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Ökofonds

Ökofonds
Ökofonds, die auch Ethikfonds oder Nachhaltigkeitsfonds genannt werden, sind neben einer hohen Rendite vor allem auf ethische und ökologische, aber auch soziale Aspekte hin ausgerichtet. Utopia erklärt, worauf Sie achten sollten.

Tipp für den Kauf von Ökofonds

Für die Nachhaltigkeit eines Ökofonds spielen vor allem so genannte ethische und soziale Ausschlussgründe eine wichtige Rolle. Denn viele Menschen möchten nicht, dass ihr Geld in Firmen investiert wird, die beispielsweise mit Atomkraft, Waffen- oder Tabakproduktion Geld verdienen oder Kinderarbeit zulassen. Wer vermeiden möchte, dass sein Geld bei solchen Unternehmen landet, tut am besten daran, vor allem die so genannten ethischen und ökologischen Ausschlusskriterien des von ihm gewählten Fonds genau unter die Lupe zu nehmen.

So fragt sich manch einer, was denn Auto- und Ölkonzerne oder Fluglinien in Ökofonds verloren haben? Für viele Finanzmanager haben Ökofonds oder so genannte grüne Geldanlagen sehr großen Interpretationsspielraum. Dann finden sich in "nachhaltigen Fonds" auch Namen wie der Ölriese Total oder Unternehmen wie Bayer, Lufthansa und Toyota. Grund dafür ist meist, dass auch berücksichtigt wird, ob das Unternehmen Wert auf ethische Prinzipien oder sozial verantwortliches Handeln legt. Oder aber, wer der "Beste in seiner Klasse ist". Für Ökofonds grob übersetzt bedeutet das ungefähr: Wenn Umweltbelastung nicht oder noch nicht vermeidbar ist, fällt die Wahl oft auf das Unternehmen, dass sich bei der Vermeidung oder Reduzierung am meisten bemüht (Best-in-Class oder Vorreiter-Prinzip).

Die Anlage-Formen:

  • Themenfonds: Damit kauft der Anleger Firmenanteile meist kleiner oder mittelgroßer Unternehmen mit streng ökologischer Ausrichtung wie etwa Biomasse, Geothermik, Wasseraufbereitung, Windkraft, Recyling. Kleine Auswahl mit manchmal hohem Risiko (falls Subventionen wegfallen).
  • Fonds mit Ausschlusskriterien: Wie der Name schon sagt, werden bestimmte Branchen ausgeschlossen, beispielsweise die Rüstungs- und Atomindustrie, Pornografie, Tabak- oder Alkoholbranche. Sie können Geld entsprechend Ihrer persönlichen Werten anlegen, landen jedoch oft bei Großkonzernen, die zwar schon ein bisschen, aber längst nicht alles gut machen.
  • Fonds mit "Best-in-Class"-Ansatz: Es werden Unternehmen innerhalb ihrer Branche nach sozialen und ökologischen Kriterien verglichen und dann die "Besten" gefördert. Anleger unterstützen meist große Unternehmen in ihren nachhaltigen Bestrebungen, haben aber auch beispielsweise Energiekonzerne wie RWE im Portfolio, die bekanntermaßen ihren Hauptumsatz nicht mit Solarenergie machen.
  • Index-orientierte Fonds: Dahinter stecken Finanzpakete, die von den Banken selbst nach zusammengestellten "Klimaschutz-Indexes" zusammengestellt werden. Mit über 300 Angeboten eine riesige Auswahl, aber die Gewichtung innerhalb der Pakete kann abenteuerlich sein. Entsprechend hoch ist der Vorab-Informations- und Beratungsbedarf.

Viele Öko-Anleger wünschen sich eine härtere Auslese und sind der Meinung, dass Öl- und Autokonzerne nicht in einen Ökofonds gehören, auch wenn sie vergleichsweise sauber arbeiten. Doch vor lauter Gut-Geldtum darf man eines nicht aus den Augen verlieren: Wirklich nachhaltig ist ein Fonds nur dann, wenn er auch ökonomisch erfolgreich ist – und dafür ist heute (leider) oft noch eine "Beimischung" nicht ganz so sauberer Unternehmen nötig.

Worauf Sie achten sollten:

Ökofonds haben ganz verschiedene Anlageziele – deshalb finden Sie nicht nur "Wind- und Wasserkraft-Unternehmen" in den Ökofonds, sondern durchaus auch Bigplayer wie Lufthansa, Bayer, die in ihrem Unternehmen Wert auf soziale Haltung oder ethische Prinzipien legen.

  • Wichtig: Sich vor dem Kauf über das Konzept und die Anlageziele des Fonds informieren. 
  • Gibt es ethische und ökologische Negativkriterien beim ausgewählten Fonds? Abtreibung, Alkohol, Glücksspiel, Kinderarbeit, Pornografie, Prostitution, Tabak, Tierversuch, Waffen/Rüstung. Gentechnik, Atom- und Kernernergie, Automobilindustrie, Flugzeugbau.
  • Wie sieht es mit den ökologischen und sozialen Positivkriterien aus? Berichterstattung zu ökologischen und sozialen Belangen, Öko-/Energieeffizienz, Umweltmanagementsystem, Einhaltung von Mindestsozialstandards (im Unternehmen/bei Zulieferern), Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Minderheiten, Verhaltensrichtlinien für das Unternehmen und die Mitarbeiter)
  • Orientiert sich der Fonds an einem Nachhaltigkeitsindex oder ist er "hausgemacht"?
  • Wer hat die Nachhaltigkeit des Fonds geprüft? Durch externe unabhängige Researchagenturen, durch interne vom Fondsmanagement getrennte Instanzen oder durch das Fondsmanagement?
  • Informieren Sie sich bei EcoTopTen über die diversen Fonds.

Die vier bekanntesten Nachhaltigkeits-Indizes

Wie kann der Konsument sicher sein, dass das angelegte Geld tatsächlich nur in die versprochenen, geprüften Unternehmen gesteckt wird? Denn es gibt bis heute noch kein einheitliches Siegel für die Bewertung eines Ökofonds. Die vier bekanntesten Nachhaltigkeits-Indizes, auf die sich Fonds und Zertifikate stützen:

  • Dow Jones Sustainability World Index (DJSI)
    Die hierfür ausgewählten Firmen müssen in ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht eine Vorreiterrolle spielen. Zur Webseite.
  • Naturaktienindex (NAI)
    Ein Anlageausschuss wählt (nach recht strengen Kriterien) Firmen aus, die in ökologischer, sozialer oder ethischer Hinsicht herausragen. Zur Webseite.
  • ÖkoDax
    Der ÖkoDax von der Deutschen Börse umfasst zehn Werte der Branchen Sonnen-, Wind- und Bioenergie. Zur Webseite.
  • PPVX
    Der Solaraktienindex PPVX ist ein Gemeinschaftsprodukt der Zeitschriften Öko-Invest (Wien), herausgegeben von Max Deml, und Photon (Aachen). Er umfasst die 30 größten Solarwerte der Welt. Zur Webseite.

Lesenswertes auf Utopia über grüne Geldanlagen

Foto: photocase / coresince84



Empfehlenswerte Siegel und Kennzeichen


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