Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.
Bio und fair einkaufen

"Strategischer Konsum? Klar, aber erst, wenn ich genug verdiene!"


Wie wäre es mit... einem Einkauf im Biomarkt?

Vollen Mutes ran ans Werk! Die Weltverbesserung beginnt im Kleinen, also im Bio Supermarkt. Spätestens an der Kasse stellen Sie fest, dass Käse, Brot, Obst, Gemüse, Putzmittel, Zahnpasta und vegetarische Bratwürstchen vielleicht nur eine kleine Verbesserung der Weltlage sind, für Ihr Portemonnaie jedoch eine sehr große Veränderung darstellen. Mit einem nicht so guten Gewissen, knapp gefülltem Einkaufsbeutel und der Gewissheit, dass Sie die Deutsche Bank mit immerhin nicht sehr viel Geld auf dem Konto unterstützen, gehen Sie nach Hause. Okay. ...dann in Zukunft vielleicht doch lieber auf die Zeitung und das zugehörige Kopfschütteln verzichten... Schade, wer so schnell aufgibt. Immerhin haben wir geniale Strukturen, unseren Konsum nachhaltig auszurichten, ohne dafür Geld in Unmengen ausgeben zu müssen, oder Unentbehrliches zu entbehren. Der einfache Gang in den Bio-Supermarkt reicht dafür leider nicht aus. Es sind viele kleine Schritte, die die Welt verändern. Wo anfangen? Egal! Jeder Anfang ist besser als Resignation.

Wie wäre es mit... einem Bankwechsel?
Die meisten großen Banken sind verantwortlich für die Finanzierung von Projekten mit gravierenden Folgen für Menschen, Umwelt und Schuldenländer. Ganz groß im Rennen sind hier die Dresdner, Mitgleid der Allianz Gruppe, und die Deutsche Bank. Es gibt aber auch Alternativen. Ein Beispiel wäre hier die GLS Gemeinschaftsbank. Der einzige Nachteil ist, dass sie nur sechs Filialen in Deutschland hat. Dies ist jedoch nicht schlimm, da man alle Geld- und Kontoauszugsautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken gebührenfrei nutzen kann. Die GLS bietet Online Banking an und Geldtransfers sind auch bequem per Telefon oder postalisch zu tätigen. Geldanlagen bei der Bochumer Bank sind ausschließlich ethisch und ökologisch, das heißt es werden keine Kredite in fragwürdige Projekte gegeben. Im Gegenteil: Bei der GLS kann man selbst wählen, in welchem Bereich die Bank mit Ihrem Geld arbeiten darf. Solche Bereiche können regenerative Energien, Alternativpädagogik, Wohnen u.s.w. sein.
Es wird sehr viel Wert auf maximale Transparenz gelegt. So bekommen Kunden in jedem Quartal eine Zeitschrift („Bankspiegel“), in der die GLS über ihre Aktivitäten berichtet und alle vergebenen Kredite veröffentlicht.

Mehr Infos gibt es auf www.gls.de.

Wie wäre es mit... bio-fairer Kleidung?
Wer will denn schon einen Poncho tragen? Viele Junge Menschen schreckt der Kauf von bio-fairer Kleidung ab, weil sie oft zu unmodisch ist. Das hat nun ein Ende. Zwei Freiburger haben nämlich vor ein paar Jahren die Firma Fairwear gegründet. Da gibt es Streetwear aus Fairem Handel und dazu auch noch aus Bio - Baumwolle. Dafür gibt es einen Onlineshop, wo alle Informationen zu den Arbeitsbedingungen und den Herstellern zu finden sind. Wer also auf der Suche nach Jeans mit einem modischen Schnitt, Poloshirts, Hoodies, Sneakers, oder Longsleeves ist, findet auf www.fairwear.de garantiert das Richtige. Wer es richtig nachhaltig will, kauft eher Kleidung aus dem Second Hand Store und trägt seine Sachen lange auf. Infos über Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie gibt es auf www.saubere-kleidung.de.

