Utopia: Die Verbrauchermacht - Unser Konsum verändert die Welt.

Wein & Spirituosen

Wein & Spirituosen

Biowinzer hegen das Bodenleben und zerstören es nicht durch Gifte und schwere Maschinen. Bioweinberge erkennen Sie am Grün zwischen den Reben: Oft stehen Rosenstöcke am Zeilenanfang als Frühwarnsysteme für Pilzbefall.


Einkaufstipps

  • Wein darf nur unter Kontrolle eines staatlich autorisierten Instituts als Biowein gehandelt werden. Dessen Kontrollnummer auf dem Etikett ist obligatorisch: Auf einer deutschen Bioweinflasche steht etwa „de-039-öko-kontrollstelle“ oder „A-T-01-BIO“ auf einer aus Österreich.
  • Anders als die Kontrollnummern sind Biosiegel bisher freiwillig. Auf den meisten Flaschenetiketten (auch von Sekt, Weinbrand oder Traubensaft) findet sich aber mindestens eins, auf vielen sogar mehrere. Achten Sie auf die empfohlenen Siegel wie Ecovin beim Kauf – wer zu ökologisch produzierten Produkten greift, leistet einen Beitrag zum Schutz der Umwelt.
  • Auch bei Bio-Wein, Sekt oder Champagner wird zum Haltbarmachen Schwefel zugesetzt und seit 2006 findet man die Aufschrift „Enthält Sulfite“ auch hier auf den Etiketten. Ökowinzer setzen jedoch höchstens zwei Drittel der gesetzlich erlaubten Mengen ein!
  • Abgesehen von der untersten Preisebene – etwa eine Discounter-Spätlese für 1,99 Euro – werden in allen Qualitätsstufen auch Bioweine angeboten. Ein Weinetikett mit Biosiegel garantiert die Einhaltung ökologischer Richtlinien.
  • Zwangsläufig teurer wird es, wenn Biowinzer Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete, QbA genannt, und Prädikatsweine erzeugen. Für konkurrenzfähige Qualität müssen sie mehr Zeit investieren und jede Menge Handarbeit leisten. Das ist unterhalb eines Einstiegspreises von sechs bis sieben Euro je Flasche schlicht unrentabel.

 

Der Umwelt-Aspekt:

Wein und Spirituosen hinterlassen “ökologische Fußspuren“. Es gibt zwar erste Belege dafür, dass etwa Bioweinbau klimafreundlicher ist als konventioneller. Doch irrt sich, wer glaubt, heimischer Wein habe immer die bessere Klimabilanz als weitgereister. In Hamburg Wein aus Übersee zu trinken statt beispielsweise welchen aus der Pfalz, könnte unterm Strich klimafreundlicher sein. Wie Sie mit der Weinauswahl Klimakilos abspecken könnten, ist allerdings noch nicht abschließend berechnet. In Großbritannien gibt es erste Initiativen, Produkten ein Klimalabel zu verpassen. In Deutschland arbeitet das Öko-Institut gemeinsam mit Unternehmen ebenfalls daran. Weingüter oder ganze Weinbaugebiete wie die Champagne kümmern sich um klimaneutrale Produktion.

Mindeststandards für das, was im Weinbau als ökologisch kontrolliert bezeichnet werden darf, regelt seit 1991 die EU-Verordnung Nr. 2092/91. Sie verbietet chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, leicht lösliche, mineralische Düngemittel und gentechnisch veränderte Organismen. Kupfer als Spritzmittel ist aber bis zu 30 Kilogramm pro Hektar in fünf Jahren erlaubt. Der Richtwert von sechs Kilo pro Hektar und Jahr kann also im Einzelfall deutlich überschritten werden.

Die Richtlinien privater Anbauverbände gehen in der Regel weit über diese Mindestanforderungen hinaus. So fordern sie etwa die Umstellung des gesamten Betriebs. Sie erlauben im Höchstfall die Hälfte der nach der EU-Öko-Verordnung zulässigen Kupfermengen. Ihre Richtwerte liegen ebenso beim Schwefeleinsatz sehr viel niedriger. Außerdem gelten bei den Anbauverbänden ökologische Vorschriften von der Rebe bis zur Flasche, also auch in der Weinbereitung und im Ausbau. Zwei Prozent der deutschen Weinanbaufläche werden heute nach ökologischen Grundsätzen bewirtschaftet. Deutsche Bioweine, also auch Sekt und Champagner erkennen Sie am Ecovin-Zeichen, dem Siegel des Bundesverbandes Ökologischer Weinbau. Das Ecovin-Zeichen wird vom Bundesverband ökologischer Weinbau vergeben – wenn der gesamte Betrieb komplett auf ökologische Wirtschaftsweise umgestellt ist.

Die meisten Weinbauländer und -regionen weisen eigene, größtenteils gesetzlich festgelegte Qualitätsstufen auf den Flaschenetiketten aus. Oft sind zusätzliche Qualitätsbezeichnungen durch Verbandsstatute definiert. In Deutschland werden diese Qualitätsstufen unterschieden:

  • Tafelwein
    Meist sehr einfache Weine. Sie müssen von einer zugelassenen Rebsorte stammen und einen bestimmten Alkoholgehalt haben. Letzterer darf auch durch Zuckerzugabe erreicht werden. Vermarktet wird ohne Herkunftsangabe und Jahrgang.
  • Landwein
    Bezeichnung für einen gebietstypischen, trockenen oder halbtrockenen Tafelwein von etwas gehobenerer Qualtät. Er darf ausschließlich aus Trauben der Region gekeltert werden, die als Herkunft angegeben ist.
  • Qualitätswein
    Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (QbA) müssen von Trauben aus dem angegeben Anbaugebiet stammen. Das verwendete Lesegut muß ein bestimmtes Mostgewicht ereichen, trotzdem darf zusätzlich gezuckert werden. Qualitätswein wird einer amtlichen Prüfung unterzogen und bekommt danach eine Prüfnummer aufs Etikett.
  • Prädikatswein
    Weine der verschiedenen Prädikatsstufen in Deutschland sind nominell sämtlich von gehobener Güte. Sie müssen teils schon im Anbau zur amtlichen Kontrolle angemeldet sein und unterliegen Normen wie bestimmten Mindestmostgewichten und festgelegten Terminen für den Lesebeginn. Zuckerzusatz ist für alle verboten.

Winzerverbände schreiben zudem für einzelne Qualitäten Ertragsbegrenzungen vor, regeln den Einsatz von Kellertechnik sehr restriktiv und legen zudem Mindestlagerzeiten vor der Abfüllung fest.
Es gibt die folgenden Qualitätsstufen:
    * Kabinett
    * Spätlese
    * Auslese
    * Beerenauslese
    * Trockenbeerenauslese
    * und in genügend kalten Wintern zusätzlich die Spezialität Eiswein.

 

Foto: photocase / MMchen



Empfehlenswerte Siegel und Kennzeichen


Ich habe eine Frage... zu Wein & Spirituosen

Sie haben noch Fragen, die diese Kategorie betreffen? Dann stellen Sie sie doch in unseren Guten Fragen!

Vermissen Sie einen Einkaufstipp? Dann schreiben Sie uns doch einfach!