Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

Babykost

Babykost

Sind Gläschen Fastfood für Babys oder eine echte Alternative zum Selberkochen? Utopia verrät, worauf Sie beim Kauf von Babykost und Säuglingsnahrung aus dem Gläschen achten sollten.


Tipps für den Kauf von Babynahrung

  • Werfen Sie immer einen Blick auf die Zutatenliste: Achten Sie vor allem auf die Zusammensetzung. Die Zutatenliste, die auf den Fertigprodukten abgedruckt ist, gibt den Anteil der Zutaten in absteigender Reihenfolge an. Sie sollte einem Rezept, nach dem Sie selbst einen Brei kochen würden, möglichst ähnlich sein.
  • Bevorzugen Sie Gläschen auf deren Zutatenliste sie keine unnötigen Gewürze, geschmacksgebende Zutaten wie Aromen, Schokolade, Kakao oder möglicherweise Allergien auslösende Lebensmittel, wie Ei, Milch, Tomaten, Sellerie oder Nüsse finden. Der feine Geschmackssinn von Babys sollte nicht überreizt werden, außerdem können Sie auf diese Weise mögliche Allergieauslöser vermeiden.
  • Bei Babynahrung ist nicht alles bio, was so klingt. Bei Alete werden auch Rohstoffe aus "streng kontrolliertem Vertragsanbau“ eingesetzt – eine Bezeichnung, die gerne mit „aus kontrolliert ökologischem Landbau“ – für den die EU-Bio-Verordnung gilt – verwechselt wird. Im Unterschied zum echten Bio-Gemüse und Obst dürfen beim kontrollierten Landbau nämlich Pestizide bei der Erzeugung gespritzt werden.
  • Auch wer aus Bio-Lebensmitteln seinen Brei selbst kocht, sollte Gemüse wie Spinat, Fenchel, Stielmangold oder Kohlrabi, das viel Nitrat anreichert, nur in Maßen nutzen.
  • Fast alle konventionellen Milchfertigbreie zum Anrühren enthalten Zucker. Manchmal steht auch „Ohne Kristallzuckerzusatz“ auf der Packung. Wer dann glaubt, es sei kein Zucker enthalten, sollte sich nicht täuschen lassen. Auf der Zutatenliste finden sich häufig andere Zuckerarten wie beispielsweise Saccharose, Glucose, Fructose oder Honig.
  • Wer genau wissen möchte, welche Babymilchprodukte mit und ohne Gentechnik hergestellt werden, kann sich in der neuen Broschüre von Greenpeace „Milch für Kinder einlesen“. Sie kann hier kostenlos angefordert werden.
  • Babys brauchen pro Kilogramm Körpergewicht sechsmal mehr Eisen als Erwachsene. Bei vegetarischer Ernährung empfehlen Experten Gemüse und Kartoffeln mit Hafer aufwerten, der viel Eisen enthält.

Der Umwelt-Aspekt

Babykost wird überwiegend in wiederverschließbaren, umweltfreundlichen Gläsern angeboten, die Sie im Altglas-Container entsorgen können. Die Deckel gehören in den gelben Sack.
 
Selbstgemachte Breie aus regionalen Bio-Zutaten können mehr. Heimische Äpfel müssen nur zerdrückt und nicht erhitzt werden. Außerdem kommen beispielsweise Bananen für die fertigen Gläschen zerkocht und zu Mus püriert in großen Tonnen aus Mittelamerika. In den Gläschen wird es dann nochmal pasteurisiert, damit es lange haltbar ist. Vitamine und Nährstoffe bleiben da auf der Strecke – und der ökologische Fußabdruck ist auch größer als nötig. Eine Banane, die Sie selbst zubereiten, kommt zwar auch „angeflogen“, kann aber mit viel geringerem Energieaufwand zuhause verarbeitet werden.


Partnershop-Info: Naturkost für Mutter und Kind amorebio


Wussten Sie, dass ...?

