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EU-Label sorgt für Verwirrung von A bis G

Fauler Kompromiss beim Effizienzlabel


Was war

Seit 1994 müssen Hersteller ihre Haushaltsgeräte mit dem EU-Energiesparsiegel (siehe Abb. unten) kennzeichnen: Die Energieeffizienzklassen auf dem Siegel reichen von A (niedriger Energieverbrauch) bis G (sehr hoher Energieverbrauch). Bis heute verlassen sich gutgläubige Kunden auf die ungenauen Angaben, die nur wenig Orientierung bieten.

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Denn so viel steht fest: Die Kennzeichnung von A bis G macht heute keinen Sinn mehr! Denn etwa 80 Prozent der Haushaltsgeräte tragen sowieso ein A. Laut dem BUND gibt es sowieso kaum noch Geräte der Klasse B oder schlechter. Der technische Fortschritt macht's möglich. Viele Modelle sind noch sparsamer geworden, deshalb hat die EU im März 2004 zumindest für Kühl- und Gefriergeräte die Behelfsnoten A+ und A++ eingeführt. Auch hier sind die Unterschiede des Energieverbrauchs enorm. So verbraucht ein Gerät der Energieeffienzklasse A+ nur etwa drei Viertel der Energie eines vergleichbaren A-Geräts, ein Gerät mit A++ sogar nur die Hälfte. Selbst die billigsten Waschmaschinen schneiden im schlechtesten Fall mit einem hellgrünen C ab. C aber steht für schlechte Umweltwerte. Kein Wunder, dass viele Hersteller an der alten Regelung festhalten.

Was kommt

Am kommenden Dienstag wollen EU-Rat, Kommission und Parlament nun abschließend über die Neugestaltung des Europäischen Energielabels aufgrund eines Kompromissvorschlags der schwedischen Ratspräsidentschaft abstimmen. Nach dem Willen des EU-Rates – und auch der deutschen Bundesregierung – soll es dabei nicht um die Neubewertung der Klassen gehen. Es wird allein darüber verhandelt, wie viele Pluszeichen oberhalb der Klasse A (siehe Abb. rechts) eingeführt werden könnten: von A+ bis A+++ oder gar A++++++++ also?

Neue Studien ergaben indes, dass Verbraucher diese nur als Feinabstufungen wahrnehmen. Im guten Glauben mit einem A-Gerät ein ausreichend sparsames Gerät zu erwerben, sind sie weniger bereit mehr Geld für effiziente Technik auszugeben.

Die Stufen A-20%, A-40% und A-60% sind offenbar vom Tisch. Noch im Mai hatte das Europäische Parlament  eine andere Kennzeichnung gefordert: Bei den Kategorien A-20% bis A-60% könne der Kunde viel leichter erkennen, um wie viel effizienter ein Wäschetrockner im Vergleich zu einem anderen arbeite, war damals die Begründung. Die ersten Geräte mit den Aufklebers A -20% sind bereits im Handel zu finden. Offiziell sollten die neuen A-Noten 2011 eingeführt werden. Doch darüber haben sich die Parteien jüngst zerstritten – und das Ganze droht zu scheitern. Für die im Klimaschutz um ihre „globale Führerschaft“ ringende EU wäre das ein schmerzhafter Rückschritt. Schließlich hat die Gemeinschaft in ihren Umweltzielen versprochen, bis 2020 Energie um ein Fünftel effizienter zu nutzen.

Was Verbraucherschützer sagen


Verbraucherschützer halten übrigens von komplizierten Bezeichnungen wie A++ oder A -60% wenig. Der BUND spricht gar von einem "faulen Kompromiss". Denn die meisten Konsumenten vermuten hinter dem Buchstaben A noch immer die beste Note. Alles, was darüber hinaus geht, überfordert sie.

