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PACKMEE

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Hallo,

euer Projekt klingt interessant! Aus dem Text zur Aktion geht hervor, dass ihr die gespendeten Kleider verkauft und dann das Geld spendet, anstatt die Kleider direkt den bedüftigen Menschen zukommen zu lassen. Warum das denn?

Geschrieben von Bussi_Riot am 27.März 2013, 11:36


Kommentare (14)   Eintrag abonnieren

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    schrieb am 28.03.2013 um 12:23
    Liebe Bussi_Riot,
    zunächst einmal Danke für den ersten Beitrag auf unserem Blog! Wir freuen uns sehr über dein Interesse an PACKMEE!
    Zu deiner Frage: Der Bedarf der Kleiderkammern für Hilfsbedürftige in Deutschland liegt bei nur ca. einem Prozent der jährlich anfallenden Gebrauchttextilien. Falls es jedoch zu Engpässen in deutschen Kleiderkammern kommen sollte, wird PACKMEE auf Anfrage jeder anerkannten, karitativen, deutschen Organisation etwaig fehlende Kleidermengen selbstverständlich zur Verfügung stellen.
    Schöne Ostertage wünscht dir dein PACKMEE-Team
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    schrieb am 28.03.2013 um 12:30
    Hallo PACKMME-Team,

    danke für die Antwort. Ich verstehe aber trotzdem nicht, warum man die Kleidung nicht direkt bedürftigen Menschen außerhalb von Deutschland zukommen lassen kann.
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    schrieb am 29.03.2013 um 09:55
    Hallo Bussi_Riot, unser System ist dauerhaft angelegt und wir haben viele Möglichkeiten der Kleiderwiederverwendung vorab geprüft. Die Sammlung, die Sortierung und der Transport von gespendeter Kleidung kosten Geld.
    Dieses Geld kann nur mit dem Weiterverkauf der Ware erwirtschaftet werden. Die Menschen in den Abnehmerländern profitieren zudem viel mehr durch den Handel, die Aufbereitung (z. B. nähen/waschen/bügeln) und dem anschließenden Verkauf der Waren. So entstehen Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette in den Abnehmerländern, und die Menschen erhalten die Möglichkeit, sich trotz geringer Einkommen mit vergleichsweise hochwertiger europäischer Ware zu kleiden. Zudem würden Almosen in Form von unsortierten Altkleiderbergen den Stolz und die Würde der Menschen verletzen, ganz abgesehen davon, dass ohne professionelle Verteiler- und Handelsstrukturen ein Großteil der Ware im Müll landen würde. Daher haben wir für unser System beschlossen, die gespendete Kleidung und Schuhe weiterzuverkaufen, jedoch die Hörgeräte unseren karitativen Partnern für deren Projekte zukommen zu lassen.

    Wir hoffen, dass unsere Antwort deine Frage klären konnte und wünschen dir ein frohes Osterfest!
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    schrieb am 31.03.2013 um 13:05
    hallo, die Idee find ich so ganz gut.Habe schon Werbung dafür gemacht.In welche Länder werden die Textilien weitergegeben?
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    schrieb am 31.03.2013 um 23:35
    Hallo cannafee! Vielen Dank, dass du uns weiterempfiehlst! :)
    Wir führen die gesammelten Kleidungsstücke, Schuhe und Haushaltstextilien überwiegend in Osteuropa sowie zu einem kleinen Teil Märkten in Afrika und Asien zu. Viele Grüße und ein frohen Ostersonntag!
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    schrieb am 01.04.2013 um 16:28
    Hallo PackMee-Team,

    könnt ihr eure letzte Antwort bzgl. der Abnehmerländer noch etwas konkretisieren? Welche Länder sind das und wer sind eure Geschäftspartner vor Ort? Gibt es dazu vielleicht einen Jahresbericht, der aufschlüsselt wo wieviel Ware hingegangen ist und wohin der Erlös gespendet wurde?

