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Auf einen Blick

Zahlen zu Atomkraft

So mancher hat scheinbar eine natürliche Aversion gegen Zahlen. Diese Sammlung von Fakten wird Sie allerdings überraschen! Der Kulturwissenschaftler Philipp Albers hat sich viel Mühe gemacht und hat sich quer durch den Zahlensalat der Energiewirtschaft gekämpft. Lesen Sie hier die teils erfreulichen teils erschütternden Zahlen!


Anzahl der Atomwaffen im Jahr 1986 weltweit: 70.481

Anzahl der nuklearen Gefechtsköpfe heute weltweit: 22.300

Höchstzahl der Atomsprengköpfe, über die die USA jemals verfügten (1966): 32.193

Arbeitstage, die erforderlich sind, einen durchschnittlichen Atomsprengkopf in der amerikanischen Waffenanlage Pantex zu demontieren: 14


Gesamtsprengkraft aller Atomwaffen in Milliarden Tonnen TNT: 7,5

Weltbevölkerung in Milliarden: 6,9

Sprengkraft der auf einem Lastwagen verborgenen Bombe, die 1995 beim Oklahoma City Bombing ein achtstöckiges Regierungsgebäude zerstörte und 324 weitere Gebäude demolierte, in Tonnen TNT: 2,3


Gesamtzahl amerikanischer Atomwaffentests von 1945 bis 1992: 1030

Summe der vom amerikanischen Militär zwischen 1992 und 1995 aufgewendeten Mittel für Nuklearwaffentests in US-Dollar: 1.200.000.000

Zahl der in diesem Zeitraum durchgeführten Tests: 0


Tage im Jahr, an denen zwischen Ende der 50er- und Mitte der 60er-Jahre US-Bomber mit einsatzbereiten Atombomben in der Luft unterwegs waren: 365

Zahl der offiziell vom amerikanischen Verteidigungsministerium vermissten Atombomben, die bei Unfällen verloren gingen und nie wieder auftauchten: 11

Gesamtzahl der schätzungsweise während des Kalten Krieges verschwundenen Nuklearwaffen: 59


Differenz zwischen der laut Unterlagen von 1978 bis 2003 angefallenen Menge Plutonium in der japanischen Wiederaufarbeitungsanlage Tokai Mura und der bei einer Inventur tatsächlich vorgefundenen Menge in Kilogramm: 206

Benötigte Mindestmenge Plutonium zum Bau einer Atombombe in Kilogramm: 8

Weltweite Vorräte an waffenfähigem Plutonium in Tonnen: 260

Zahl der Jahresproduktionen an Uran, der diese Menge Plutonium bei Umwandlung zu MOX-Brennstoff für Kernkraftwerke entspricht: 1


Menge des hochangereicherten Urans in amerikanischen und russischen Atomwaffen in Tonnen: 2000

Zahl der für diese Menge erforderlichen Jahresproduktionen im Uranabbau: 12

Jahr, in dem der Atomwaffensperrvertrag in Kraft getreten ist: 1970

Zahl der Staaten, die den Vertrag bis heute unterzeichneten: 189


 

Anzahl der US-amerikanischen Uranminen im Jahr 1955: 925

Anzahl der US-amerikanischen Uranminen im Jahr 2008: 16

Jährliche Uranfördermenge in Niger in Tonnen: 3032

Umsatz des französischen Areva-Konzerns in 2009, der die Mehrheit an den Uranminen in Niger hält, in Milliarden Euro: 14

Bruttoinlandsprodukt von Niger im Jahr 2009 in Milliarden Euro: 4

Bevölkerungsanteil in Niger, der mit weniger als umgerechnet einem US-Dollar am Tag auskommen muss, in Prozent: 61

 

Wasserverbrauch für die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom in einem Atomkraftwerk in Litern: 3,2

Wasserverbrauch für die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom in einem konventionellen Kohlekraftwerk in Litern: 2,6

Wasserverbrauch für die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom in einem photovoltaischen Kraftwerk in Litern: 0,1

Wasserverbrauch der australischen Uranmine Olympic Dam pro Tag in Litern: 33.000.000


CO2-Belastung pro Kilowattstunde Atomstrom, wenn das verwendete Uran aus Erzen mit einem Urangehalt von 0,15 Prozent stammt, in Gramm: 65

CO2-Belastung pro Kilowattstunde Solarstrom in Gramm: 60

Jahresleistung des Reaktors Biblis B in Megawatt: 1.300

 

 

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Thema: Erneuerbare Energien, Stand: 21.03.2011 von

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  • schrieb am 02.04.2011 um 09:05
    Wow, danke für den Artikel. Da fühlt man sich beineahe hilflos, wenn man sieht was da für eine Sauerei mit der Menschheit betrieben wurde und leider immer noch wird... Da wird einem schon ein bisschen übel, wenn man diese Zahlen vor Augen geführt bekommt.

