Ratgeber Einkaufen

Fair und sozial auch bei Blumen


Laut Food First Informations- und Aktions-Netzwerk ( FIAN ) stammen etwa 20 Prozent der Blumen bei deutschen Floristen aus tropischen Ländern. Im Europäischen Winter findet sich sogar jede zweite Blume aus lateinamerikanischer oder afrikanischer Zucht. Dies erklärt sich dadurch, dass es oft billiger ist, Blumen aus Übersee zu importieren als sie in eigenen Gewächshäusern zu produzieren. Für das Pflanzen, Hegen und Pflegen, Schneiden, Sortieren und schlussendlich das Verpacken sind in Lateinamerika oder Afrika meist Frauen zuständig. Deren Arbeitsbedingungen gelten jedoch als alles Andere als gut:

•    Magere Löhne, die oft nicht für die Grundbedürfnisse reichen.
•    Kein finanzieller Ausgleich für Überstunden und Krankheit.
•    Neuorganisierung der Gewerkschaft als auch Schwangerschaften gelten als Kündigungsgründe.
•    Ungeschütztes Handtieren mit giftigen Pestiziden u.Ä. können zu Allergien, Asthma, Krebs, Fehlgeburten als auch Missbildungen von Neugeborenen führen.
•    Sexuelle Belästigung,der teilweise sehr jungen Arbeiterinnen.

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Bio-Garten: naturnah und ökologisch

Klagen der Beschäftigten sind zwar seit längerem bekannt, sie stoßen jedoch auf wenig Gehör. Auch werden die Stimmen der Umweltaktivisten lauter, die auf die ökologischen Folgen der Blumenindustrie aufmerksam machen wollen. So werden beispielsweise unkontrolliert Pflanzenschutzmittel in die Umgebung abgeleitet, die zur Verseuchung von Grundwasser, Böden, Flüssen und Seen sorgen. Algenwuchs, Fischsterben als auch Sterilität von Vögeln sind die Konsequenzen. So werden die Menschen, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Plantagen wohnen, ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

Ebenfalls bedenklich ist die Tatsache, dass die Plastikplanen, unter denen die wertvollen Blüten vor der Sonneneinstrahlung geschützt und mit Pestiziden besprüht werden, irgendwo in der Landschaft entsorgt werden und nicht auf einer Deponie landen. Diese noch mit Pestizidrückständen behafteten Planen dienen dann der Bevölkerung oftmals als Überdachung oder für ihre Marktstände.

Maßnahmen

Seit 1999 gibt es das FLP (Flower Label Programm), welches Blumen kennzeichnet, die aus umwelt- und sozialverträglicher Produktion stammen. Blumenplantagen erhalten dieses Zertifikat nur wenn sie sich bestimmten Produktionsbedingungen und regelmäßigen unabhängigen Kontrollen fügen:

•    Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit.
•    Organisationsfreiheit.
•    Maßnahmen zu Umwelt- und Gewässerschutz.
•    Festanstellung als auch Begrenzung von Arbeitszeiten.
•    Faire und existenzsichernde Löhne.
•    Mutter- und Gesundheitsschutz.
•    Keine Verwendung hochgiftiger Pflanzenschutzmittel.

FIAN geht davon aus, dass es bereits mehr als 50 Betriebe in Ecuador, Kolumbien, Kenia, Tansania, Zimbabwe als auch Südafrika gibt, welche die Bedingungen des FLP-Blumensiegels erfüllen. In Deutschlang gibt es rund 900 Blumenfachgeschäfte, die Blumen von diesen Betrieben bei sich im Sortiment haben. Dies wiederum helfe zwischen 15.000 und 200.000 Blumenarbeiterinnen in der so genannten Dritten Welt. Die Blumen selbst unterschieden sich nicht von herkömmlicher Produktion, sind nicht teurer und hielten laut FIAN oftmals sogar länger.

Sie als Kunde können sich somit durch Ihre Kaufentscheidung aktiv dafür einsetzen, dass es den Arbeiterinnen als auch der Umwelt wesentlich besser geht. Kaufen Sie Blumen mit dem Fairtrade-Siegel, aus dem FLP-Programm und aus kontrolliert biologischem Anbau.

Utopia empfiehlt Ihnen für Ihren Blumeneinkauf folgende Blumenanbieter:


•   Valentins
•   Briefblumen
•   Blume & Beiwerk
•   Blumen Rosinski
•   Flower Dreams
•   Fair Flowers  --> über diese Seite können Sie Läden in Ihrer Umgebung finden.

Noch mehr Tipps: Mein ökorrekter Blumenstrauß

von



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    Mario_Sedlak
    schrieb am 25.01.2012 um 08:37
    FLP ist leider seit 1.1.2012 Geschichte! http://www.fian.at/home/presse-meldungen/pressemeldungen/blumenguetesiegel-flower-label-program-flp-vor-dem-aus/ Die angegebenen Gründe für das Scheitern belegen einmal mehr, dass es nur mit "mehr Miteinander", wie viele Utopisten wünschen, leider...
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    Maria_L
    schrieb am 20.10.2010 um 07:07
    "Aber was hätten die Arbeiter_innen denn sonst? Wahrscheinlich nichts zu essen. " Sie hätten Land, auf dem Lebensmittel angebaut werden können. Darüber habe ich schon ein paar Mal nachgedacht...ja ;-) Ich weiß auch, daß ihnen das Land nicht gehört. Das ist wieder ein anderes Thema.
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