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Kinderkleidung

Kinderkleidung
Knallpink, quietschgelb, grasgrün und schlumpfblau. Kleider in den Farben „kunterbunt“ ziehen fast alle Kinder gerne an. Schade nur, dass Farbreichtum leider oft für „giftig“ steht. Der Utopia-Einkauftipp über Kinderkleidung weiß Rat.

Tipps für den Einkauf von Kinderkleidung

  • In vielen bunten Aufdrucken steckt Blei, in roten und gelben Anziehsachen kann sich gesundheitsschädliches Cadmium verbergen. Und weil Kinderhaut noch besonders weich und durchlässig ist, sind Kinder durch Schadstoffe in ihrer Kleidung besonders gefährdet. Auch die "guten alten Baumwollsachen“ sind leider längst kein Griff mehr zu Natur pur. Wer weiß, dass ein Zehntel aller weltweit verwendeten Pestizide in der Baumwollproduktion landen (siehe Umweltaspekt), für den entwickeln Kindersachen aus Biobaumwolle plötzlich ungeahnte Attraktivität: Garantiert kein Einsatz von Gentechnik, chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemitteln und man kann sicher sein, dass keine schädlichen „Reststoffe“ in den Fasern stecken.
  • Gute Alternativen bieten Rohstoffe aus biologischem Anbau wie Biowolle oder Bioleinen.
  • Wer bei tierischen Fasern wie Wolle ganz sicher gehen möchte, sollte auf die Auszeichnung „kontrolliert biologische Tierhaltung“ achten. Dies gilt auch für Seide.
  • Bei fair gehandelten Labeln bekommen die Produzenten außerdem Abnahmegarantien, einen fairen Preis für die Baumwolle und es wird gewährleistet, dass Kinderarbeit ausgeschlossen wird. Wer will schon, dass Kinder in ärmeren Regionen unter menschenunwürdigen Bedingungen für die Herstellung der Kleidung unserer Kinder arbeiten müssen.

Der Umwelt-Aspekt

25 Millionen Tonnen konventionelle Baumwolle werden jedes Jahr angebaut. Der konventionelle Anbau von Baumwolle verschlingt – laut Greenpeace – zehn Prozent  der weltweit eingesetzten Pestizide und 25 Prozent der Insektizide. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich 28.000 Bauern an Pestiziden.

Bio-Baumwolle wird ohne chemisch-synthetischen Dünger und ohne Pflanzenschutzmittel angebaut. Somit sinkt die Belastung der Umwelt und verbessert sich die Gesundheit der Bauern. Gentechnisch verändertes Saatgut darf nicht eingesetzt werden. Durch einen Fruchtwechsel (d.h. die Bio-Baumwolle wird in Abwechslung mit anderen Feldfrüchten angebaut) bleibt die Bodenfruchtbarkeit erhalten, die Erträge bleiben stabil.

Für den Anbau eines Kilos Baumwolle braucht man – je nach Bewässerungsmethode – zwischen 7.000 bis 20.000 Liter Wasser. Das ist bei Öko-Baumwolle natürlich nicht anders. Darum bei Kleiderkauf nicht die Second-Hand-Läden (oder Recycling-Mode-Labels wie das Berliner „Dollyrocker“) vergessen. Zum anderen: Warum nicht mal zu anderen Materialien wie Wolle, Leinen oder auch Hanf greifen: Der wächst schnell, braucht wenig Wasser und ist kaum anfällig für Schädlinge.

Der Experten-Tipp

Christoph Harrach, www.karmakonsum.de
„Beim Kauf von Kinderkleidung heißt „billig“ leider oft auch giftig und von Kinderhand gefertigt. Wen dieser Look nicht glücklich macht, sollte gezielt zu Biofasern aus fairem Handel greifen. Ganz toll für alles, was Kinder direkt auf der Haut tragen, ist auch Bio-Schurwolle und Bio-Seide. Beide haben hervorragende wärmende bzw. kühlende Eigenschaften und fühlen sich wunderbar an.“

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Foto: photocase / clairette



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