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Tierfutter

Tierfutter

Je billiger, desto schlechter für Tier und Umwelt. Denken Sie dran: Mit aufbereiten Schlachtabfällen der Discountanbieter aber auch der bekannten Marken unterstützen Sie die Massentierhaltung. Tiere würden bio kaufen.


Einkaufstipps

  • Achten Sie darauf, dass es sich wirklich um ein Bio-Produkt handelt und die Verpackung mit einem der von Utopia empfohlenen Gütezeichen gekennzeichnet ist.
  • Die Inhaltsstoffe des Futters sollten immer voll deklariert sein! Achten Sie auf Formulierungen wie „mit tierischen Nebenerzeugnissen" (dahinter verstecken sich Innereien, Knorpel, Knochen, Blut) oder mit „pflanzlichen Nebenerzeugnissen".
  • Achten Sie auf die Reihenfolge bei der Zutatendeklaration! Denn Zutaten werden in absteigender Reihenfolge gelistet, das heißt, an erster Stelle ist die Zutat genannt, die am meisten enthalten ist, an letzter Stelle die, von der am wenigsten enthalten ist – gerade bei Trockenfutter wird hier gerne gemogelt. Getreide wird separat nach Getreidesorten aufgelistet. So kann es vorkommen, dass 80 Prozent Getreide und sonstige Zusätze enthalten sind und nur 20 Prozent Fleischanteil. Durch die Aufspaltung der Zusätze wird aber der Fleischanteil am höchsten und landet so an erster Stelle.
  • Die Aufschrift „ohne Zusatz von Konservierungsstoffen" garantiert bei Trockenfutter nicht, das auch keine Konservierungsstoffe enthalten sind. Verwendet der Hersteller Zutaten, die bereits konserviert sind, hat er selbst ja keine Konservierungsstoffe zugefügt und ist nicht dazu verpflichtet, dies zu sagen.
  • Verrät der Hersteller, woher er das verwendete Fleisch bezieht? Seriöse Hersteller nennen ihre Bezugsquellen.
  • Nassfutter ist „natürlicher" als Trockenfutter, da der „Zustand" näher an der natürlichen Nahrung des Tieres liegt. Außerdem ist hier ein Verarbeitungsschritt weniger erforderlich. Trockenfutter wird zudem häufig mit Fetten besprüht, denen – um das Ranzigwerden zu vermeiden – synthetische Vitamine oder auch Konservierungsstoffe zugesetzt werden.
  • Achten Sie beim Futterkauf auf die Inhaltsstoffe und Zutaten. Der Preis für hochwertiges Futter ist durchaus gerechtfertigt und bei genauerer Betrachtung nicht teurer. Es ist ein gravierender Unterschied, ob Sie 1,90 € für eine reine und hochwertige Bio-Fleischdose mit 250 g bezahlen, oder ob Sie für eine 400 g-Dose aus dem Supermarkt 0,90 € bezahlen, in der sich lediglich 4 Prozent Fleischanteil (Mindestanteil) und 96 Prozent undefinierbare Zutaten befinden, die über kurz oder lang zu Krankheiten führen können.
  • Beim Kauf von „Fleisch pur" in Dosen gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede. Ein niedriger Proteingehalt ist oft ein Hinweis auf die Verwendung von wertlosem Binde- und Sehnengewebe und gebundenen Kochwasser (gilt nicht für Dosen mit pflanzlichen Zutaten mit Soja-Proteinen). Beurteilen Sie die Konsistenz, erkennen Sie noch richtige Fleischstücke, oder wurde das Futter aufgeschäumt. 100% Fleischanteil, bedeutet nicht unbedingt 100 Prozent Fleisch in der Dose.
  • Achten Sie auch auf die Konsistenz des Futters: undefinierbar, hoher Geleeanteil? Lieber Finger weg – hier laufen Sie Gefahr in Dick- und Krankmacher zu investieren.
  • Trockenfutter reinigt nicht die Zähne, 2/3 aller Tiere werden mit Trockenfutter gefüttert – trotzdem hat jedes zweite Tier Zahnprobleme! Wer dennoch nicht auf Trockenfutter verzichten möchte, sollte eine Mischfütterung von Feucht- und Trockennahrung anstreben. Auch schlecht trinkende Tiere bekommen durch die Feuchtigkeit des Nassfutters wesentlich seltener Nierenprobleme – Katzen sind hier sehr oft gefährdet.  

