Utopia testet klimafreundliches Bootfahren in Berlin


Das Energiedesigncenter Berlin hatte eingeladen, einen Tag lang über ökologische, wirtschaftliche und auch ästhetische Aspekte solarbetriebener Schiffe zu sprechen.

Experte für Wissenschaft war Berndt Brussig, Solarschiffexperte der Humboldt-Universität Berlin, zuständig für ökologisches Solar-Wirtschaften war Arno Paulus, Geschäftsführer von Solarpolis, und über die Optik zukünftiger Solarboote informierten Studentinnen und Studenten der Fachhochschule Potsdam, die im Fachbereich Produktdesign der Frage nachgegangen sind: Wie sexy kann ein Solarboot sein?

In Berlin sind über 120 Fahrgastschiffe auf den innerstädtischen Gewässern unterwegs. 20 Solarboote dürfen in Köpenick ins Wasser. Hier erobert die SolarWaterWorld langsam den sonnenreichen Wasserspaß. Anlegestellen in der Innenstadt bekommen sie nicht. Solarpolis hat zwar einen Solarschiffcharter – aber noch ist die „Chassali-Solar“ hier ein wahrer Exot zwischen den Diesel- und Russmonstern der großen Reedereien. Und das, obwohl es seit 1992 das „solare Regierungsviertel“ gibt.

Nahezu alle Regierungsgebäude werden von regenerativen Energiequellen betrieben. Das Kanzleramt hat ein eigenes Rapsöl-Kraftwerk, das Bundespresseamt wird solar gekühlt. Im Wasser geht der ökologische Fortschritt nur langsam. Das Projekt „Spree2011“ soll in den kommenden Jahren für weniger Abwasser in den Gewässern der Hauptstadt sorgen. Große Behälter sollen stinkende Abwässer abfangen, auf deren Oberflächen könnten Solarzellen installiert werden. Die solare Schifffahrt findet auch in diesem Konzept keinen Platz.

Was sagen die Experten am „Aktionstag der solaren Schifffahrt“ ?

Berndt Brussig hofft: „Solarschiffahrt funktioniert. Wir brauchen feste Anlegestellen, feste Rahmenbedingungen. Es ist soviel in Planung. Aber die Politik muss auch mitmachen. In anderen Ländern funktioniert es auch. Der Genfer See in der Schweiz – ein tolles Beispiel für solare Schifffahrt. Die sind uns um Meilen voraus.“

Arno Paulus träumt: „Im Herbst kommt das erste 80-Personen-Solarschiff nach Berlin. Wolfgang Thierse hat uns die Anlegestelle direkt am Reichstag versprochen. Wäre es nicht fantastisch, wenn dann alle Abgeordneten und Staatsgäste mit dem Solarschiff in die Innenstadt befördert werden könnten?“

Studenten der FH Potsdam zeigen: Modelle für Solarfähren, Wanderboote und Cargoschiffe gibt es. Sie sind preisgünstig und optisch innovativ. Solarzellen-Anbieter gibt es jede Menge in Berlin. Warum baut keiner die Schiffe?

Utopia meint: Liebe Utopisten in den großen Städten: Fragt die großen Reedereien doch mal, warum sie nicht mit Solarschiffen fahren. Alleine in Berlin gibt es schon über 20 davon. Es weiß nur einfach keiner. Also: Zeit für ein grünes Rauschen – nicht nur in der Hauptstadt. Jeder Tag ist ein Sonnentag!


Ab aufs Boot:
Utopia macht den großen Solarschiff-Test auf der „Chassali-Solar“. Im Interview Berndt Brussig und Zitty-Redakteur Daniel Boese.

 

 

Mehr Wissen:

http://www.solarwirtschaft.de/
www.woche-der-sonne.de
www.solarwaterworld.de
www.solarpolis.de
www.energiedesigncenter.de
http://www.paul-langrock.de/docs/solar_regierung.htm

http://magazin.zitty.de/4272/solarindustrie-.html

Die Woche der Sonne bei Utopia:

http://www.utopia.de/wissen/ratgeber/strahlende-zukunft-die-woche-der-sonne-2008

 

Kommentare (1)   abonnieren

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  • patricia
    schrieb am 20.05.2008 um 08:17
    Au ja, endlich ökologischer über die Berliner Wasserstraßen. ich bin gespannt auf Oktober und würde mich freuen hier mehr über die ökologischen Ausflugsdampfer zu lesen und an Bord zu gehen.
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