    Beste Grüße
    Emma
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    schrieb am 01.04.2013 um 19:31
    Ich habe gelesen, daß andere Hilfsorganisationen in die Kritik geraten sind, weil die Textilindustrie in den Ländern vor Ort (Afrika) durch die Kleider-Spenden total in die Knie geht?
    Wie geht Ihr damit um?
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    schrieb am 02.04.2013 um 17:50
    Liebe Maria_L,
    die Diskussion über die Auswirkungen von Altkleiderexporten in Entwicklungsländer ist seit Jahren ein Thema in der Öffentlichkeit, der Wirtschaft und der Politik. Vor allen Dingen geht es hier konkret um die Frage, ob durch „Altkleiderexporte“ die afrikanische Textilwirtschaft zerstört und durch Arbeitsplatzvernichtung die ohnehin bestehende Armut erhöht wurde. Nur ein geringer Teil der gesammelten PACKMEE-Ware geht nach Afrika. Selbstverständlich nehmen wir die Diskussion dennoch ernst. PACKMEE will Gutes tun und keinem Menschen in keinem Teil dieser Welt Schaden zufügen.
    Es gibt verschiedene Studien, die im Auftrag diverser Institutionen und auch im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Klärung dieser Frage durchgeführt wurden. Alle bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass es sich bei den Gründen für den Verlust von Arbeitsplätzen in der afrikanischen Textilindustrie um eine multikausale Problematik handelt (Korruption, veraltete und zu kostenintensive Produktionsmethoden, fehlende Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu asiatischen Textilproduzenten etc.) und der Import von Secondhandkleidung in diesem Zusammenhang von eher untergeordneter Bedeutung war bzw. ist. Im Rahmen der Untersuchungen wurde darüber hinaus herausgefunden, dass von allen genannten Gründen, die zum Verlust von Arbeitsplätzen in der afrikanischen Textilindustrie geführt haben, der Altkleiderexport der einzige ist, durch den andererseits aber auch neue Arbeitsplätze auf dem afrikanischen Kontinent entstanden sind. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass heute mehr afrikanische Familien vom Handel und der Aufbereitung von Secondhandkleidern leben, als jemals in der afrikanischen Textilfertigung beschäftigt waren. Und dass insbesondere auch in ländlichen Regionen Afrikas die Versorgung mit Secondhandkleidung für die Bevölkerung als Möglichkeit, günstig Textilien zu kaufen, eine große Bedeutung hat.

    Weitere Informationen hierzu findest du unter:
    Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Uwe Kekeritz, Thilo Hoppe, Ute Koczy, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Deutsche Altkleiderexporte in Entwicklungs- und Schwellenländer:
    http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/086/1708690.pdf
    Südwest Presse - Altkleiderspenden helfen Afrika:
    http://www.swp.de/ulm/nachrichten/wirtschaft/Altkleider-Spenden-helfen-Afrika;art4325,1443899
    Evangelische Kirche Deutschland - Altkleiderspenden helfen Afrika:
    http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2009_06_04_1_eed_altkleider_afrika.html
    Bericht zum Thema „Was passiert mit Kleiderspenden“:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1706422/Das-Geschaeft-mit-Altkleidern
    „Könnes kämpft“, WDR-Bericht zum Thema Altkleider-Irrtum in Deutschland:
    http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2012/12/10/koennes-kaempft.xml

    Viele Grüße, Dein PACKMEE-Team
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    schrieb am 02.04.2013 um 11:12
    Liebe emmaradio,
    vielen Dank für deine Nachfrage zu konkreten Abnehmerländern. Einen Jahresbericht haben wir noch nicht erstellt, da es und erst seit Oktober 2012 gibt und wir damit noch kein Jahr alt sind. Wir verkaufen die gesammelte Ware derzeit an 5 unterschiedliche Sortierbetriebe in Europa. Diese machen die Zielländer der Textilien abhängig von Qualität und Güte. Das bedeutet, dass z. B. warme Bekleidung in kalte Länder z. B. in Osteuropa verkauft werden und Sommerbekleidung in Länder, in denen ein warmes Klima herrscht. Die genaue Aufteilung wird also durch die Durchmischung der Textilien bestimmt und variiert ständig.
    Genaue Länder können wir daher leider nicht benennen, da dies den Sortierbetrieben obliegt. PACKMEE wandelt also direkt am Anfang dieses Prozesses die Sachspenden in eine Geldspende um. Die Erlöse kommen den Projekten unserer karitativen Partner CARE und RTL - Wir helfen Kindern zugute.
    Viele Grüße, dein PACKMEE-Team
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    schrieb am 06.04.2013 um 15:59
    Danke für diese Teilantwort. Ich würde mich wohler fühlen, wenn ich ganz genau wüsste wohin die Reise geht. Wenn ihr schon nicht selber wisst, was nach dem Sortieren passiert, wie könnte ihr dann garantieren, dass die bei euch eingesendete Kleidung wirklich nachhaltig weitergenutzt wird? Ich habe den Verdacht eure Vorstellung von "nachhaltig" beschränkt sich auf den Faktor Wiederverwertung von Kleidung. Bitte definiert euren Begriff von "Nachhaltigkeit", damit es hier keine Missverständnisse gibt.

