Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Das Gerücht (2)

Mülltrennen ist vollkommen sinnlos?



Quelle 1: Die Müllwerker selbst


Bei uns im Haus (ein typisches Mietshaus in der Münchener Innenstadt) stehen Tonnen in drei Farben: Schwarz (Restmüll), Braun (Bio) und Blau (Papier). Wertstoffe (Grüner Punkt) müssen wir gesondert zur Wertstoffinsel bringen. Die Mülltonnen im Hinterhof werden jeweils an zwei Tagen geleert: Dienstag und Mittwoch. „Wo bringen Sie die Biotonne hin“, frage ich frühmorgens mit investigativem Reporterblick einen der Männer. „In die Kompostieranlage“. „Und wo ist die?“, will ich wissen. „Gibt mehrere“, sagt der Mann, ohne mich anzugucken, springt auf den Wagen und ist weg.
Zumindest weiß ich jetzt: Die Biotonne wird nicht in die Restmüllanlage gefahren. Das ist doch schon mal was. Oder nicht?

Quelle 2: Die Münchener Stadtreinigung

Anruf bei Herrn Grundler vom Münchener Abfallwirtschaftsbetrieb.
„Wo bringen Sie meinen Biomüll hin?“
„Der größte Teil kommt in unsere Fermentationsanlage nach Freimann. Außerdem arbeiten wir mit einem privaten Betreiber einer Fermentationsanlage zusammen.“
„Und was passiert dort?“
„Da wird dann aus Ihrem Abfall Biogas gemacht, das der MAW dann verkauft.“
„Wie bitte? Sie verdienen an meinem Biomüll?“
„Ein Teil der Erlöse geht in Form von niedrigen Müllgebühren an Sie zurück. Die Münchener haben im bundesweiten Schnitt extrem niedrige Müllgebühren. Die privaten Sortieranstrengungen lohnen sich also für die Haushalte.“

Zugegeben, ich bin ein bisschen überrascht. Was sagt Herr Grundler aber zu dem Gerücht, bereits getrennter Müll werde wieder zusammen gekippt? Er könne zwar nur für München sprechen, aber dieses Gerücht sei Schmarrn. „Das macht doch schon ökonomisch überhaupt keinen Sinn. Würde der Müll wieder zusammen gekippt, hätte wohl niemand in die neue Kompostieranlagen der Stadt investiert. Und es könnte auch gar kein Restmüll darin verbrannt werden – sie würden also leer stehen. Das gleiche gelte fürs Altpapier, das viel zu wertvoll sei, als dass man es nicht gesondert verwerten würde. Wenn etwas zusammen gekippt würde, dann unsachgemäß getrennter oder stark verschmutzter Müll. Je besser die Haushalte vorsortieren, desto effektiver das System.

Wenn jemand nur dann an meinem Müll verdient, wenn er sachgemäß getrennt ist, hat er zumindest einen guten Grund, ihn nicht einfach wieder zusammen zu kippen, denke ich.

Quelle 3: Das Bayerische Institut für Angewandte Umweltforschung und -technik

Rufen wir mal bei einer unabhängigen Stelle an. Das Bayerische Institut für Angewandte Umweltforschung und -technik (bifa) hatte im vergangenen Jahr eine Studie zu den Optimierungspotenzialen der bayerischen Abfallwirtschaft verfasst, mit dem Ergebnis, dass noch viel zu viel Müll durch die Haushalte falsch getrennt würde. Die Fehlwürfe in der Wertstofftonne machen immer noch einen höheren zweistelligen Prozentsatz aus. Und in der Reststofftonne landet noch immer ein großer Teil an Wertstoffen. Laut bifa sollte die Frage nicht lauten, ob der Müll wieder zusammengeworfen werde, was trotz hochmoderner Sortieranlagen nicht die Regel sei, sondern wie er durch die Haushalte noch besser getrennt werden könne. Wenn ein ganzer Container Wertstoffe etwa durch Essensreste verunreinigt wurde, ist eine Säuberung trotz moderner Maschinen kaum noch effizient zu bewerkstelligen – dann werden die getrennten Wertstoffe eben doch als Restmüll verbrannt. Wertstofftonnen mit offensichtlichen Fehlwürfen nehme die Müllabfuhr deshalb gar nicht mit – in diesem Fall muss der Besitzer der Tonne den Inhalt neu sortieren. Die bifa spricht sich ganz klar für das Mülltrennen aus: „In zahlreichen Untersuchungen konnten wir belegen, dass Mülltrennen, so wie es in Deutschland betrieben wird, ökologisch vorteilhaft ist“, betont bifa-Geschäftsführer Dr. Siegfried Kreibe.