  • Das Dortmunder Forschungsinstitut zur Kinderernährung hat herausgefunden, dass 90 Prozent der Eltern mit Kindern über neun Monaten ein Fertigprodukt füttern. Auswahl haben sie dabei genug: Es werden rund 540 Beikostprodukte angeboten.
  • Babykost ist praktisch, vor allem wenn man unterwegs ist. Zudem vermittelt sie Sicherheit, da die Hersteller großen Aufwand betreiben, um sie so hygienisch und schadstoffarm wie möglich herzustellen.
  • Hipp ist der Marktführer und größter Bio-Verarbeiter Europas. Die Marke Alete von Nestlé ist die Nummer Zwei.
  • Für Säuglings- und Kleinkindernahrung gilt in Deutschland die Diätverordnung, die beispielsweise nicht nur höchste mikrobielle Sicherheit, sondern auch niedrigste Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel und Nitrat vorschreibt. So gilt für Rückstände aller Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs- und Vorratsschutzmittel generell eine Höchstmenge von 0,01 Milligramm pro Kilo und für Nitrat von 250 Milligramm pro Kilo des Nahrungsmittels. Für einige Stoffe gelten seit Juni 2004 die strengeren Regelungen der Europäischen Richtlinien über „Getreidebeikost und andere Beikost für Säuglinge und Kleinkinder“ und über„Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung“. Die Einhaltung dieser Grenzwerte liegt zunächst in der Verantwortung des Herstellers, sie wird stichprobenartig durch die amtliche Lebensmittelüberwachung der jeweiligen Bundesländer überprüft.)
  • Speziell zum Schutz von Säuglingen und Kleinkindern erließ die Europäische Gemeinschaft einen Grenzwert für Babynahrung: Milch und Milchprodukte in Höhe von 370 Becquerel Radiocäsium pro Kilogramm (Bq/kg). Dieser Grenzwert wird in Deutschland stets deutlich unterschritten.
  • Babykost in Gläschen ist weitgehend schadstofffrei. Einzig über die Kunststoffbeschichtung der Metalldeckel können noch Schadstoffe ins Essen gelangen. Vor einigen Jahren fand man: 2-EHA (2-Ethylenhexansäure), das als fruchtbarkeitsschädigend gilt und SEM (Semicarbazid), das als schwach erbgutschädigend eingestuft wird sowie Furan, das beim Erhitzen von Lebensmitteln entstehen kann. Im Jahr 2005 wurde nach einer EU-Richtlinie der Einsatz von SEM für Babykostdeckel verboten.
  • Die so genannten „Fleischbreie“ sind fast vegetarisch... Wo früher „Rindfleisch mit Kartoffeln und Gemüse“ stand, lesen Sie heute: Karotten mit Reis und Bio-Pute. Gläschen bei denen Fleisch an erster Stelle steht, müssen laut EU-Richtlinie für Beikost einen Fleischanteil von zehn Prozent enthalten. Wird Fleisch später genannt, müssen es nur acht Prozent sein. In einem 190 Gramm Gläschen sind also nur 15 Gramm Fleisch enthalten. Für eine optimale Eisenversorgung empfehlen Ernährungs-Experten jedoch 20 bis 30 Gramm Fleisch.
  • Babybrei sollte maximal fünf Zutaten enthalten (Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, etwas Fruchtsaft, Butter oder Öl). Der Geschmackssinn von Babys sollte Schritt für Schritt aufgebaut werden. In den Beikost-Gläschen stecken oft schon Beikost mit elf oder mehr Zutaten, inklusive beispielsweise Zwiebeln, Kräutern, Pfeffer. Babys haben einen sehr feinen Geschmackssinn und daher sollten Gewürze und andere geschmacksgebende Zutaten draußen bleiben.

Lesenswertes für Familien auf Utopia:

Foto: Fotolia © Flashon Studio



Empfehlenswerte Siegel und Kennzeichen


Ich habe eine Frage... zu Babykost & Kinderprodukte

Sie haben noch Fragen, die diese Kategorie betreffen? Dann stellen Sie sie doch in unseren Guten Fragen!

Vermissen Sie einen Einkaufstipp? Dann schreiben Sie uns doch einfach!