Das Schlafzimmer



Ein Radiowecker verbraucht in der Regel nicht viel Strom (etwa 0,005 Kilowatt), aber man sollte sich überlegen, ob man nicht auf ihn verzichten kann. Zum Einen hat fast jeder ein Handy mit Weckerfunktion (darauf achten, dass es auch ausgeschaltet weckt und das Handy nicht unbedingt unter das Kopfkissen packen), und ein mechanischer Wecker hält bei guter Pflege ein Leben lang. Zum Anderen sollte man aus dem Schlafumfeld so gut wie alle elektronischen Geräte verbannen. Die wenigen Glücklichen, die nicht auf elektronische Spannungen reagieren, haben sicherlich auch schon mal lange wach gelegen: Denn ein Blick zum Radiowecker („schon 3 Uhr 24!“) erhöht den Einschlafstress – also raus damit!

Eine Heizdecke ist nicht ganz ungefährlich. Ohne das amtliche „GS“-Zeichen (steht für „Geprüfte Sicherheit“) sollten Sie sich's nicht gemütlich machen. Und bevor es Ihnen gleich zu gemütlich wird, denken Sie nochmal über die Wärmflasche als Alternative nach: Denn wie jedes elektrische Gerät sendet auch eine Heizdecke elektromagnetische Strahlung. Zwar hat das Bundesministerium für Strahlenforschung (BfS) bislang keine Erkenntnisse über Gesundheitsschäden durch Magnetfelder, rät aber, dass man sich nicht unnötig dieser Strahlung aussetzen sollte. Wenn Sie also Wärme nötig haben, greifen Sie lieber zur Flasche. Mit Kirschkernen gefüllte Kissen müssen erst im Backofen erwärmt werden, da geht mehr Energie flöten als beim Wasserkochen, und mit dem Wärmflascheninhalt gießen Sie am nächsten Tag gleich die Blumen.

In Hotelzimmern, amerikanischen Filmkomödien oder bei deutschen Krimi-Kommissaren gehört ein Telefon auf den Nachttisch. Bei uns zuhause nicht. Das hat mehrere Gründe: Zum einen wollen wir schlafen und nicht telefonieren. Zum Anderen: ein Telefon produziert Elektrosmog, und besonders heikel sind Funktelefone, da die Basisstation ständig Signale sendet. Wer trotz Brizzeln in den Gehirnwindungen gleich Schlaf findet, muss schon sehr müde sein.

Das umweltfreundliche, ökorrekte Schlafzimmer


Zu keinem anderen Möbelstück pflegen wir eine so enge Beziehung wie zu unserem Bettchen. Sieben bis acht Stunden pro Nacht Hautkontakt – da sollte man sich besonders gut überlegen, auf welchem Material man einschlummert. Eine gute Adresse zur Orientierung ist der „Qualitätsverband umweltverträgliche Latexmatratzen e.V.“. Der Verein berät bei der Anschaffung von ökologischen Matratzen. Dass es dafür überhaupt einen Verein geben muss, liegt an der Tatsache, dass in dieser Branche noch immer Schindluder getrieben wird. Naturlatex ist kein geschützter Begriff. Wie umwelt- und hautverträglich die Matratze wirklich ist, kann der Laie gar nicht so einfach erkennen. Deshalb beim Kauf immer auf das Siegel des QUL achten – das kennzeichnet Produkte, die frei sind von Pestiziden, gesundheitsschädlichen Schwermetallen und anderen Schadstoffen. Weitere Infos: http://www.qul-ev.de/. Dazu passende, ökologisch hergestellte Bettgarnituren finden Sie bei Hess-Natur.

Für Menschen mit bestimmten Gelenkerkrankungen kann ein Wasserbett eine gute Idee sein. Allen anderen sei gesagt: Ein Wasserbett macht seekrank. Und ein Wasserbett braucht Strom, um das Wasser auf schlaftaugliche Temperatur zu bekommen. Da gibt’s im schlimmsten Fall noch eine Prise Elektrosmog zum Wellengang obendrauf. Sparfüchsen, die bei ihrem Wasserbett einfach auf die Elektronik verzichten, sei gesagt: Spätestens im Sommer setzt die Matratze giftigen Schimmel an, weil das Wasser bei höheren Temperaturunterschieden kondensiert.

„Hier Fenster zu, dort aufgemacht - sag‘ wer mit klarem Kopf erwacht?“, fragt ein deutscher Sinnspruch. Wir antworten kurz und knapp: Derjenige, der vor dem Schlaf gelüftet hat und dann das Fenster wieder schließt. Der andere erwacht nämlich mit einem Schnupfen. Beständiger Luftzug und eine zu niedrige Lufttemperatur im Schlafzimmer sind nicht gesund. Die optimale Schlaftemperatur liegt bei etwa 18 Grad, aber das ist natürlich reine Geschmackssache. Wer nicht gerade im undichten Altbau oder auf der Alm lebt, erreicht diese Temperatur locker, ohne die Heizung je einschalten zu müssen.

Noch ein Nachklapp zum Lüften: Dass Stoßlüften intelligenter ist als Dauerlüften, ist Allgemeingut. Aber dass man zusätzlich Energie spart, wenn man nachts immer die Rollläden schließt, Gardinen zuzieht und Rollos betätigt, ist weniger bekannt. Denn jedes noch so gut gedämmte Fenster lässt nach einiger Zeit wieder Luft ins Zimmer. Da wird der Lichtschutz zum praktischen Dämmschutz. Umgekehrt gilt: Bei neuen Fenstern öfter lüften, weil sich unter Luftabschluss im Zimmer leicht Schimmelpilze bilden können.