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Stand: 12.03.2008 von

Kommentare (13)   abonnieren

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    schrieb am 12.03.2008 um 19:53
    Gute vier Punkte, über die jeder mal ernsthaft nachgedacht haben sollte.

    In wie weit die genannten Marken zu den schlimmsten gehören, kann ich nicht beurteilen und würde ich erstmal ein wenig in Frage stellen.

    Der Artikel ist nicht zu kurz und nicht zu lang und gibt einen sehr gute Überblick über Themen, die sehr realitätsnah und damit machbar sind.

    Vielen Dank.

    LG derNarr
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    schrieb am 13.03.2008 um 01:13
    die viele von uns zum Teil schon lange beherzigen, aber für die Hinweise auf biofaire Kleidung und die beigefügten Links dazu bin ich echt dankbar. Ausserdem, weil ich es nun bereits seit 26 Jahren praktiziere, Bionahrung ist im Endeffekt billiger als Junkfood, weil der Körper bei letzterem, auch wenn der Magen voll ist, rasch wieder Hunger verspürt. Klar, denn von Mahlzeiten, die über wenig wertvolle Inhaltsstoffe verfügen, muss der Körper eine grössere Menge zu sich nehmen, um gesättigt zu sein, doch die Dickmacher sind jetzt überproportioniert im Körper. Und das kostet ganz schön. Ich habe das mal mit einem sich entsprechend ernährenden Kollegen verglichen, weil wir uns darüber auseinandergesetzt haben. Am Ende komme ich trotz Bio günstiger und schlanker weg und fühle mich wohler.
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    schrieb am 13.03.2008 um 11:26
    Danke für den Beitrag. Konkret und auf den Punkt gebracht: Jede und jeder von uns kann so viel kleines tun, um dem Massenkonsum zu widersagen und unserer Erde ein verlängertes Leben zu schenken.

    Den Tipp mit der Obstkiste kann ich weitergeben: Ich war bei der ersten Lieferung erstaunt, wie anders echtes und frisch geerntetes Obst doch aussieht. In Tomate, Gurke und Co. steckt so viel mehr, als wir denken.

    Infos, wo es Obst-und Gemüsekisten im Abo gibt, findet Ihr hier:
    http://www.bioland.de/kunden/adressen/index.html#abo
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    schrieb am 14.03.2008 um 17:19
    Gleich vorweg: Ich bin keine Vegetarierin, deshalb weiß ich auch, daß Fleisch inzwischen echt teuer ist. Daher der Vorschlag für den knappen Geldbeutel: Nur einmal in der Woche Fleisch (Bio natürlich), und vom gesparten Geld Bio-Gemüse, Käse, Eier etc. kaufen. Dass sich das rentiert, hat Barbara Rütting in ihrem immer noch sehr empfehlenswerten Kochbuch (in der preiswerten Taschenbuchausgabe!) schon vor zwanzig Jahren ausgerechnet.
  • gelöscht am 02.03.2010 um 20:24 von inaktiver User 7278
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 17.03.2008 um 20:49
    Vielen, vielen Dank für diesen Artikel und die Links. Er sprach mir aus der Seele. Ich finde es wichtig, nach einem Kopfschütteln auch wirklich aktiv und praktisch die Misere anzugehen. Jeder Einkauf sollte überlegt sein. Schon klar, dass manche Menschen nicht das Geld haben nur Bio und Fair-Trade einzukaufen. Aber sie könnten mit etwas anfangen, z.B. die Süßigkeiten nur Öko oder Fair Trade einzukaufen. Das ist dann aber Teuer! Na und? Zu viele Süßigkeiten sind sowieso ungesund. Und bei Textilien? Braucht jeder 20 T-Shirts? Nein, dann kauft man halt nur 2 und die fair und ökologisch hergestellt. Ich stelle fest, ich werde immer konsequenter. Ich nehme auch in Kauf, weiter laufen zu müssen, um bessere Produkte kaufen zu können.