    Gruß, Basti
  • schrieb am 25.03.2011 um 22:32
    Die Aufstellung ist in vielen Punkten interessant zu lesen und von daher ein guter Ausgangspunkt , um darüber nachzudenken.

    Abgesehen vom bereits bemängelten Durcheinanderbringen von elektrischer Leistung und Energie wäre z.B. auch noch zu erklären, was mit dem "Wasserverbrauch" von Kraftwerken gemeint ist, denn da werden ja die Verbräuche von Kern- und Kohlekraftwerken mit denen von Photovoltaik-Anlagen verglichen. Da Wassermengen in Relation zu erzeugten Kilowattstunden gesetzt werden, sind wohl die für den Betrieb und nicht für den Bau benötigte Wassermengen gemeint.

    Falls der Kühlwasserdurchsatz beim Betrieb gemeint ist, würde ich den schon mal nicht als Verbrauch bezeichnen, denn das Wasser geht der Welt dadurch nicht verloren, dass es durch ein Kraftwerk geflossen ist. Es wird dabei nur wärmer, was für Tier- und Pflanzenwelt der entsprechenden Gewässer natürlich von Nachteil sein kann. Es ist hinterher aber immer noch uneingeschränkt nutzbar.

    Wenn vom Wasserverbrauch von Photovoltaikanlagen gesprochen wird, kann aber eigentlich kein Kühlwasserdurchsatz gemeint sein, denn alles was da gekühlt werden muss, erledigt man üblicherweise über die Umgebungsluft. OK. Vielleicht gibt´s da auch einzelne Sonderfälle.

    Vielleicht sind da eher so theoretische Wasserverbräuche wie z.B. Reinigungswasser o.ä. gemeint? Aber da sollte er dann wirklich besser 0 statt 0,1 hinschreiben! :-)

    Naja. Bleibt zu hoffen, dass es wenigstens bei den Zahlen und Aussagen, die man als Nichtfachmann nicht so leicht im Hinblick auf Plausibilität und Aussagekraft beurteilen kann, keine Ungereimtheiten gibt.

    Gruß, Gregor

    P.S.: Wie hoch ist eigentlich der "Wasserverbrauch" von Wasserkraftwerken pro erzeugter Kilowattstunde? Bestimmt gigantisch! ;-) mehr weniger
  • schrieb am 22.03.2011 um 09:53
    Danke für diesen sehr erschreckenden Beitrag. Beim Lesen ist mir ganz anders geworden. Wie können in einer Wiederaufbereitungsanlage einfach 206 kg Plutonium verschwinden? Ich bin fassungslos? Und wieso können "verloren gegangene" Atomsprengköpfe nicht geortet werden?

    Ratlose und wütende Grüße,
    Saskia mehr weniger
  • schrieb am 22.03.2011 um 09:43
    Hallo Uwe,

    Atombomben konnten beispielsweise bei einem Absturz des Flugszeugs verloren gehen. Durch eine Sicherung sind die Sprengsätze nicht detoniert. Dennoch konnte man nicht alle Bomben wieder finden. Diese liegen heute noch irgendwo.
    Das Thema verloren Atombomben kommt in diesem Beitrag von ZDF History vor: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/beitrag/video/1290032/Die-gro%C3%9Fen-Illusionen-des-Atomzeitalters
    Diese Sendung ist wirklich sehr interessant.

    Viele Grüße
    Melanie mehr weniger
  • schrieb am 22.03.2011 um 08:59
    Interessante Zahlen!

    "Zahl der offiziell vom amerikanischen Verteidigungsministerium vermissten Atombomben, die bei Unfällen verloren gingen und nie wieder auftauchten: 11

    Gesamtzahl der schätzungsweise während des Kalten Krieges verschwundenen Nuklearwaffen: 59"

    Wie kann man Atombomben verlieren?
    Wohl eher in schwarze Projekte geflossen, oder verkauft!

    So ein Zahlenüberblick finde ich sehr sinnvoll und sollte noch erweitert werden!
    Vergangenheit, Istzustand, Zukunftsaussichten.
    Für Energie, Gesamtrohstoffe, Nahrung, Wasserverbrauch, etc.
    Also eine Gesamtaufnahme aller wichtigen Dinge für uns Menschen.

    Wer kennt evtl. solche Bestandsaufnahmen und kann mir Adressen geben? mehr weniger
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