„Verbraucherinnen und Verbraucher sollten spätestens jetzt gar keine Glühlampen mehr kaufen“, empfiehlt Stéphanie Zangl, Wissenschaftlerin und Expertin für energieeffiziente Beleuchtung am Öko-Institut. „Energiesparlampen sind die umweltfreundlichere und sparsamere Variante: wer seinen Haushalt jetzt neu ausstattet, spart jährlich 100 Euro und 450 Kilowattstunden Strom ein – das ist so viel, wie vier effiziente Kühltruhen verbrauchen, die 24 Stunden am Tag laufen.“
Die 80er sind vorbei
Moderne Energiesparlampen gibt es heute in vielfältigen Formen und Lichtqualitäten. Anders als die erste Generation der 1980er Jahre sind sie in verschiedenen Fassungsgrößen erhältlich sowie in unterschiedlichen Weißtönen und Farben, als dimmbare Versionen und schnellstartend. Allen gemein ist, dass sie den höchsten Energieeffizienzklassen – A und B – angehören. Herkömmliche Glühlampen dagegen rangieren in den Klassen D und E. Sparlampen halten sechs bis 15-mal länger als Glühlampen, können etwa bis zu 300.000 Mal geschaltet werden und verbrauchen rund 80 Prozent weniger Strom.
Das Quecksilber-Problem
Energiesparlampen enthalten kleine Mengen von Quecksilber – etwa zwei bis maximal fünf Milligramm. Beim normalen Betrieb wird das Quecksilber nicht freigesetzt. Nach außen kann es nur gelangen, wenn eine Energiesparlampe kaputt geht, was sehr selten passiert. Auch schon weil man sie sechs bis 15-mal weniger oft auswechseln muss als Glühlampen. Selbst im seltenen Fall eines Bruchs besteht keine akute Gesundheitsgefahr: ausgiebiges Lüften, das rasche Auffegen der Lampenreste und Verschließen in einem Glas mit Schraubverschluss reduziert die Quecksilberbelastung schnell.
Update der Redaktion: Natürlich ist Quecksilber gesundheitsschädlich. Vergleiche unseren Artikel "Vorsicht bei Energiesparlampen!", trotzdem sollten die Relationen im Auge behalten werden (siehe unten). Das Wichtigste ist der richtige Umgang mit den Lampen, insbesondere ihre fachgerechte Entsorgung. Denn hunderttausende falsch entsorgte Lampen führen natürlich auch zu einer höheren Umweltbelastung mit Quecksilber. Wer kein Risiko eingehen will, muss in den sauren Apfel beißen und mehr Geld in eine LED-Birne investieren.
Selbst wenn eine Person das in der Lampe enthaltene Quecksilber vollständig aufnehmen würde, wäre die Gesundheitsbelastung laut Ökoinstitut verglichen mit anderen Belastungen minimal. Allein durch den Verzehr von einigen Kilogramm Fisch, der heute noch immer quecksilberbelastet ist und bis zu einem Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Fisch enthalten darf, ist die akkumulierte Quecksilberbelastung höher als die durch zerbrochene Energiesparlampen.
Trotzdem: Energiesparlampen gehören nicht in den Hausmüll! Denn Quecksilber samt Elektronik dürfen nur fachgerecht entsorgt werden. So können Materialien wiederverwertet werden und das Quecksilber unzähliger Sparlampen gelangt nicht über die Müllverbrennung in unsere Umwelt. Manche Heimwerker-, Drogerie- und Elektronikmärkte nehmen die Lampen inzwischen zurück, aber auch auf Wertstoffhöfen werden sie angenommen. Eine Rückgabestelle für LED- und Energiesparlampen in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Hohe Quecksilberbelastungen durch Glühlampen
Wer die allgemeine Quecksilberbelastung der Umwelt reduzieren will, sollte statt auf Energiesparlampen zu verzichten lieber zu Erneuerbaren Energien wechseln. Denn bei der Stromproduktion aus Kohle, die in Deutschland derzeit immerhin fast 43 Prozent der gesamten Stromerzeugung ausmacht, wird kontinuierlich Quecksilber freigesetzt. Es ist in kleinen Konzentrationen in der Kohle enthalten und wird bei der Verbrennung in die Atmosphäre entlassen. Eine Glühbirne verursacht deshalb durch ihren hohen Stromverbrauch bei Nutzung des konventionellen Strommixes eine stärkere Freisetzung an Quecksilber als in einer Sparlampe überhaupt enthalten ist.
Die besten Alternativen
Gesetzlich ist bereits eine stufenweise Reduzierung der erlaubten Höchstmengen an Quecksilber in Energiesparlampen auf 2,5 mg vorgesehen. Diese Regelung gilt in der EU ab dem 1. Januar 2013. Schon ab Januar 2012 dürfen sie nur noch 3,5 mg Quecksilber enthalten. Auch heute kann man beim Einkauf schon darauf achten, Lampen mit möglichst geringem Quecksilbergehalt (Kürzel "Hg") wählen.
Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, sollte zu LED-Lampen greifen. Diese sind nicht nur sehr energieeffizient, sie enthalten auch kein Quecksilber. Im aktuellen Testheft der Stiftung Warentest gingen im Vergleich mit Halogen und Kompaktleuchtstofflampen zwei LED-Lampen als Testsieger hervor. Mit Preisen um die 40 Euro sind sie momentan jedoch noch eine große Investition.
Chat-Tipp: Am 7. September 2011 von 13 bis 14 Uhr können Sie auf test.de den Experten von Stiftung Warentest alle Fragen zu LED, Leuchtstoff- oder Halogenlampen stellen.
Der beste Ersatz für 60-Watt-Birnen
LED-Lampen
Philips Master LED bulb 806*
Ledon LED Double Click*
Osram Parathom Classic A 810*
Osram Parathom Pro Classic A 80**
Philips MyAmbiance**
*Sieger im Test Januar 2011 der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (getestet 14 LED-Lampen)
** Testsieger unter den Energiesparlampen im Septemberheft 2011 der Stiftung Warentest (insgesamt 3 LED-, 3 Halogen- und 14 Kompaktleuchtstofflampen gegeneinander getestet)
Kompaktleuchtstoff-Lampen
Osram Duluxstar
Osram Duluxstar Mini Twist
Go On! vom Hagebaumarkt
Philips Tornado Turbo
Beste Kompaktleuchtstofflampen im Test der Stiftung Warentest September 2011
Quellen: Pressemitteilung Öko-Institut e. V., Stiftung Warentest, Schweizerische Agentur für Energieeffizienz (S.A.F.E.)







Die besten LED-Lampen: 300-600lm mit E27-Fassung
Kommentare (56)
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http://www.yatego.com/ewolux-led-leuchtmittel/4ab8f11de0e544_2,4ab919c777477,5,,1,1?sid=03Y1322224508Y04493b77c0fa943dcf mehr weniger
Ich sehe es so: Das Glühlampenverbot bringt einen Stein ins Rollen.
Die Produktion von LEDs wird lukrativer … auch für den Endverbraucher.
Der Energieverbrauch bei der Herstellung einer Energiesparbirne oder von LEDs ist mit Sicherheit ein höherer (10mal mehr bei ESL? Oder so! Es gibt keine fundierten Aussagen.). ABER bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von 15.000 Stunden bei einer guten ESL und 25.000 Stunden bei LEDs sind das ja auch 15 – 25 Glühbirnen, die während dieser Lebensdauer verbraucht werden.
Auf alle Fälle ist es sinnvoll jedes zu sparende Watt zu sparen.
Beim Quecksilbergehalt bei der ESL kommt es schon auf die Betrachtungsweise an. Im Vergleich zum Dreck der in den Kernkraftwerken produziert wird ist Quecksilber, vorbehaltlich der entsprechenden Entsorgung, einfach das kleinere Übel.
Meine Vorschläge sind, bei der Lichtplanung noch viel mehr auf die effektive Nutzung von Tageslicht zu achten, Leuchten müssen sinnvoll eingesetzt werden (auch hier können wir viel Energie sparen) und beim Kauf von Leuchtmittel unbedingt auf Qualität achten, gerade bei LEDs sind die Preisunterschied riesig aber leider eben auch die Qualität. mehr weniger
Ich möchte definitiv nicht noch mehr Quecksilber in meiner näheren Umgebung haben. Zudem gasen die anscheinend auch nocht krebserregende Stoffe aus. http://www.welt.de/wissenschaft/article13218233/Auf-Energiesparlampen-faellt-ein-dunkler-Schatten.html
Unnötig die Diskussion wo es längst LED´s gibt in jeder erdenklichen Bauform und Fassung mit Preisen bis weit unter 10 Euro. Wer es nicht glaubt dem schicke ich gerne den link dazu. Habe unterschiedliche seit einem Jahr in betrieb. Brauchen 1/10 weniger Strom wie Halogen bei gleichem Licht, ohne Übertreibung. Noch dazu gibt es verscsh, farbtöne, kalt/warm und das ganze noch bei super Lebensdauer. Was will man noch.
Ich sags nochmal LED !!! aber vermutlich geht aus das wieder Jahrzehnte bis die Menschheit kapiert. Sorry aber da kann man schon verrückt werden. mehr weniger
Ansonsten verweise ich auch das oben mehrfach Beschriebene und verabschiede mich wieder mal.
Mit bestem Gruß
Hans-Werner mehr weniger