Bestnoten in renommierten Weinführern sind nicht die einzige Messlatte für die herausragende Begabung des Winzers aus Pünderich an der Terrassen-Mosel. Aber eine, die besonders hoch liegt und vor allem von der Sorte, die auch internationale Aufmerksamkeit garantiert.
“Deutscher Riesling ist unter die Weltklasse-Weine zurückgekehrt“, sagt Clemens Busch (li.), und das macht sich unter anderem als deutlich gestiegene Nachfrage aus dem Ausland bemerkbar! Eine positive Trendwende, zu der der deutsche Biowinzer und seine Frau Rita mit ihrem Gespür für verloren geglaubte Weinqualitäten auch persönlich beigetragen haben. Was das für die Handelsbeziehungen des Weinguts in den USA bedeutet, hat Busch gerade vor Ort in New York überprüft. Und wer weiß, vielleicht gönnen sich auch die Obamas bald einen von Buschs ökorrekten Spitzenweinen?
Bei solchen Fragen winkt einer wie Clemens Busch allerdings bescheiden ab: “New York ist ja ganz nett. Aber im Grunde sind solche weiten Reisen für mich kein so großes Vergnügen, sondern eher das 'Klappern', was halt auch zum Handwerk gehört.“ Viel spannender als quirlige Überseemetropolen findet er sein heimisches Moseldorf. Sein Wind of Change weht in den Weinbergen unterhalb der Pündericher Marienburg und nach oben geht es für ihn zu Fuß auf Schieferterrassen, nicht im Flugzeug.
Wer den bärtigen Moselwinzer und seine Frau kennenlernt, spürt schnell: da ist echte Berufung im Spiel. Kein eitles Streben nach Anerkennung, sondern kompromisslose Hingabe an das Metier. Wären Clemens und Rita Busch nicht beide mit dieser raren Mischung aus großer Leidenschaft, ebenso großer Beharrlichkeit und nüchternem Urteilsvermögen ausgestattet, das Weingut wäre vermutlich keins von denen geworden, über die viele sprichen.
Begonnen hat Clemens Busch seine Winzerkarriere Mitte der 1970er. “Als ich das Ruder im väterlichen Weingut praktisch von heute auf morgen übernehmen musste, war ich noch nicht mal 18 Jahre alt“, erzählt der 52-Jährige. “Da war schnelles Lernen im wirklichen Winzerleben und Klarkommen mit einer ganzen Menge Verantwortung gefragt.“ Zeit, zu studieren, sich in den Weinbergen anderer Länder umzusehen oder zum Praktikum nach Neuseeland zu gehen wie später sein Sohn Florian, hatte der frisch gebackene Jungwinzer erstmal keine.
Der kaum drei Hektar Reblagen umfassende Betrieb war damals einer von vielen in der Region; der Wein nicht schlecht, aber noch ohne besondere Reputation. Andererseits standen schon zu dieser Zeit viele der zum Teil alten Reben der Buschs auf Schiefer-Steilhängen mit theoretisch besten Voraussetzungen für unverwechselbar ortstypische Weine. Als Clemens Busch anfing, waren der Ruf und die Qualität der meisten Moselweine gerade auf ihrem Tiefpunkt angekommen. Dass aber gerade die Wiederentdeckung der alten Lagen zu einem der Ausgangspunkte für die spätere Trendwende wurde, ist durchaus auch sein Verdienst.


Kommentare (0)
abonnieren