    Und nochmal meine konkreten Nachfragen:

    Welche Sortierbetriebe sind das (Standort, Name)? Schaut ihr euch deren Jahresberichte an? Wie stellt ihr sicher, dass die Sortierbetriebe sinnvoll verteilen und keine lokalen Märkte in anderen Ländern bedrängen?

    Desweiteren schreibt ihr: "Die afrikanische Bevölkerung kann sich neu hergestellte Kleidung oft nicht leisten und so verkaufen wir gebrauchte Ware auch dorthin. In vielen Ländern Afrikas gibt es heute keine eigene Textilindustrie mehr, die die Menschen mit Kleidung versorgen könnte. Zudem leben viele Menschen vor Ort vom Handel mit gebrauchter Kleidung."

    Das ist eine sehr pauschale Aussage. Auf welche Länder bezieht ihr das? Ich bitte euch um lokale Beispiele, wo es keine Textilindustrie gibt und wo der Altkleiderspendenimport positive Effekte gebracht hat. In diesem Fall hätte ich dann auch gern einen Überblick über die lokale Gesamtmarktsituation und mögliche konkurrierende Altkleiderimporteure.

    Vielen Dank im Voraus!

    Mit bestem Gruß Emma
  • gelöscht am 02.04.2013 um 17:50 von PACKMEE
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
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    schrieb am 04.04.2013 um 21:05
    Liebes Packmee Team,

    danke erst mal für die Stellungnahme die hier gepostet wurde. Leider kann ich nur sagen, das mich das alles nicht überzeugter davon macht was hier passiert mit den Altkleidern die nach Afrika gehen.

    Es bleibt einfach ein Millionengeschäft und daran wollen alle verdienen und leider beeinflusst es doch die wirtschaftliche Entwicklung dieser Länder. Zugegeben die Länderregierungen dieser afrikanischen Staaten sind selbst daran schuld, weil sie ggf. selbst von den billigen alten Kleidern profitieren. Die Frage ist jedoch ob wir dies noch durch Exporte von Altkleidern unterstützen sollten.
    Auch Exporte von alten Elektronikartikeln nach Afrika erzeugt eine Lebensgrundlage für afrikanische Menschen, aber ich bin fest davon überzeugt, diese Lebensgrundlage nicht die Richtige ist weil sie krank macht und die Umwelt ruiniert.

    Es ist nach wie vor die Profitgier einzelner die den Motor am Laufen hält.

    Solang Packmee „nur“ Altkleider zum recyceln sammeln würde und die Erlöse daraus zieht finde ich das o.k. . Diese Exporte finde ich jedoch ein Desaster auch wenn der WDR Beitrag „Altkleider-Irrtum“ hier einseitig berichtend Leute befragt, die entweder selbst in der Maschine des Altkleidergeschäfts hängen oder Leute die in einem Nischentextielbereich arbeiten (Ich laufe ja auch nicht in Trachten durch die Gegend). Eine Industrie die bereits tot ist kann nicht mehr befragt werden. Die wird aber auch nicht mehr heimisch durch weitere Altkleider.

