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Reinigungsmittel

Reinigungsmittel

Wasch- und Reinigungsmittel belasten vor allem das Abwasser. Dabei gilt: weniger ist mehr! Da jedes noch so schonende Putzmittel der Umwelt schadet, gilt als wichtigste Grundregel: richtig dosieren.


Einkaufstipps

  • Egal, welches Mittel Sie benutzen, die richtige Dosierung ist wichtig! Jeder Tropfen zuviel ist unnötige Belastung von Umwelt und Geldbeutel.
  • Steigen Sie um auf ökologische Reinigungsmittel! Die Auswahl wird immer größer und besser. Sie sind genauso leistungsstark und ergiebig wie „normale“, aber reduzieren die Umweltbelastung und sind nicht so hautreizend und gesundsheitsgefährdend.
  • Achten Sie beim Kauf auf Gütesiegel. Bezeichnungen wie „natürlich“ oder „biologisch abbaubar" geben keinen Aufschluss über den tatsächlichen Umweltstandard des Produktes.
  • Schwingen Sie nicht bei jedem Putzen die Chemiekeule – Ihrer Haut, Ihren Kindern und der Umwelt zuliebe: Man braucht nicht für jede Fläche ein anderes Reinigungsmittel. Ein Allzweckreiniger auf Seifenbasis, ein Handspülmittel und Glasreiniger sind alles, was man für einen blitzblanken Haushalt braucht.
  • Stehen auf der Inhaltsliste etwa Tenside? Dann bevorzugen Sie erdölfreie Produkte mit pflanzlichen Zuckertensiden und vollständig nachwachsenden Rohstoffen
  • Kaufen Sie lieber keine Mittel mit stechendem Geruch, die Sie beim Putzen zum Niesen bringen (z. B. oft bei Glasreinigern der Fall). Besonders schädliche Produkte erkennen Sie auch am Gefahrensymbol für reizende Stoffe – einem schwarzen „X“.
  • Achten Sie auf einen kindersicheren Verschluss, wenn Sie kleine Kinder im Haushalt haben und bewahren Sie Wasch- und Reinigungsmittel immer für Kleinkinder unerreichbar auf. In manchen Reinigern verhindert ein Bitterstoff (Bitrex) dafür, dass Kinder das Mittel trinken.
  • Kaufen Sie nach Möglichkeit keine „anti-bakteriellen“ Spül- und Reinigungsmittel.
  • In billigen WC-Reinigern steckt manchmal ätzende Salzsäure. Alternative Produkte lösen die Probleme mit wesentlich harmloseren Substanzen wie Zitronensäure, Zuckertensiden, Alkoholen und Fettalkoholsulfaten. Diese haben zwar oft längere Einwirkzeiten, wirken aber genauso gründlich.
  • Weniger ist mehr, auch bei der Verpackung: Viele Hersteller bieten (oft auch preisgünstigere) Nachfüllpackungen an oder nehmen leere Packungen sogar zurück.

Der Umwelt-Aspekt

Hauptbestandteil von Reinigungsmittel sind die waschaktiven Substanzen, die so genannten Tenside. Diese reduzieren die Oberflächenspannung des Wassers. Dadurch kann das Wasser in und zwischen den Dreck eindringen und ihn lösen, sodass der Schmutz entfernt werden kann.

In Allzweckreinigern sollten nicht enthalten sein: Phosphate, deren Einsatz zu einer Überdüngung der Gewässer führen kann. Auch sind Produkte ohne organische Lösungsmittel umweltfreundlicher, selbst dann, wenn es sich um natürliche Lösemittel wie Orangenschalenöl handelt. Dieses besteht zu 98 Prozent aus Limonen. Obwohl es natürlichen Ursprungs ist, wirkt dieser Stoff stark allergen und ist schlecht biologisch abbaubar.

Ebenso gehören Glykolether und -ester nicht in den Reiniger. Sie können zu Bindehautreizungen, Nierenschäden und in Einzelfällen zu Störungen des Nervensystems führen. Ebenso sollte Salmiak außen vor bleiben. Problematisch sind zudem halogenorganische Verbindungen, die Brom, Jod oder meistens Chlor enthalten. Sie gelten als allergieauslösend, manche erzeugen gar Krebs, jedoch fast alle reichern sich in der Umwelt an. Auch in der Regel als Konservierungsstoff eingesetztes Formaldehyd und Formaldehydabspalter sind krebs- und allergieverdächtig und reizen schon in geringen Mengen die Schleimhäute.

Die meisten Inhaltsstoffe der Wasch- und Reinigungsmittel belasten die Kläranlagen und die Gewässer. Säuren und Laugen müssen in den Kläranlagen neutralisiert werden und viele Mittel überfrachten zudem die Gewässer mit Salzen.  Die oberflächenaktiven Tenside schädigen Fische und andere Wasserlebewesen. Durch die Tensidverordnung wurde eine Primärabbaubarkeit (nur die oberflächenaktiven Eigenschaften betreffend) von mindestens 80 Prozent festgelegt. Nicht enthalten sein sollten APEO und kationische Tenside. Die Gerüststoffe führen ebenfalls zu einer Belastung. Phosphate haben in der Vergangenheit zum „Umkippen“ von Gewässern geführt (Eutrophierung). Der Komplexbildner EDTA ist schlecht  biologisch abbaubar und setzt im Klärschlamm Schwermetalle frei. Alternativen sind Zeolithe, Citrate, und in kleinen Mengen NTA oder Phosphonate. Als Bleichmittel kommen häufig Aktivchlor- und Aktivsauerstoffabspalter zum Einsatz. Es können schädliche Chlorkohlenwasserstoffe (aus Natriumhypochlorit) und Borate (aus Perboraten) entstehen. 

Öko-Allzweckreiniger unterscheiden sich von denen konventioneller Hersteller in mehreren Punkten. Etwa bei den Tensiden: In Öko-Produkten kommen überwiegend rein pflanzliche Tenside (Seifen aus Pflanzenöl, Zuckertenside) sowie pflanzlich-mineralische Tenside (Fettalkoholsulfate) zum Einsatz. Konventionell hergestellte Reiniger setzen dagegen vorwiegend auf petrochemische Komponenten. Das lehnen die meisten Anbieter im Naturkosthandel ab, wobei manche Öko-Hersteller einen Kompromiss eingehen und Mischtenside einsetzen, also einen Mix aus erdöl- und pflanzenrohstoffbasierten Tensiden. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der schnelle Bioabbau, was bei Tensiden, die ohne große chemische Abwandlung aus nachwachsenden Rohstoffen gemacht sind, meist viel besser gelingt als bei herkömmlichen, auf petrochemischer Basis hergestellten.

 

Der Experten-Tipp

Prof. Dr. med Franz Daschner, "Hygienepapst" und Träger des Deutschen Umweltpreises
„Farb- und Geruchsstoffe gehören heute zu den häufigsten Allergenen. Zwar ist ihre psychologische Wirkung groß, da sie der Nase Sauberkeit und Reinheit suggerieren, aber tatsächlich haben sie keinerlei Reinigungswirkung. Greifen Sie besser zu farb- und duftstofffreien Reinigern!“

 

Foto: photocase / Aridula



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