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Der Umwelt-Aspekt

Dass in konventionellem Tierfutter häufig minderwertige Fleischnebenprodukte (Hörner, Hufe, Därme, Köpfe, Federn, getrocknetes Blut, Klärschlamm) und oder Tiermehle (das Produkt aus Tierkörper-Beseitigungsanlagen samt Halsbändern) verarbeitet werden, ist nicht neu – aber durchaus erlaubt und legal. Vielen Tierfutterherstellern kommt es außerdem sehr entgegen, dass sie nicht zur Volldeklaration der Inhaltsstoffe ihres Futters verpflichtet sind. Denn damit die Abfälle und Nebenerzeugnisse genießbar sind und haltbar bleiben, werden sie mit Konservierungsstoffen behandelt. Um die Wertlosigkeit des Futters zu kompensieren und weil viele Tiere das Futter nicht anrühren würden, wird das Ganze mit Aromen, Fetten, Geschmacksverstärkern, Süßstoffen und suchterzeugenden Lockstoffen aufgepeppt. Wenn sich manche Tiere mit Heißhunger auf „ihr Lieblingsfutter“ im Napf stürzen, liegt die Erklärung dafür oft nur in den hier verwendeten Lock- und Füllstoffen, nach denen die Tiere eine Art Sucht entwickeln.

Grundsätzlich gilt: Für Bio-Tierfutter werden keine Abfälle verwendet. Alle Zutaten stammen aus kontrolliert-biologischen Anbau und werden von den Herstellern freiwillig voll deklariert. Grundsätzlich enthält Bio-Futter keine Füllstoffe, keine Tiermehle, keine Farbstoffe (die oft in Tierversuchen getestet werden), keine Aroma-, Geruchs- und Lockstoffe (Zusatzstoffe, die die Akzeptanz von Futter aus minderwertigen Rohstoffen erhöhen sollen), keine Antioxidantien, keine Nebenerzeugnisse (minderwertige Erzeugnisse tierischer und pflanzlicher Herkunft), keine Konservierungsmittel, keine Aromastoffe, und auch keine Gentechnik. All diese Stoffe haben in Bio-Futter nichts zu suchen, da sie auch ein hohes Allergiepotential in sich tragen.

Sie können einen Hund vegetarisch ernähren, sollten sich aber bewusst machen, wie die Ernährungsbiologie des Hundes aufgebaut ist und von wem der Hund abstammt. Ob eine vegetarische Kost noch etwas mit artgerechter und naturnaher Ernährung zu tun hat, ist fraglich, da Hunde den Verdauungstrakt eines Fleischfressers besitzen. Eine Zufütterung von gut geschrotetem Getreide, Obst und Gemüse ist unbedenklich.

Bei Katzen ist die vegetarische Fütterung noch schwieriger, wegen des hohen Bedarfs an tierischen Proteinen (zwei Drittel der Nahrung sollte Fleisch sein). So wird vegetarisches Katzenfutter beispielsweise meist mit Taurin angereichert, da sonst Sehkraft, Abwehrkräfte und Fruchtbarkeit geschwächt werden. Umstritten unter den Bio-Futter-Herstellern ist die Zugabe von Mineralien und Vitaminen, da es hier keine Vorgaben für Öko-Tierfutter gibt. Einige Hersteller orientieren sich an den Vorgaben von Wissenschaftlern und setzen Zink oder Jod zu, andere Hersteller verzichten komplett auf jegliche Zusätze.

 

Foto: photocase / pgh



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