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Herd

Herd

Kochen und Backen verursachen zirka zwölf Prozent des durchschnittlichen Stromverbrauchs eines privaten Haushalts. Der Herd spielt folglich eine große Rolle, wenn es darum geht, sparsam und umweltbewusst zu wirtschaften.


Tipps für den Kauf eines Herdes

  • Herde unterliegen nicht der Pflicht zur Energieverbrauchskennzeichnung, das bedeutet, sie werden im Gegensatz zum Backofen nicht mit dem EU-Label gekennzeichnet. Es ist deshalb besonders wichtig, sich vor dem Kauf gut über die Energieeffizienz einzelner Modelle zu informieren. Nachhaken lohnt sich.
  • Allgemein gilt in Sachen Energie und Umwelt: Gasherd vor Induktionsherd vor Elektroherd vor Gusseisenherd. Eine allgemeine Energie-Hitparade sähe so aus:
        1. Platz: klassischer Gasbrenner
        2. Platz: Gasbrenner auf Glaskeramik
        3. Platz: Glaskeramikkochfeldern mit Induktion und
        4. Platz: Kochfeld mit Gasbrennern unter Glaskeramik.
  • Die schlechteste Klimabilanz haben die „klassischen“ Elektroherde mit gusseisernen Kochplatten. Sie verbrauchen zehn bis 20 Prozent mehr Strom als andere Elektrokochfelder, wie beispielsweise Glaskeramik. Hinsichtlich der Energieeffizienz sind sie heute nicht mehr empfehlenswert.

Vor- und Nachteile eines Gasherdes:

  • Wer keinen Gasanschluss besitzt, kann seinen Herd auch mit Flüssigasflaschen betreiben. Unter Umweltgesichtspunkten besteht nur ein geringer Unterschied.
  • Da Gas außerdem noch deutlich günstiger ist als Strom, sammeln die Gasherde auch hier noch einen weiteren Pluspunkt.
  • Volle Leistung innerhalb von Sekunden.
  • Stufenlose und schnelle Brennerregulierung.
  • Für alle Topfarten geeignet.
  • Geringer Primärenergieverbrauch.
  • Geringe Energiekosten.
  • Wer mit Erdgas kocht, spart nochmals Energie.
  • Je mehr gekocht wird, desto größer die Ersparnis.
  • Nachteil I: fehlende Nachwärme und großer Wärmeverlust durch offene Flamme.
  • Nachteil II: etwas höhere Anschaffungskosten, die sich nach circa ein bis zwei Jahren amortisiert haben.

Umweltverbände befürworten das Kochen mit dem Gasherd, weil dadurch auch die Umweltbelastungen und Energieverluste durch die Stromerzeugung vermindert werden.

Vor- und Nachteile eines Induktionsherdes:

  • Das Induktionsprinzips macht diese Herde sparsam: Flache Kupferspulen unter der Herdoberfläche erzeugen starke elektromagnetische Wechselfelder. Die Wärme entsteht direkt im Topfboden und die Kochstelle selbst bleibt – fast – kalt.
  • Beste Alternative zum Gasherd, denn er benötigt ein Viertel weniger Energie als ein Elektro-Herd.
  • Bei Betrieb mit Ökostrom, sogar nahezu CO2-neutral.
  • Wärme wird direkt im Topf- oder Pfannenboden erzeugt, das Kochfeld selbst bleibt kalt. Das erleichtert Reinigung, denn es brennt nichts ein.
  • Sehr kurze Vorwärmzeit.
  • Schnelle Reaktion auf Temperaturänderungen für exakt dosierbartes Kochen.
  • Nachteil I: relativ hohe Anschaffungskosten.
  • Nachteil II: man braucht Töpfe und Pfannen mit leitenden, ferromagnetischen Boden – Aluminium, Keramik funktionieren nicht. Der einfachste Test: Bleibt ein Magnet am Topf haften, ist es für das Induktionsverfahren geeignet.
  • Manche Menschen reagieren auf elektromagnetische Felder sehr empfindlich, beispielsweise Menschen mit Herzschrittmachern.

Vor- und Nachteile eines Elektroherdes:

  • Relativ hohe Umwandlungsverluste – fast doppelt soviel Einsatz von Primärenergie wie beim Gasherd.
  • Schadstoffemissionen bei der Stromerzeugung.
  • Durchgehend ebene Kochfelder aus Glaskeramik (Ceranfeld) leicht zu reinigen und kippsicher.
  • Kochfelder oft in unterschiedliche Zonen einstellbar vermindert Energieverschwendung bei unterschiedlich großen Kochtöpfen.

Der Umwelt-Aspekt

Ausschlaggebend für die Höhe des Energieverbrauchs und der damit verbundenen Treibhausgasemissionen sind vor allem die Nutzungsdauer, die Kochgewohnheiten, der Herdtyp und der eingesetzte Energieträger. Gas oder Strom lautet dabei die erste und wichtigste Frage. Die Wärmeerzeugung mit Gas ist ökologischer als die mit Strom. Beim Kochen mit Gas fallen weniger Umwandlungsverluste als beim Kochen mit Strom auf dem klassischen Elektroherd an. Für dessen Betrieb muss der Strom erst erzeugt werden, der dann wiederum in Wärme verwandelt werden muss. Dabei werden nur 30 Prozent der eingesetzten Primärenergie genutzt, wobei es bei Gasbetrieb immerhin 58 Prozent sind. 

 

Wussten Sie, dass...

Im Mittelalter, also erst vor ein paar Jahrhunderten, hatte man in der Wohnung noch eine offene Herdstelle,  entweder auf einer Steinplatte oder als Grube. Später mauerte man dann einen Sockel darüber und legte einen Rost zum Grillen darauf. Noch etwas später hängte man einen Kessel am Haken über das Feuer oder man stellte einen Kessel auf Beinen darauf. Zum Ende des 18. Jahrhunderts gab es dann Herde mit richtigen Herdplatten, die mit Kohle befeuert wurden. Energieressourcen und die Umwelt waren damals noch kein Thema. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Herde aus Metall erfunden und die ersten Gasherde tauchten auf. Bis heute sind noch Elektro- und Induktionsherde mit verschiedenen Kochfeldern neu dazugekommen. Vor allem aber wurde auch im Bereich Küche das Thema Energieeffizienz und fossile Ressourcen sparen immer wichtiger.

Lesenswertes zum Einrichten bei Utopia:

Foto: photocase/ complize



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Ich habe eine Frage... zu Gas-, Elektro- & Induktionsherde

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