Komplett recycelbares Sexspielzeug gibt es (noch) nicht – es sei denn, Sie bedienen sich an der Obst- und Gemüsetheke. Aber Sie können beim Kauf von Sexspielzeug darauf achten, dass das Material umweltverträglich ist – und nach Möglichkeit ohne Strom auskommt. Ein paar besonders anregende Ideen finden Sie in unserem Produkt-Guide.

Holzdielen sehen schick aus, aber sie binden im Gegensatz zum Teppich keinen Hausstaub. Hausstaub lässt sich nie ganz vermeiden. Allerdings sind zu viele Staubpartikel in der Luft nicht gut für die Atemwege. Deshalb ist ein Teppich im Schlafzimmer von Vorteil – die Luft ist wesentlich staubfreier. Parkettfans empfehlen wir regelmäßiges Staubwischen – und einen schönen flauschigen Läufer aus Naturfasern. Ein paar schöne finden Sie hier.

Zwei Fernseher stehen durchschnittlich in einem deutschen Haushalt – einer davon garantiert im Schlafzimmer. Es gibt Menschen, die können nur vor dem Fernseher einschlafen – auch das ist ja irgendwie eine Schlafstörung. Aber die meisten Menschen schlafen weniger erholsam, wenn sie vorher noch das Kettensägen-Massaker gesehen haben. Und steht wirklich jemand noch auf, um die Standby-Taste am Fernseher zu drücken, statt dem Fernseher per Fernbedienung gute Nacht zu sagen? Im Standby-Betrieb zieht der Fernseher nicht nur Strom – er produziert auch Elektrosmog.

Wer nicht einschlafen kann, dem hilft in der Regel auch ein gutes Buch nicht. Alles, was aufwühlt und das Gehirn anstrengt, macht nur noch wacher. Machen Sie mal was komplett Langweiliges, wenn Sie nicht schlafen können. Je monotoner, desto besser: Socken zusammenlegen, Staub wischen, Besteck einräumen. Oder sie legen sich hin und denken an: nichts. Manchmal hilft es schon, sich nur die drehende Weltkugel vorzustellen. Sie dreht sich langsam. Ganz langsam, gaaanz langsaaa … schnarch.

Ohne Elektrosmog im Schlafzimmer


Mal ehrlich – wie oft nutzen Sie den elektronischen Heimtrainer, den Sie damals zum Geburtstag bekommen haben? Die erste Woche noch fast jeden Tag. Dann nicht mehr so oft. Und jetzt verstaubt das zusammenklappbare Teil unter dem Bett. Wir empfehlen ein Abo im nächsten Fitnessstudio, denn da geht man eher hin, weil‘s monatlich etwas kostet und für zuhause ein paar Hanteln, um die Muskeln in Schwung zu halten.

In der Nachttischlampe sorgt selbstverständlich eine Energiesparlampe für kuschlige Atmosphäre. Aber dennoch sind Lampen auf dem Nachttisch ziemlich dicht an Ihrem Schädel so eine Sache. Am besten, Sie haben eine Netzsteckerleiste, mit der Sie auf einen Klick sämtliche elektrischen Geräte komplett vom Netz nehmen können. Das spart Stromkosten und erspart Einschlafprobleme.

Wer über die hohe Klimaanlagendichte in den USA meckert, sollte bedenken, dass der größte Teil der USA in etwa auf Höhe von Nordafrika liegt. Südlich von Seattle und Detroit ist es von April bis Oktober oft unerträglich heiß. Bei uns wird es zwar auch immer wärmer, aber noch sind längere Hitzeperioden nicht die Regel. Deshalb ist eine Klimaanlage in Mitteleuropa noch kein Standard – mal davon abgesehen, dass Klimaanlagen das Raumklima beeinträchtigen und krank machen können. Wenn‘s wirklich mal länger heiß ist, kann man sich überlegen, einen Ventilator zu kaufen. Wer einen Eimer kaltes Wasser vor das Windrad stellt, hat durch die Verdunstungskälte ungefähr denselben temperatursenkenden Effekt, wie mit einer Klimaanlage. Wenn's dann wieder regnet, den Ventilator sofort einmotten – er frisst angesichts des Dauerbetriebs mit 20 bis 100 Watt (je nach Modell und Stufe) eine Menge Strom.

Pflanzen sind gut für das Schlafzimmerklima. Sie wandeln ausgeatmetes CO2 in Sauerstoff um und befreien die Luft von Schadstoffen – wer im Biounterricht aufgepasst hat, weiß, dass das nicht bei Dunkelheit passiert. Aber wer die Pflanzen tagsüber arbeiten lässt, der atmet abends viel frische Luft. Größere Zimmerpflanzen wie Farne und Zimmerlinden sorgen dafür, dass die Luftfeuchtigkeit steigt – aber Vorsicht: nicht jede Büropflanze gehört auch ins Schlafzimmer. Empfehlenswert ist der sauerstoffproduzierende und kaum schädlingsanfällige Bogenhanf. Mehr Pflanzen und die passenden Räume finden Sie hier.

 

Kommentare (20)   abonnieren

alle Kommentare (20) alle Kommentare (20)

Kommentar schreiben

(5000/5000)

Mehr zu Erste Hilfe für Einsteiger