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Kinder-Schokolade - nein, danke!

Schokolade ohne Kinderarbeit

Schokolade schmeckt nicht nur unseren Kindern gut. Aber haben Sie gewusst, dass dafür in anderen Ländern Mädchen und Jungen schwere Arbeit bei der Kakaobohnen-Ernte leisten müssen? Kinderarbeit. Utopia verrät Ihnen, wie Sie Ihren Schoko-Hunger ohne diese bittere Zutat stillen können.


Der größte Teil aller Schokoladenprodukte in Deutschland wird konventionell hergestellt. Der Anteil an fair gehandelter Schokolade liegt immer noch unterhalb der Ein-Prozent-Marke. Bekannte Markennamen auf der Packung sind kein Garant dafür, dass auf ein Minimum an Sozialstandards geachtet wird.

Tipps für Schokolade ohne Kinderarbeit

  1. Wer unbeschwert Schokolade ohne Kinderarbeit genießen möchte, sollte auf das Fairtrade-Siegel (und Bio-Siegel) achten. Verzichten Verbraucher auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit, üben sie Druck auf die Hersteller aus, ihre Arbeiter anständig zu behandeln. Bei fair gehandeltem Kakao werden den Lieferanten Mindestabnahmepreise und damit zuverlässige Einkommen garantiert. Im Gegenzug verlangen die Mitglieder der internationalen „Fairtrade Labelling Organization“ (FLO) von den Bauern unter anderem, dass:

    • Kinder, die auf elterlichen Plan­tagen helfen, zur Schule gehen
    • keine Jugendlichen unter 15 Jahren als Arbeiter angestellt werden
    • Jugendliche unter 18 nicht mit gefährlichen Chemikalien hantieren oder andere gesundheitsschädliche Tätigkeiten ausüben
  1. Das Bio-Siegel bedeutet nicht zwingend, dass die Rohstoffe unter fairen Bedingungen pro­duziert wurden. Der Kauf von Bio-Schokolade ist trotzdem dem von konventioneller vorzuziehen: Die höheren Preise für Kakaobohnen aus Öko-Anbau – der zum Beispiel den Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden verbietet – sind eine Basis dafür, dass die Bauern ihre Kinder zur Schule schicken können.

  2. Sofern sie kein Transfair- oder Bio-Siegel tragen, können Verbraucher auch bei teuren Edel-Marken nicht ausschließen, dass die Kakaobohnen von Kindern geerntet wurden – und ebenso wenig, dass die verarbeitete Milch von Kühen aus Massentierhaltung stammt, die zudem noch genmanipuliertes Futter gefressen haben.

  3. Mobilisieren Sie Mitleid und Aufregung über Kinderarbeit lieber zu Verbrauchermacht, als beides – im wahrsten Sinn – weiter in sich hineinzufressen. Unterstützen Sie Sanktionen gegen Firmen, die an ausbeuterischer Kinderarbeit verdienen und verstärken Sie eine öffentlich wahrnehmbare Forderung nach Waren ohne unzulässige Kinderarbeit!

  4. Geniessen Sie fair gehandelte (Bio-)Schokolade im Bewusstsein, dass viel Arbeit darin steckt – und essen Sie ruhig weiterhin viel davon, damit die Kakaobauern davon profitieren.

Thema: Politik & Gesellschaft, Stand: 21.01.2012 von

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