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Alles muss raus! (Tag 4)


Dienstag, 30. Dezember
Vierter Tag


Guten Morgen!
Sie fühlen sich schon viel, viel besser? Gehen Sie doch mal auf die Waage. Zwei Kilo sind Sie bestimmt schon los, so schnell geht das. Auf jeden Fall haben Sie sich eine entspannende Morgengymnastik verdient. Wenn Sie sehen wollen, was Yoga-Model Tara Stiles direkt nach dem Aufwachen macht, schauen Sie sich doch mal dieses Video an:

Vielleicht kriegen Sie nicht alles hin, aber die eine oder andere Übung sollten Sie mal versuchen.

 

 

Frühstück
Lecker! Dinkelbrötchen-Scheiben mit Quark! Dazu löffeln Sie wieder Ihre Milch und machen sich einen schönen Obstteller. Außerdem gibt es Kräutertee satt. Nehmen Sie sich Zeit für das Frühstück, zwanzig Minuten mindestens.

Vormittag
Gestern hatten Sie das schöne Vollbad, heute früh sind wieder die kalten Waschlappen von Tag 1 dran. Denken Sie an die Zitronenspritzer! Dafür müssen Sie heute nicht schon wieder rennen... Aber Sie machen etwas anderes. Sie gehen. Sie gehen durch Ihre Stadt und zwar dort entlang, wo Sie noch nie gewesen sind. Eine richtige Wanderung, zwei Stunden Minimum. Nehmen Sie einen Stadtplan mit. Zurück dürfen Sie – je nachdem – mit dem Bus oder der U-Bahn. Auf dem Rückweg kaufen Sie frische Forellenfilets, höchstens 200 Gramm, und Gemüse für eine neue Gemüsecremesuppe.

 

Mittag
Sie haben ja noch genug Brühe. Bereiten Sie sich eine Gemüsecremesuppe nach dem Rezept von Tag 1. Dazu gibt es heute gedünstetes Forellenfilet. Sie beträufeln den Fisch mit Zitrone und würzen ihn mit grobem Pfeffer. Auf einem Teller erst mal liegen lassen. Kurz bevor die Cremesuppe servierfertig ist, gießen Sie den Boden einer Pfanne mit Gemüsebrühe aus und erhitzen sie. Wenn sie richtig schön heiß ist, legen Sie die Forelle hinein und decken alles mit einem Stück Alufolie ab. Die Brühe darf nicht kochen, am besten Sie nehmen die Temperatur ein wenig herunter.
So lange der Fisch dünstet (etwa zehn Minuten, geben Sie u.U. Brühe nach), essen Sie die Suppe. Den Fisch servieren Sie mit zwei knackfrischen Mohrrüben. Zum Nachtisch gibt es Milch und zwei Knäckebrote.

Nachmittag
Wie war denn der Mittagsschlaf neulich? Wenn es Ihnen gefallen hat, machen Sie doch heute noch einmal eine Viertelstunde, maximal 20 Minuten, mit Wecker.
Wenn Sie wieder klar im Kopf sind, setzen Sie sich an einen Tisch und schreiben sich einen Brief. Das klingt jetzt furchtbar esomäßig, aber es funktioniert. Schreiben Sie auf, wo Sie in genau einem Jahr sein wollen: In Ihrem Beziehungsleben, im Job, mit Ihrem Körper, in welchem Land. Nicht so sehr im Sinne von allgemeinen, guten Vorsätzen, lieber ganz konkret. Nicht: Ich will mehr Sport machen, sondern: Ich werde jeden Tag mindestens eine Stunde draußen sein und mich bewegen. Schreiben Sie noch einen – realistischen – Traum dazu (Jessica Alba oder Brad Pitt sind leider vergeben) und stecken Sie den Brief in einen Umschlag. Legen Sie ihn an einen Ort, an dem Sie ihn in einem Jahr wiederfinden. Und 2009 lesen Sie nach und machen Sie das Ganze noch mal.

