairkleiden.
Fußball durchzieht, überwindet und verwischt jegliche innergesellschaftliche Grenzen und macht keine Unterschiede. An diesem Fair-Play können wir alle etwas tun und müssen nicht nur auf Hummels, Gomez und Co. hoffen.
Meine persönliche Hoffnung zum Schluss: 3:1 für Deutschland.
sollte ein sieg her: 4:0 für mesut & co.
Aber Deutschland gewinnt - 2:1.
2006, 2010 und 2011 wurde das Konzept "Green Goal" in einigen FIFA-WM-Gastgeberstädten eingeführt und mit jeweils sehr unterschiedlich umfassenden Programmen umgesetzt. Namensgeber war 2006 in Deutschalnd das Öko-Institut, das das Programm hier erstmals im Auftrag der Bundesregierung entworfen hatte (und für die FIFA Frauen WM 2011wiederholt wurde).
Fortgeführt und weiterentwickelt wurde das Konzept in Südafrika insbesondere durch die Gastgeberstädte Durban und Cape Town (die anderen Gastegerstädte hatten zwar auch eine Initiative, aber keine war so umfassend und wirksam wie in in Durban und CT). Ich war damals im Rahmen eines Auslandspraktikum an der Umsetzung des Programms in Cape Town beteiligt und habe später über die ökologischen Auswirkungen des Events auf Stadtentwicklung in Kapstadt meine Diplomarbeit geschrieben.
Mein vorläufiges Fazit zum Thema Event Greening im internationalen Sport ist, eine ökologische Dimension im Rahmen von Mega-Sportereignissen wurde Jahrzenhte lang vernachlässigt, aber es bewegt sich was und es handelte sich bei den genannten Beispielen keineswegs nur um Greenwashing-Kampagnen der Fußballverbände. Trotzdem bleibt internationaler Fußball weit hinter dem Engagement der vergangenen Olympischen Spiele zurück. Leider hatte FIFA außerdem selbst zur Umsetzung nur wenig beigetragen, die Initiativen gingen vielmehr auf das Engagement lokaler Stadtverwaltungen zurück. Auch in Brazilien 2014 wird es, wie es aussieht, wieder "Green Goal"-Initativen geben bzw. dann "Bio Goal".
Sicher geht es bei diesen Programmen vor allem um Schadensbegrenzung als um echten Umweltschutz. Denn internationale Sportergeinisse bedeuten immer vor allem erstmal eine Mehrbelastung aller Ver- und Entsorgungssysteme und Ressourcen. Sie können also kaum "nachhaltig" sein, vielmehr geht es um eine Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks des Events. Aber wenn die Städte es richtig anstellen, können sie langfristige politische Programme zugunsten einer nachhaltige(re)n (Stadt-)Entwicklung im Rahmen solcher einmaligen Mega-Sportereignisse auf den Weg bringen. Cape Town hat in diesem Zusammenhang einiges an Best Practice vorzuweisen.
Auch FIFA hat inzwischen mitbekommen, dass das Thema immer wichtiger wird. Ich will noch nicht behaupten, sie hätten die Notwendigkeit und ihre eigene Verantwortung im Kern verstanden, aber sie sind sensibilisiert. Es bleibt nichtsdestotrotz Aufgabe der lokalen Regierungen und der Ziviligesellschaft echtes Commitment der Sportverbände und ihrer Sponsoren einzufordern. Bei der UEFA scheint sich leider bisher gar nichts in die Richtung zu entwickeln.
Wer sich das Konzept "Green Goal" mal genaue anschauen möchte, dem empfehle ich folgende Links:
Der Abschlussbericht zum Green Goal 2006 in Deutschland (Öko-Institut e.V./ BMU 2006): http://www.oeko.de/oekodoc/292/2006-011-en.pdf
Der Abschlussbericht zum Green Goal 2010 in Cape Town (City of Cape Town/ Sustainable Energy Africa/ Konrad Adenauer Stiftung 2011): http://www.capetown.gov.za/en/GreenGoal/Documents/Green_Goal_Legacy_Report%20final.pdf
Eine Slideshow zum Green Goal 2011 in Deutschland (Öko Institut e.V. 2011): http://www.slideshare.net/Oeko-Institut/green-goal-das-umweltprogramm-der-fifa-frauenwm-2011
Die Seiten der UNEP Sports and Environment: http://www.unep.org/sport_env/Worldcup2010.aspx
Achso, 3:1 für DE...
MeinTipp: 3:0
Werde mich heut abend mit Freunden und einen guten Weisswein auf die Terasse setzen.........
Du selbst warst ja leider nicht ganz so nah dran :) Aber drei andere Benutzer haben goldrichtig getippt und das Los ist letztendlich auf SandraW und menschlichkeitsduft gefallen. Die Shirts sollten bereits unterwegs und mit ein bisschen Glück auch heute schon angekommen sein. Ihr glücklichen Gewinner, falls ihr die Shirts schon habt, wie wärs mit einem Fan-Foto auf Eurem Blog? :)
Ich hätte es auch noch für die nächsten WMs und EMs verwendet - und die Jahreszahlen ergänzt... Vielleicht ist ja noch ein drittes drin ??? ;-)