Wie die neue CO2-Kfz-Steuer funktioniert

Prämie: Verschrotten wird belohnt ...

Die neue Kfz-Steuer, die ab dem 1. Juli 2009 in Kraft tritt, gilt nur für Neuwagen. Für ältere Autos ändert sich an der Steuersituation nichts. Altfahrzeuge sollen indes durch die so genannte Umweltprämie, oder zynischer: "Abwrackprämie", schneller von den Straßen verschwinden. Es bleibt jedoch anzumerken, dass auch die längere Nutzung von Konsumgütern einen positiven Effekt auf das Klima hat. Das gilt natürlich auch für Autos.

... ist aber kompliziert

Die Auszahlung der Umweltprämie in Höhe von 2.500 Euro ist an folgende Bedingungen geknüpft:

  • Das zu verschrottende Altfahrzeug muss mindestens neun Jahre alt und zuletzt mindestens ein Jahr auf den Antragsteller zugelassen gewesen sein.
  • Die Prämie wird nur für den Kauf eines Neuwagens beziehungsweise eines höchstens ein Jahr alten, einmalig zugelassenen Jahreswagens gewährt.
  • Bei Antragsstellung muss der Verwertungsnachweis eines Demontagebetriebs sowie eine verbindliche Verschrottungserklärung vorgelegt werden. Außerdem die entwerteten Papiere (Fahrzeugbrief und –schein) des Altfahrzeugs sowie der Zulassungsnachweis des Neufahrzeugs.


Der Bund hat für die Prämienregelung 1,5 Milliarden Euro bereitgestellt. Bei 2.500 Euro pro bewilligtem Antrag reicht das für rund 600.000 (lt. Bafa für 588.550) mögliche Bewilligungsverfahren. Ein Antrag inklusive aller Unterlagen muss bis zum 31. Dezember 2009 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingehen.

Weitere Informationen zur Umweltprämie gibt es beim BAFA >>>

Bildergalerie

Autos bis 120 Gramm CO2-Ausstoß

Steuer: Das Zwei-Komponenten-Prinzip

Die neue Kfz-Steuer setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: der Besteuerung nach Hubraum und der nach CO2-Ausstoß. Völlige Steuerfreiheit gibt es künftig auch für den klimafreundlichsten Hybriden nicht, denn die Hubraum-Besteuerung betrifft alle Autos mit Verbrennungsmotor:

  • Für Benziner: zwei Euro pro 100 Kubikzentimeter
  • Für Diesel: 9,50 Euro pro 100 Kubikzentimeter


Fahrzeuge mit einem Ausstoß von weniger als 120 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer sind bis 2012 vom CO2-Steueranteil befreit. Was darüber hinaus emittiert wird, schlägt mit zwei Euro pro Gramm zu Buche.

Übrigens: Egal welche Technologie Ihr Verbrennungsmotor hat und wie sehr Sie auf die Tube drücken oder nicht – pro verbranntem Liter Benzin werden immer 2,32 Kilogramm CO2 freigesetzt, pro verbranntem Liter Diesel 2,65 Kilogramm. Die einzige Methode CO2-Emissionen beim Autofahren zu reduzieren, bleibt also: weniger Sprit verbrauchen – auf welche Art auch immer.

Übersicht: CO2-steuerfreie Modelle

Eine direkte Kaufempfehlung für Autos möchten wir an dieser Stelle nicht aussprechen. Es ist Ihre Sache, wie Sie in Zukunft die Waage zwischen Klimaschutz und Kostenersparnis halten. Utopia zeigt Ihnen allerdings einige Modelle, die zwar mit Verbrennungsmotoren betrieben werden, aber zumindest das EU-Ziel für 2012 von 120 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer nicht überschreiten:



Hinweis: Wer so richtig effektiv das Klima schonen, aber trotzdem von der Stelle kommen will, der sollte zwischendurch öfter zu Fuß gehen oder das Fahrrad benutzen. Emissionsfreier und kostengünstiger geht's nicht.


Illustration: Miro Poferl

6 Kommentare

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Kommentare

  • Mariander
    schrieb am 13.02.2009 um 10:28
    Die Abwrackprämie hat nichts (nullkommanull) mit Umweltschutz zu tun. Unternehmen, die den Begriff "Umweltprämie" verwenden, sollten auf Grund von Irreführung abgemahnt werden. Highlight ist für mich derzeit der VW Konzern "Neuer ist sauberer" - hä?!
    Leute, fahrt Eure alten Kisten bis zum bitteren Ende, das ist allemal Ressourcenschonender, als ein neues Auto zu produzieren...egal was das dann für einen co2-Austoß hat - die Gesamtbilanz zählt.
  • copyflat
    schrieb am 12.02.2009 um 20:25
    Um tatsächlich eine Trendwende hin zu Umweltstandarts in der Autoindustrie zu bewirken, wäre weit mehr möglich als der aktuelle Besteuerungsschlüssel. So drängt sich mir der Eindruck auf, dass die neuen Alibimotive, die der Umweltprämie eher die sind den Rücken der starken Autoindustrie stärken zu wollen.
    Jedoch spricht der Vorteil der politischen Entscheidung und Diskussion für sich, öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema der notwendigen Nachhaltigkeit unserer Lebensstandarts zu lenken.
    Eine Förderung der fokussierten öffentlichen Aufmerksamkeit auf aktuelle, potentielle Modelle von Umweltautos wäre selbstverständlich ein Risiko für die Automobilindustie oder eine Chance zu wachsen wirtschaftlich und menschlich. (Textfeld zu klein, schreibe im nächsten aber weiter...)
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