    Die Antwort der Bundesregierung finde ich auch sehr lustig. Im Prinzip wollen die sich aus der Problematik heraus halten und sagen „wir machen nichts… das ist die Sache des Landes die die Altkleider importieren“… Wie wenn wir nicht wüssten das das nicht funktioniert. Leider sind die Regierungen mancher afrikanischer Länder einfach Selbstbedienungsläden und das wohl des Volkes steht hier selten an erster Stelle. Das ist leider nicht nur bei Textilien so.
    Wenn Packmee Kleider sammelt um Geld für Hilfsprogramme zu sammeln finde ich das so lange legitim wie die Kleider in Deutschland recycelt werden und nicht exportiert werden.

    Gruß Sustainer
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    schrieb am 05.04.2013 um 19:08
    Lieber Sustainer,

    danke für deinen Beitrag. Wir wollen u.a. die Wertschätzung noch trag- und gebrauchsfähiger Kleidung und Schuhe verbessern. Die meiste entsorgte Kleidung hat 60% ihrer Lebenszeit noch vor sich. Das bedeutet, die Klamotten haben noch einen Wert und können wiederverwendet werden, statt sie bereits zu diesem Zeitpunkt zu recyceln.

    Die afrikanische Bevölkerung kann sich neu hergestellte Kleidung oft nicht leisten und so verkaufen wir gebrauchte Ware auch dorthin. In vielen Ländern Afrikas gibt es heute keine eigene Textilindustrie mehr, die die Menschen mit Kleidung versorgen könnte. Zudem leben viele Menschen vor Ort vom Handel mit gebrauchter Kleidung.
    Die Nachfrage nach gebrauchter Kleidung steigt weltweit stetig an, da auch die Bevölkerung weltweit stetig wächst. Viele Menschen kommen nur über Secondhandkleidung günstig an Kleidung.

    Wir halten diese Art der Wiederverwendung von noch trag- und gebrauchsfähiger Kleidung für sinnvoll, insbesondere, da wir damit unsere karitativen Partner unterstützen können.

    Viele Grüße,
    Dein PACKMEE-Team
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    schrieb am 09.04.2013 um 11:38
    Liebe Emmaradio,

    nachhaltig bedeutet für uns in diesem Zusammenhang u.a. Sicherstellung eines maximal möglichen Wiederverwendungsgrades eines Gebrauchsgegenstandes. Wiederverwendung ist aus unserer Sicht nachhaltiger als Wiederverwertung, z.B. durch Recycling.
    Wir bitten um Verständnis, dass wir Daten Dritter ohne deren Einwilligung nicht veröffentlichen dürfen. Wir können aber versichern, dass jeder Betrieb von uns vor der Aufnahme einer Geschäftsbeziehung in vielerlei Hinsicht überprüft wird (u.a. Arbeitsbedingungen, Einhaltung von tariflichen Gegebenheiten, Unbedenklichkeitsbescheinigungen, TÜV-Zertifikate etc.) und dies auch ein fortwährender Prozess ist. Selbstverständlich schauen wir uns auch Jahresberichte an.

    Ein Beispiel von vielen für ein afrikanisches Land, in dem der Altkleiderexport positive Arbeitsplatz- und somit auch Wohlstandseffekte gebracht hat, ist Tansania. Dies wird auch in folgendem aktuellen Bericht des WDR (Minute 30 -37) deutlich:

    http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2012/12/10/koennes-kaempft.xml

    Wissenschaftliche Studien im Auftrag der deutschen und Schweizer Bundesregierung haben ergeben, dass ein etwaiger Niedergang lokaler Textilproduktion in Teilen Afrikas multicausale Ursachen hatte und der Einfluss von Altkleiderexporten nicht nur nicht von entscheidender Bedeutung war, sondern auch die einzige von den vielen Ursachen war, durch den andererseits aber auch neue lokale Arbeitsplätze und Wirtschaftsstrukturen entstanden.
    Man kann davon ausgehen, dass heute in Afrika weitaus mehr Arbeitsplätze durch den Import von Altkleidern existent sind als es jemals Beschäftigte in der afrikanischen Textilindustrie gab.

    Mit besten Grüßen, dein PACKMEE-Team
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