Fazit

Wenn Ihr Kollege wieder mal erzählt, Mülltrennen sei eine sinnlose Beschäftigungstherapie, dann antworten Sie wie folgt: In der Regel (und in München auf jeden Fall) macht Mülltrennen sehr viel Sinn, es ist umweltfreundlich, kostensparend und ressourcenschonend, wenn man es richtig macht. Und wenn wirklich einmal in Deutschland getrennter Müll zusammengekippt wird, wie es Reportmagazine im Fernsehen von Zeit zu Zeit berichten, dann rechtfertigt das noch lange nicht, die Weltverschwörung der Müllmafia hinter jeder Tonne zu vermuten und der privaten Mülltrennung Lebewohl zu sagen. Das ist dann eher eine faule Ausrede.

Lesen Sie dazu auch:

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Stand: 18.06.2008 von

Kommentare (23)   abonnieren

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    schrieb am 17.06.2008 um 10:33
    Ich höre auch immer wieder Totschlagargumente gegen die Mülltrennung. Das hier ist doch eine wesentlich differenziertere Information, als "Alles ist gut", oder "Alles ist schlecht" ...

    Danke für die Recherche!
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    schrieb am 17.06.2008 um 10:55
    Ich glaube, man sollte da nicht leichtfertig von München auf den Rest der Republik schließen. Hier in Köln z.B., wo die Stadt in ihrer Not, die überdimensionierte Müllverbrennungsanlage voll zu bekommen, sogar Müll aus Neapel importiert, sieht die Sache möglicherweise ganz anders aus. Möglicherweise ... ich weiß es nicht ... aber so leicht lasse ich mich da nicht beruhigen.
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    schrieb am 17.06.2008 um 20:53
    Danke für den Artikel. Auch ich werde immer wieder mit diesem Totschlagargument konfrontiert ohne was dagegen sagen zu können außer "das ist schmarrn" ...

    Weiterhin finde ich persönlich dass es sinnvoller ist Müll in Deutschland zu verbrennen/recyceln als ihn im Ausland auf irgendwelche Mülldeponien zu kippen.

    gruss Jonas
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    schrieb am 17.06.2008 um 22:06
    Danke fuer die Aufklaerung. Das ist auf jeden Fall ein positives Zeichen aus der richtigen Richtung. Aber ich kann mich da Chamecko nur anschliessen, hab naemlich auch in Koeln einige Erfahrungen gesammelt. Ich dachte eine Weile, es wuerde an unserer Hausverwaltung liegen, dass wir den Muell einfach zusammenkippen sollen. Aber dann bin ich umgezogen. Und war bei Freunden zu Hause. Undsoweiter. Und hab eben gesehen, dass es kein Einzelfall ist. Jetzt wohn ich aber zum Glueck mal in einem Viertel, wo der Muell getrennt abgeholt wird.
    Das regt aber mal an zu Nachforschungen in der Hauptstadt des deutschen Muellskandals!
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    schrieb am 19.06.2008 um 08:30
    Vielleicht nicht für jeden, für mich jedoch Pflichtprogramm ... auch wenn jemand anders damit noch Geld verdient.
    Kritisch hinterfragen sollte zum Standardrepertoire jedes Utopisten gehören, grundsätzliches Misstrauen gegen alles und jeden halte ich für fehl am Platze. Es bringt uns alle nicht weiter, wenn wir von unseren Mitmenschen generell nur das schlechteste annehmen.
    ANREGUNG: Wie wäre es mit der Einführung von Wortmülltrennung?
    Ich bin sicher, es findet sich jemand, der daran noch verdient.

