Draußen vom Walde, da komm ich her...
Pro Kopf werden in Deutschland jährlich insgesamt 252,7 Kilogramm Papier verbraucht, damit liegen die Deutschen weltweit auf dem vierten Platz nach den USA, China und Japan. Was viele nicht wissen: Die Produktion einer Tonne weißen Frischfaserpapiers verbraucht so viel Energie wie die Herstellung einer Tonne Stahl und macht damit die Papierindustrie zu den fünfgrößten Energieverbrauchern der Welt. 80 Prozent des Papiers in Deutschland wird importiert. Fast 50 Prozent davon stammen aus Skandinavien (Finnland/Schweden), das wiederum Rohholz aus Russland bezieht, für das ganze Urwälder gerodet werden. Aus Brasilien stammten 18 Prozent des Zellstoffs, der zusätzlich nach Deutschland importiert wird und ebenfalls ganze Urwälder bedroht (Quelle: Worldwatch Institute). Ein hoher Zellstoffverbrauch trägt damit entscheidend zur weltweiten Waldzerstörung bei.
Schon eher ein Fest für die Umwelt: Recyclingpapier
Bei Recyclingpapier dagegen fällt keine Zellstoffgewinnung mehr an, da es zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt wird. Das heißt, die Produktion von Recyclingpapier ist wesentlich umweltverträglicher als die von Frischfaserpapier. Denn es müssen weder Urwälder abgeholzt noch Plantagen mit Monokulturen angelegt werden, um den nötigen Zellstoff schadstoff- und energiereich zu gewinnen. Auch Wasserverbrauch und -belastung fallen bei Recyclingpapier wesentlich geringer aus. Um ein Kilogramm Frischfaser-Papier zu gewinnen, werden 100 Liter Wasser und 2,2 Kilogramm Holz verbraucht, für Recyclingpapier dagegen sind „nur“ 15 Liter Wasser und 1,15 Kilogramm Altpapier nötig. Wer Recyclingpapier verwendet, trägt damit zu stärkeren Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung bei.
Offensichtliche Vorteile, aber leider nur gut versteckte Angebote
Obwohl es mittlerweile viele Geschenkpapiere und -verpackungen aus Recyclingpapier gibt, sind diese nicht immer leicht zu finden. Das liegt auf der einen Seite daran, dass zu wenig aktive Nachfrage seitens der Verbraucher besteht. Auf der anderen Seite aber auch an vielen Herstellern solcher Papiere, die den Umweltvorteil und die bessere Ökobilanz noch nicht für sich als Verkaufsargument entdeckt haben.
Foto: flickr / Max Braun


Kommentare (15)
abonnieren