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Die Utopia-Rechnung

Wie viel CO2 sparen neue Heizungen?



Die Einsparmöglichkeiten beim Energieverbrauch und somit bei den CO2-Emissionen im eigenen Zuhause sind mannigfaltig. Klimapapst Al Gore zum Beispiel rät in seinen "persönlichen CO2-Einspartipps", dass durch die Wartung und Reinigung von Filtern in der Heizanlage jährlich rund 160 Kilogramm CO2 vermieden werden.* Durch die Einstellung des Thermostats im Sommer um plus und im Winter um minus zwei Grad sogar eine ganze Tonne.

Der Anteil der Kohlendioxid-Emissionen am deutschen Gesamtausstoß durch Haushalte und Kleinverbraucher macht laut Umweltbundesamt etwa 19 Prozent aus. Jeder Bundesbürger erzeugt rund elf Tonnen CO2 im Jahr. Etwa 2,3 Tonnen davon entstehen durch Wärmeerzeugung und Warmwasserbereitung. Das macht im Jahr rund 184 Millionen Tonnen CO2 aus Maschinen, mit denen wir Luft und Wasser im eigenen Zuhause aufwärmen.

Sofern Sie nicht in einem hypermodernen, fußbodenbeizten Passiv-Heliotrop-Haus wohnen, kennen Sie vielleicht noch die guten alten Heizkörper aus Gusseisen, die seit den zwanziger Jahren mit Vorliebe verbaut wurden und heute noch in manchen Altbauten zu finden sind. In "60er Breite" wiegt so ein Ding etwa 90 Kilo. Die Menge CO2. die wir durch unsere Heizsysteme jährlich freisetzen entspricht dem Gewicht von über 2 Milliarden Gusseisen-Heizkörpern. Oder auch 10.222.222 voll beladenen Heizöl-Tanklastern (Mercedes Axor 1840 LS, Schadstoffklasse Euro 5, um genau zu sein).
 
Große Mengen CO2 werden jedes Jahr durch veraltete Heiztechnik freigesetzt. Zwar hat nicht jeder Bürger die Möglichkeit, aus dem Stand eine hypermoderne, energieeffiziente Heizung zu beschaffen. Zum Beispiel, weil man die Wohnung gemietet hat und Heizungsmodernisierung Sache des Eigentümers ist, oder – auch das soll es geben – weil einem das nötige Kleingeld fehlt, um eine solche Investition zu tätigen.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle schätzt das Einsparpotenzial für Kohlendioxid-Emissionen durch moderne Heizanlagen auf etwa 30 Prozent. Legt man also 184 Millionen Tonnen, die wir derzeit durch Heizungsanlagen in Einfamilienhäusern, Mietshäusern und öffentlichen Gebäuden freisetzen zugrunde, ergibt das ein CO2-Einsparpotenzial von 55,2 Millionen Tonnen. Um noch mal die Vergleichsgrößen von eben zu bemühen: Das entspräche dem Gewicht von etwa 613 Millionen Gusseisen-Heizkörpern oder 3.066.666 Heizöl-Tanklastern.

Wem der CO2-Einspar-Hype jetzt nicht ausreicht, weil er glaubt, dass Einsparungen im privaten Bereich kaum einen Einfluss auf das Erdklima hätten, den interessiert vielleicht, dass das BAFA erst im Juni den so genannten Kesseltauschbonus verlängert hat: Bis Ende 2009 erhalten Investoren zusätzlich zur bereits bestehenden Förderung von Solarkollektoren einen Bonus in Höhe von 750 Euro für den Tausch ihres alten Heizkessels.


*Anmerkung: Der Tipp mit den Filtern bezieht sich auf amerikanische Heizsysteme. In deutschen Heizungsanlagen sind solche Filter eher unüblich.


Illustration: Miro Poferl

Stand: 06.11.2008 von

Kommentare (3)   abonnieren

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    schrieb am 13.11.2008 um 18:27
    danke für diese aussagestarken Daten... Gut zu verwerten...

    Astrid
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    schrieb am 15.07.2009 um 12:59
    Der gute alte Gussheizkörper arbeitet oft deutlich ernereffizienter als heutige Heikörper!

    Der Strahlungsanteil ist i.d.R. höher (Behaglichkeit), auch muss die Vorlauftemperatur nicht so hoch eingestellt werden.

    Ein hohes Einsparpotential in bestehen Heizungsanlagen liegt im hydraulischen Abgleich der Heizköper.
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    schrieb am 26.07.2010 um 18:54
    Das ist alles schön und gut -eine Heizung im dunkelen Keller bzw ein System ist das emotionsloseste was es in einem Haus gibt, hauptsache die Bude ist warm. Die einzige TV Werbung welche bisher auf dieses Thema aumerksam macht ist von Energiewelt mit Stromberg.
    Aber selbst hier ist es schwierig das Bewusstsein bzw. die Emotionen der Hausbesitzer in selben Maße zu wecken wie für eine teure Küche oder ein Auto. 1000€ mehr für die Sonderausstattung sind hier gar kein Problem, auch ohne staatl Hilfe aber für Heizungssysteme, die das unnötige Takten (Ein- und Ausschalten des Heizkessels) reduzieren, somit bis zu 30% weniger Energie verbrauchen und bis zu 80% weniger Schadstoffe emmitieren, da Drückt der Schuh ganz schnell.
    Wobei sich heutzutage selbst bestehende Heizkessel leicht "tunen" lassen, vorausgesetzt man würde einen Schichtenspeicher verwenden, welcher von Oben nach Unten mit heissem Heizungswasser beladen wird. Boiler sollten der Vergangenheit angehören, nicht nur des Verkalken wegens sonder viel mehr wegen der Bakterien und ähnlichen Gefahren die sich im wasser verbirgen.
    ein hydrauslischer Abgleich würde durchaus Sinn machen.
    Einen spannenden Beitrag von Bayerischen Rundfunk hierzu kann man sich dazu hier anschauen
    http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/rundschau/energieverbrauch-erfindung-thermo-fresh-heizsystem-ID12799807824.xml
    Euer Wärmetresor
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