Abend
Frühes Abendessen, spätestens 18 Uhr. Es gibt vier Scheiben Knäcke oder ein geschnittenes Dinkelbrötchen und – nach Wahl – Putenbrust, Mozzarella, fettarmen Weichkäse oder Quark. Maximal 70 Gramm. Dazu Kräutertee. Morgen haben Sie es ja erst einmal hinter sich.

Wenn sich Ihr Bauch wieder etwas leerer anfühlt, suchen Sie sich einen Platz vor dem Spiegel, an dem Sie niemand sieht. Und jetzt denken Sie mal ganz fest an den Menschen, der Ihnen in diesem Jahr besonders auf die Nerven gegangen ist. Zeit fürs Schattenboxen. Lassen Sie sich von diesem Video inspirieren. Der Mann ist kein Klasseboxer, aber das sind Sie wahrscheinlich auch (noch) nicht. Legen Sie los. Nicht nur ein, zwei Schläge in die Bildmitte, richtig bewegen, tänzeln, schlagen und nicht krampfen. Sie müssen schwitzen, am besten die Suppe rinnt Ihnen die Stirn runter. Immer weiter. 20 Minuten, die sehr lang werden können, sollten Sie schaffen.

biermaskeZiehen Sie ein frisches T-Shirt an, ruhen Sie sich aus, bis wieder trocken sind. Nehmen Sie eine superkurze Dusche. Jetzt haben Sie sich ein Bier verdient. Halt! Eine BierMASKE. Sie brauchen ein Glas Bier, wärmen das mit einem Eßlöffel Apfelessig zusammen in einem Topf, rühren 2 Teelöffel Heilerde rein und spachteln sich das Zeug ins Gesicht. Eine „Tagesschau“ lang wirken lassen, dann abspülen und wenn Sie mögen, trinken Sie das restliche Bier zur Belohnung. Sie können es aber auch für morgen früh aufbewahren und sich mit einer Mischung aus einem Teil Bier und vier Teilen warmen Wassers die Haare waschen (Keine Angst, der Geruch geht schnell wieder raus).
Während Sie die Maske aufhaben, erinnern Sie sich an die beiden Gedichte und an zehn Telefonnummern Ihrer Liebsten. Streber können auch hundert aufsagen.

Gute Nacht!
Sie haben das Vier-Tages-Programm jetzt hinter sich. War doch nicht so schlimm, oder? Wahrscheinlich haben Sie tatsächlich ein bißchen abgenommen, wobei das gar nicht das Wichtigste war. Sie haben gemerkt, daß man auch im Winter vor die Tür kann, daß Bewegung auch gut tut, wenn man dafür nicht ins Fitness-Studio muß und daß Gedächtnisübungen ganz lustig sein können. Hoffentlich gehen sie jetzt bestens gelaunt in die morgige Sylvester-Party.

Wenn Sie für das neue Jahr etwas mitnehmen wollen, ehe Sie der Stress wieder hat, schreiben Sie sich doch folgende fünf Ideen ab, mit denen Sie 2009 angehen können. Wenn Sie die beherzigen, kann es ein Superjahr werden.

  • Stehen Sie jeden Morgen eine Viertelstunde eher auf als sonst. Verbringen Sie die gewonnene Zeit mit Tara Stiles’ Yoga-Übungen, in Gedanken an Tara Stiles oder nehmen Sie sich einfach mal 15 Minuten nur fürs Rumliegen und Nichtstun. Ihre Morgen werden weniger stressig sein und Ihre Tage dann auch.
  • Versuchen Sie nichts zu tun, was dazu führt, daß Sie danach lügen müssen.
  • Gehen Sie einmal in der Woche vor 22 Uhr ins Bett.
  • Versuchen Sie jeden Tag zehn Minuten in völliger Stille zu verbringen. Setzen Sie zur Not Kopfhörer auf – natürlich ohne Musik...
  • Glauben Sie einfach, daß die meisten Menschen versuchen, ihr Bestes zu geben. Auch die, die Sie nerven. Nobody is perfect, Sie sind es auch nicht.

 


 

PS. Falls Sie die ersten Tage des Programms verpasst haben, es beginnt eigentlich hier. Und die anderen Folgen stehen hier und hier.

Fred Grimm

Illustrationen: Miro Poferl

Stand: 22.12.2008 von

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