    Frohes Trennen weiterhin!
    Silberstreif
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    schrieb am 19.06.2008 um 09:57
    Ich war ein großer Fan von Mülltrennung, bis ich vor kurzem einen Bericht im Fernsehen sah.
    Eine alte Dame spült jeden Joghurtbecher aus, stapelt diese und entsorgt dann alles im gelben Sack. Dann kommt die Müllabführ u. nimmt nicht alle Säcke mit weil es angeblich schlecht sortiert sei (stimmt nicht).
    Das Problem ist: wenn die Recyclingfirmen zu wenig Rohstoffe (Kunststoffe) bekommen, erhalten sie eine hohe Entschädigung.
    Viele Recyclingprodukte werden von Müllverbrennungsanlagen aufgekauft, weil diese sonst nicht mehr stark genug brennen würden.
    Moderne Müllsortieranlagen sind viel schneller und effizienter als der Mensch.
    Es ist halt ein Millardengeschäft und jeder sagt was für ihn gut ist.
    Schade dass Utopia etwas mit so wenigen Fakten veröffentlicht. Ich trenne nur Papier u. Glas
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    schrieb am 19.06.2008 um 13:58
    Auf jeden Fall sollte der Müll getrennt werden, doch es ist noch vieles im Argen. Es wird noch viel zu viel verbrannt und viel zu wenig vermieden. Interessanter Weise gab es vor gar nicht langer Zeit, scheinbar überhaupt keinen Müll:
    Ich wohne im Süden Brasiliens, in einer Gegend die vor 150 bis 100 Jahren von deutschen Wirtschaftsflüchtlingen, wie man das heute sagen würde, besiedelt wurde und in der bis heute noch Deutsch gesprochen wird. Jedoch werden für Dinge die es bis zu dieser Zeit noch nicht gab, zum Teil recht witzige Eigenkreationen kreiert oder das portugiesische Wort dafür verwendet. Die Worte Müll und Abfall kommen in dem hiesigen deutschen Sprachgebrauch jedenfalls nicht vor. Demzufolge ist Homo müllus eine äußerst junge Erscheinung der Evolutionsgeschichte.
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    schrieb am 19.06.2008 um 14:22
    Ob das immer so stimmt, dass in den meisten Fällen Müll sortiert entsorgt wird stelle ich mal in Frage...Die größte Verarsche (man entschuldige meine Ausdrucksweise) ist bei uns eine Mülltonne mit braun-schwarz geteiltem Deckel und Trennsteg in der Mitte, wobei man im vorderen Teil bitte den Rest- und im hinteren Teil den Biomüll unterbringen soll. Der ganze Aufwand endet dann damit dass der Inhalt der gesamten Tonne in ein und demselben Müllwagen landet. In so einem Fall scheint sich dann doch eher der gute alte Komposthaufen zu bewähren -.-
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    schrieb am 18.02.2010 um 08:57
    sehr wahrscheinlich hat dieser Müllwagen auch einen 2 Kammer-Einwurf.
    Wenn nicht, dann wäre das schade. Nicht jedes Entsorgungsunternehmen ist gleich von Anfang an auf die jeweiligen Techniken eingestellt, bzw. der Ablauf ist halt anders.

    Hier läuft eigentlich alles automatisch und in unseren gelben Sack kommt bis auf Glas, Bio und Restmüll alles und im Nachbarort (anderer Kreis) hat man noch extra Dosen-Container.

    Auch bei der Glastrennung gibt es oft 2-Kammern-Systeme, die dann relativ genau über dem Wagen in 2 Kammern entleert werden.

    "Verarsche" ist, an der Verbreitung solcher schauderhaften Ammenmärchen teilzunehmen. In der BILD gerne - aber hier?


    Sehe gerade, dass das ganze Ding schon ganz schön alt ist...
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    schrieb am 19.06.2008 um 23:47
    Eigentlich keine Überraschung, dass alle offiziellen Stellen tönen, Mülltrennung sei wichtig. Finde ich persönlich auch und betreibe das schon seit meiner Kindheit. Ein eher desillusionierendes Erlebnis war für mich dabei, als ich mit eigenen Augen gesehen habe, wie ein einzelner Laster die örtlichen Glascontainer (weiß, grün, braun) abgeholte - da landete natürlich wieder alles Glas auf einem Haufen.

    Ich stelle nicht die Sinnhaftigkeit von Mülltrennung infrage (obwohl ich auch denke, dass Maschinen das besser könnten, wenn die Menschen nur nach feucht und trocken sortieren). Die Frage ist nur: wie genau soll das passieren?
    Ich kenne mich nicht aus mit den Möglichkeiten der Wiederverwertung von Glas, aber scheinbar ist die Farbe dabei egal.
    Ein Artikel dazu wäre mal interessant...
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    schrieb am 24.08.2008 um 15:05
    Schöne Kurzinfos.

    Es gibt Hinweise, es gibt Belege, es gibt Spekulationen, es gibt Zweifel, es gibt Beteuerungen, es gibt Begründungen und es gibt noch etliches mehr im Disput um den Sinn bzw. Unsinn der privaten Mülltrennung.
    Von einem Übermaß an Auseinandersetzung können wir uns durch einen einzigen Gedanken "trennen": Wieviel Aufwand kostet mich die übliche Mülltrennung?
    Die Antwort wird in den meisten Fällen lauten: Der Aufwand ist gering oder unerheblich!

    Also einfach trennen und die Zeit mit Wesentlicherem verbringen ;-)
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    schrieb am 29.08.2008 um 10:34
    Mülltrennung ist auch eine bewußte Auseinandersetzung mit meinem eigenen Einkaufsverhalten.