Eine Studie der Universität St. Gallen zumindest belegt, dass das neue Label schlichtweg zu kompliziert ist. Für die Studie wurden laut Mitteilung des Instituts für Wirtschaft und Ökologie der St. Gallener Uni mehr als 2000 deutsche Konsumenten zum Kauf eines Fernsehgerätes bewegt. Dabei wurde die Hälfte der Befragten mit dem bestehenden Label (A bis G) konfrontiert. Die andere Hälfte erhielt einen Fragebogen, der auf die neuen Kategorien (A-20%, A-40% und A-60%) hinwies.

Das Ergebnis: Bei der Verwendung der neuen Kategorien verlor das Energielabel für die Kaufentscheidung völlig an Bedeutung. Stattdessen orientierten sich die Konsumenten stark am Preis. Außerdem bewerteten sie den Unterschied zwischen den neuen Werten A-20% und A-40% als signifikant geringer als die Differenz zwischen A und B. Dabei ist die Differenz zwischen den beiden neuen Werten ähnlich groß wie die zwischen A und B im alten Schema.

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Stand: 13.11.2009 von

Kommentare (4)   abonnieren

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    schrieb am 15.11.2009 um 17:29
    Es gibt auch immer och viele C,D-E-Geräte. Diese kommen dann aber eher in Süd- oder Osteuropa auf den Markt, wo man sich um diese Dinge ja immer noch nicht schert. Sehr beliebt sind dort jetzt diese riesigen Ami-Kühlschränke, haben ja ein tolles A - allerdings bei einem 5 fachen Volumen, den 10fachen Verbrauch meines Kühlschrankes...

    Allerdings, was soll man machen, wenn die Masse der Verbraucher zu "dumm" oder desinterressiert ist?

    Lustig wird es dann immer, wenn ich eine Insel-Solarstromanlage für solche Haushalte planen soll.
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    schrieb am 16.11.2009 um 12:07
    Es wäre eigentlich ganz einfach, die Skala zwei Stuffen schieben das A++ Gerät wird so zum A- Gerät und ein heutiges A -Gerät zum C und alles was noch schlechter ist rutscht entsprechend nach hinten. Der Konsument kann weiterhin ein A-Gerät kaufen und sich sicher sein, dass dies das Effizienteste ist was zur Zeit auf dem Markt zu kaufen ist. Dieses Spiel wird alle 5 Jahre wiederholt. Ganz einfach, ich weiss gar nicht warum es für solche Dinge Konferenzen braucht. Mit der Wirtschaft zu kooperieren ist dies bezüglich sowiso müssig, die erhalten die neue Richtlinie und ein Termin wann diese in Krafttritt und dann können sie immer noch entscheiden ob sie ihre Geräte anpassen oder sie gleich vom Markt nehmen wollen.
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    schrieb am 19.11.2009 um 13:17
    Überfordert?
    Dieses Effizienz-A,B.C, ... war sicher für viele auch schon bisher nichts anderes als eine Vororientierung, mehr auch nicht! Bei solchen Anschaffungen wie Waschmaschine oder Kühlgeräten ist sogar der Anschaffungspreis nur die halbe Miete, wenn nicht noch weniger. Denn ich hoffe, zumindest, jeder Utopist rechnet zu dieser Summe noch die Kosten für Energie, bzw. Wasser für die Jahre dazu, die das Gerät genutzt werden soll, incl. Aufschlag auf die zu erwartende Preisentwicklung. Die ganz Klugen beachten noch, wie alt ihr bisheriges Gerät schon oder erst ist, denn die Herstellung der Neuanschaffung erzeugte auch schon eine geschätzte halbe Tonne CO2. Ob man das alles, dazu vielleicht noch Wartungs- und Reparaturaufwand in eine Formel bringen sollte oder kann? Alles nichts Neues, aber doch nicht unwichtig, um den (An-)Alphabetismus zu entkommen ;-)
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    schrieb am 26.12.2009 um 21:39
    Warum nicht gleich eine ganz andere Bezeichnung!
    Ähnlich wie bei Lebensmitteln die Preiskennzeichnung:
    z.B. Kühlschrank Verbrauch bei 50 Litern Inhalt
    oder Waschmaschinen Verbrauch bei einer Waschladung (4,5 kg ) usw.
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