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Papier

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Die Produktion von nur 500 Blatt Recyclingpapier (im Vergleich zu Frischfaserpapier) spart so viel Energie, dass eine 11-Watt-Energiesparlampe mehr als 100 Stunden damit betrieben werden kann und so viel Wasser, um eine Waschmaschine voll Wäsche zu waschen. Für die Produktion werden lediglich 2,8 kg Altpapier benötigt, im Vergleich zu 7,5 kg Holz bei Frischfaserpapier.


Einkaufstipps

  • Auch Recyclingpapier sollte möglichst geringe Transportwege zurücklegen, also am besten von Papierherstellern aus Deutschland oder benachbarten Ländern stammen.
  • Wartungsverträge für Kopierer und Drucker, die den Einsatz von normgerechten Recyclingpapier ausschließen, sollten Sie nicht akzeptieren.
  • Grundsätzlich: Verwenden Sie wo immer es möglich ist, Recyclingpapier mit dem Blauen Engel. Das Papier muss zu 100 Prozent aus Altpapier bestehen, wovon 65 Prozent aus den so genannten „unteren und mittleren“ Sorten (Haushaltssammelware) stammen müssen. Dadurch wird eine funktionierende Kreislaufwirtschaft garantiert.
  • Wenn schon Frischfaserpapier, dann erst zu FSC-Qualität greifen, dann TCF oder ECF.
  • Die wichtigsten Gütesiegel:
    * Papiere mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ sind ökologisch die erste Wahl. Achten Sie auf die von Utopia empfohlenen Siegel – und widerstehen Sie dem Kauf von billigem Primärfaserpapier.
    * Kaufen Sie nur chlorfrei gebleichtes Papier und greifen Sie besser zu „TCF-Papier“ (= totally chlorine free = total chlorfrei) als „ECF-Papier“.
  • Ein hartnäckiges Vorurteil ist, dass Recyclingpapier nicht alterungsbeständig sei. Dabei sind gute Recyclingpapiere sowie alle Recyclingpapiere mit dem Blauen Engel problemlos einige hundert Jahre archivierbar.
  • Wer chlorfrei gebleichtes Papier benutzt, trägt dazu bei, die Abwasserbelastungen der Papierproduktion zu senken. Dabei sollte man auf die Feinheiten achten. Denn man unterscheidet „TCF-Papier“ (total chlorfrei gebleichtes Papier) von „ECF“-Papier (elementar chlorfrei), das nur chlorarm gebleicht wurde. Bei letzterem entstehen die gleichen umweltschädlichen Verbindungen wie bei der Bleiche mit Chlor, nur eben etwas weniger.

 

Der Umwelt-Aspekt

Aus alt und gebraucht wird „wie neu und schön“
Für die Herstellung wird das Altpapier mit Wasser zerfasert und mit Hilfe von Zusatzstoffen im De-Inkingverfahren (Seife, Natronlauge, Wasserglas und Wasserstoffperoxid, alle biologisch abbaubar bzw. Abbau zu unbedenklichen Stoffen wie Sauerstoff) von der Druckfarbe und Verunreinigungen befreit. Je nach Reinheit und Sortierungsgrad des Rohstoffes erreicht man unterschiedliche Weißgrade der Papiere.

Die Produktion von Recyclingpapier aus Sekundärfasern ist wesentlich umweltverträglicher als die von Frischfaserpapier (Primärfasern). Es werden Wälder geschont und so ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt geleistet sowie bei der Herstellung wichtige Ressourcen gespart. Wasserbelastung und Wasserverbrauch fallen deutlich geringer aus. Im Vergleich zu Frischfaserpapier wird bei der Produktion von 800.000 t Recyclingpapier der Wasserverbrauch mehr als halbiert, und zwar von 41.760.000 Mio. m³ auf 16.400.000 Mio. m³. Das entspricht dem Fassungsvermögen der Wuppertalsperre! Das heißt eine halbe Million Bundesbürger (das entspricht z. B. etwa der Einwohnerzahl von Hannover) könnten damit ein Jahr lang ihren gesamten Trinkwasserbedarf decken.

 

Der Experten-Tipp

Heike Fischer, Beraterin im Infobüro der Initiative Pro Recyclingpapier
„Kaufen Sie grundsätzlich Büropapiere mit dem Blauen Engel, denn dadurch
• schonen Sie das Klima sowie wichtige Ressourcen wie Wasser und Energie und sorgen für eine höchstmögliche Wiederverwertung von Rohstoffen
• schonen Sie Wälder und leisten einen Beitrag für die Erhaltung von Artenvielfalt
• schonen Sie die Umwelt durch den Verzicht auf schädliche Chemikalien“

Dr. Uwe Sayer, Geschäftsführer der FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V.
„Um Ressourcen zu sparen, sollte man versuchen grundsätzlich und wo immer möglich Recyclingpapier zu verwenden. Der blaue Engel ist dabei eine zuverlässige Einkaufshilfe. Sollte dennoch einmal auf Frischfaser- bzw. Mixprodukte zurückgegriffen werden müssen – aufgrund von technischen Anforderungen oder besonderen Kundenwunsch, empfehlen wir auf das FSC-Siegel zu achten. Denn damit
• unterstützen Sie verantwortungsvolle Waldwirtschaft und schließen somit aus, dass die verwendeten Rohstoffe aus illegalen Quellen oder Raubbau stammen;
• helfen Sie Wälder weltweit langfristig zu erhalten und dadurch die Artenvielfalt und das Klima zu schützen;
• werden die Rechte indigener Völker und lokaler Stakeholder bei der Waldbewirtschaftung berücksichtigt.“

 

Foto: photocase / arworkx



Empfehlenswerte Siegel und Kennzeichen


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