    5 Scheiben Käse im großen Plastikkasten von Aldi & Co (leider auch zunehmend in Biofachmärkten) oder Käse am Stück im Wachspapier.

    Wieder gilt die Devise - erstmal bei sich selbst anfangen, dann meckern!

    Danke für den guten Artikel. Drucke ich mir aus. Verteile ihn im "Notfall", dann brauche ich keine Grundsatzdiskussion zu führen und kann selbst eine Menge eigene Energie sparen.
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    schrieb am 01.02.2009 um 16:43
    Ich habe vor etwas 2 Monaten auf dem ZDF Infokanal einen Bericht gesehen,der sich genau mit diesem Thema auseinandersetzte.Selbstverständlich verdient jemand an unserem Abfall.in großem Rahmen..sonst würden sich private Unternehmen gar nicht in diesem WIRTSCHAFTSZWEIG ansiedeln.Aus dem Bericht ging ebenfalls hervor,dass das Recyclen der Wertstoffe aus dem gelben Sack unheimlich aufwendig sei,und sich nur noch mit hochentwickelter Technologie lohne.Hat man aber erstmal eine solch kompliziert Anlagen,bräuchte der Müll eigentlich gar nicht mehr getrennt werden,weil eine Solche den Hausmüll(ohne Papier,Glas und Biomüll)selbständig trenne.Der gelbe Sack wird vom Verbraucher über den gelben Punkt finanziert und ist,technisch gesehen,bereits überholt.Alte Anlagen verbrennen Großteile tatsächlich
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    schrieb am 06.05.2009 um 08:45
    1. Gibt es so viele Fernsehberichte, weil in diesen wenigstens gründlich recherchiert wurde.
    2. Kann man von München aus nicht republikweit schauen.
    3. Ist dieser Artikel wertlos, da man ein "Kurzinterview" eines Müllmanns und ein knapper Anruf bei einem Offiziellen nicht gründliche Recherche nennen kann.
    4. Ich trenne auch, allerdings machen mich die Berichte im TV auch nachdenklich und regen zum Umdenken an.
    5. Sind Sortieranlagen mittlerweile viel effizienter als der Mensch.
    6. Hat der vorangegangene Utopisten-Kommentar Recht: Wir müssen beim Konsum schon Müll vermeiden.
    LG, Melfore
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    schrieb am 08.05.2009 um 00:06
    ja wenn's um's Geld geht, dann läuft gerne mal etwas eigentlich Gutes aus dem Ruder und wird sinnlos (oder sogar schädlich). Das Problem liegt wahrscheinlich, wie Yatzgo ja schon sagt, darin, dass der "Grüne Punkt" mit der Industrie zusammenhängt - und der geht es immer nur um Profitmaximierung.
    Aber ich bin auch der Meinung: Ich brech mir nix ab wenn ich den Müll trenne, und am Besten ist es sowieso, Müll schon so weit es geht zu vermeiden :-)
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    schrieb am 03.07.2009 um 21:23
    Spätestens seit ich den Hausmeister (!) meines Wohnblocks mehrmals dabei gesichtet habe, wie er die Altpapiertonne leerte und das Papier in Säcken davonschleppte, bin ich mir sicher, dass jedenfalls einer was von der Mülltrennung hat. ;-)
    Ansonsten gilt: Sowenig Müll wie möglich kaufen. Ist gar nicht sooo schwer.
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    schrieb am 04.09.2009 um 14:04
    Also: Wenn schon mal "Müll" anfällt, ist das Trennen im Haushalt meiner Meinung nach mit keinem Aufwand verbunden. Man braucht nur vielleicht ein bisschen mehr Platz als eine Tonne und den Willen, es auch zu tun. Das war's.

    Was dann hinterher damit passiert, ist sicherlich eine spannende Frage.

    In meinen Augen sind Müllverbrennungsanlagen für Restmüll keine akzeptable Lösung. Hier werden Rohstoffe, die zuvor unter großem Aufwand und oft unter Schädigung von Mensch und Natur abgebaut wurden, einfach unwiderbringlich zerstört. Es gibt dann beinahe keine Möglichkeit mehr, an diese Rohstoffe wieder dran zu kommen. Stattdessen treibt unsere Nachfrage die Menschen wieder in den Regenwald, um dort zerstörerisch Rohstoffe NEU abzubauen.

    Müll ist Rohstoff.