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    schrieb am 18.03.2008 um 13:43
    Dieser Artikel ist gut und übersichtlich und hat die volle Punktezahl verdient.
    Weiter so in eine gerechtere Zukunft!

    Wolfgang
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    schrieb am 20.03.2008 um 21:33
    Ein guter Anstoß für kleine große Veränderungen.
    Vielen Dank!
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    schrieb am 13.04.2008 um 17:41
    Genau solche Infos braucht ein Portal wie Utopia.de. Dafuer ist es ja schliesslich da. Seinen Konsum insgesamt zu reduzieren oder gebrauchte Sachen zu kaufen finde ich ebenfalls total wichtig. Ich denke sogar, dass Menschen die nachhaltig leben oft weniger Geld ausgeben. Gebrauchsgegenstaende gemeinsam mit anderen zu benutzen, in einer Gemeinschaft leben, Klamotten tauschen usw. kostet weniger Geld und verringert den Ressourcenverbrauch. In vielen Staedten gibt es sogenannte Umsonstladen und Foodcoops, die meistens in alternativen / autonomen Zentren zu finden sind.
    Eine kleine Korrektur zu uns fairwear-Jungs: Demnaechst feiern wir unseren zweiten Geburtstag, so dass wir keineswegs eine alteingesessene Firma sind, die "seit einigen Jahren" existiert. Aber vielen Dank fuer die Werbung. :-)
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    schrieb am 04.02.2010 um 11:35
    Hallo Emmanuel, auch "Bio" muss nicht teuer sein, z.B. wenn durch Kampagnenversand Lagerhaltungs- und Logistikkosten eingespart werden. Im Umfeld der Projektwerkstatt (FU Berlin) sind da verschiedene Projekte entstanden.
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    schrieb am 04.02.2010 um 11:45
    Ich habe da gerade mal eben geguugelt nach
    "Kampagne bio"
    und dann das Produkt (Tee, Kaffee, Schokolade, Gewürze, Olivenöl, etc.).
    * von der Teekampagne (http://www.teekampagne.de/) hast Du sicher schon gehört, die haben jetzt auch Bioprodukte, daneben gibt es aber auch den Versand
    * von Bio-Olivenöl (http://www.gebana.com/olivenoel).
    Alle diese Produkte kann man online recht günstig einkaufen (Ok, das Olivenöl ist etwas teurer, aber ich habe gerade beschlossen, es auf jeden Fall einmal zu testen). Kaffee und Schokolade habe ich auf die Schnelle nicht entdeckt, die gibt es aber sicher auch zu finden.
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    schrieb am 04.02.2010 um 11:54
    Hi UTO,
    bei Produkten, die nicht aus der Region kommen, achte ich vor allem auf die Arbeitsbedingungen. Da steht Bio bei mir ganz klar hinten an. Wenn es "Fair" ist und dazu noch Bio, dann ist das noch besser, aber nur Bio ohne Fair und dafür billig geht nicht. Somit sollte man darauf achten, dass die einstigen Kolonialwaren in Weltläden gekauft werden.

    Olivenöl sollte ruhig teuer sein. Das Verfahren ist sehr aufwendig und es braucht viel Land für so ein Fläschchen Öl.

    Viele Grüße
    Emanuel
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    schrieb am 27.03.2010 um 07:28
    Zum Glück gibt's auch viele andere Läden außer dem Weltladen, sonst könnte ich außer T-Shirts nichts zum Anziehen kaufen.

    "Bio ohne fair" kann man meines Erachtens selbst zu "fair" machen, indem man den Differenzbetrag zu "bio und fair" für entsprechende Entwicklungsprojekte spendet. Der Aufpreis fließt ja, so viel ich weiß, meistens auch in Gemeinschaftsprojekte. Jedenfalls bleiben bei FairTrade einige Fragen offen:

    http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/fairtrade-wirklich-fair
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