    Zum Weiterlesen:
    NABU: "Jede weitere Neuanlage für Abfallverbrennung wird zum Millionengrab"
    http://www.recyclingmagazin.de/rm/news_detail.asp?ID=11470&MODE=91&SID=893736869369153

    Bundesregierung nimmt Stellung zu Überkapazitäten bei Müllverbrennung http://www.recyclingmagazin.de/rm/news_detail.asp?ID=11772&NS=1

    Eindringliche Infos zum Thema Aluminium
    http://rainbop.blogspot.com/2009/06/aluminum.html

    Diverse Infos zum Thema Recycling
    http://rainbop.blogspot.com/search/label/recycling
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    schrieb am 04.09.2009 um 14:38
    Danke für Deine wie gewohnt sinnige und gute Recherche, Jan.

    Ich denke, man sollte auch bei der Argumentation deutlich "trennen" (hihi). Dass verschiedene Müllsorten zuweilen auch einfach zusammengekiptt werden, ist wohl Fakt. Ich erinnere mich an REPORT-Recherchen auf den Bahnhöfen - da sah es finster aus.

    Das ändert aber nichts daran, dass Mülltrennung - die eine Seite - selbstverständlich hochsinnvoll ist. Wenn nun Fälle bekannt werden, in denen Müll zusammengekippt wird, dann muss DAS - also die andere Seite - verbessert , nicht aber wieder gleich das Ganze abgeschafft werden.

    Das ist die alte (typisch deutsche) Leier mit dem sattsam bekannten "hat-ja-sowieso-alles-keinen-zweck"-Gerede. Damit wird definitiv gar nichts irgendwie besser.
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    schrieb am 04.09.2009 um 15:25
    Wieso kann man "Müll" nicht gleich beim Einkauf nicht nehmen!
    Soriere ich doch gestern 8 Eier und leg die in den mitgebrachten EIKASTEN für den Kühlschrenk!
    Holen die bei EDEKA den Chef. Ich hätte acht statt sechs Einer und keinen Karton genommen!

    Chefe lachte und sachte dann tun Sie 1/3 vom Preis der sechser Packung zurechnen!
    Frag Sie wie geht das?

    Wo bin ich denn hier....Bildungswüste Deutschland?
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    schrieb am 29.10.2009 um 16:36
    Meine Beobachtung ist, daß immer mehr Müllfahrzeuge eingesetzt werden, wo die Tonne automatisch seitlich reingekippt wird. Da springt also kein Müllwerker mehr rum, der nochmal einen kontrollierenden Blick reinwirft. Also wird doch jede Tonne mitgenommen, ob es sortiert ist oder nicht.
    Allerdings war ich auch noch nicht in München ;-)
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    schrieb am 12.01.2010 um 17:44
    Na da sind wir jetzt in Sachen Müll ein wenig weiter. Ja Bayern ist Freistaat und wir wissen jetzt immer noch nicht wie das woanders ist. MMMHHH Andere Länder andere Pommes und da fällt mir doch gerade eine Frage ein: Wie ist das eigentlich mit der Sortierung der Glasflaschen nach Farben?
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    schrieb am 12.01.2010 um 17:53
    Da ist schon was dran. Die können nur farbrein recycelt werden, wenn sie auch einigermaßen farbrein gesammelt werden.
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    schrieb am 17.02.2010 um 22:04
    Die Mülltrennung und Verwertung scheint ja zu funktionieren wenn ich der Unterallgäuer Umweltzeitung (Herausgeber Landkreis), die ich heute erhalten habe, glauben darf.

    Darin steht , wie mit Biomüll, Wertstoffen, Restmüll etc. verfahren wird.
    Soweit so gut.

    Restmüll:
    „Der über das Restmüllgefäß erfasste Abfall wird im Müllkraftwerk Weißenhorn (MKW) thermisch behandelt. Mit modernster Technik und höchst effizienter Rauchgasreinigung wird umweltfreundliche Energie erzeugt.“ Quelle: Unterallgäuer Umweltzeitung 2010

    Aber ist das alles:'

    1991 ging das MKW in Betrieb
    1997 ! gab es eine Untersuchung zur Wärmeleistung
    2007 Machbarkeitsstudie und Feststellung es könnten 1500 Einfamilienhäuser
    beheizt werden (15 Megawatt Wärmeleistung sind möglich)
    2010 immer noch keine Nutzung der Fernwärme (nach 19 Jahren!)

    Sind das nicht ca. 18.000 Tonnen sinnlose CO2-Emission pro Jahr und das seit 19 Jahren !
    Ganz zu schweigen, dass die Müllgebühren durch höhere Erlöse gesenkt werden könnten.

    Wie war das noch:
    "... Mit modernster Technik und höchst effizienter Rauchgasreinigung wird umweltfreundliche Energie erzeugt.“
    Schade dass diese zum großteil in die Luft geblasen wird.
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